Im hier gezeigten Ausschnitt spricht Irving Heymont über den Schwarzmarkt während der Besatzungszeit (Tausch von Zigaretten und anderen Waren, Verhaftungen).
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview mit Irving Heymont vom 20.07.1995 im Rahmen des Projekts Displaced Persons (DP) über seinen Kriegsdienst während des Zweiten Weltkriegs in der US-Army, den Einmarsch in Deutschland, seine Rolle als Verantwortlicher für das DP-Lager in Landsberg, seine Tätigkeit als Chef der Atomwaffen-Abteilung im Hauptquartier der US-Streitkräfte in Heidelberg, seine Pensionierung und die anschließende Arbeit in einer amerikanischen Rüstungsfirma.
Biogramm
Irving Heymont wurde 1918 in Brooklyn, New York in eine jüdische Familie geboren. Seine Eltern stammten aus der Ukraine und aus Rumänien. Nach dem College-Abschluss 1937 trat er in die US-Army ein und war u.a. von 1940 bis 1943 in Panama stationiert. Ende 1944 wurde seine Infanterie-Division nach Europa verlegt und er erlebte den Einmarsch in Deutschland und das Kriegsende 1945 als Besatzungssoldat mit. Nach der Demobilisierung war Irving Heymont für die Verwaltung des DP-Lagers in Landsberg verantwortlich. Nach der Übernahme des Lagers durch die UNRRA (United Nations Relief and Rehabilitation Administration) wurde Colonel Heymont mehrfach versetzt und schließlich Chef der Atomwaffen-Abteilung im Hauptquartier der US-Streitkräfte in Heidelberg. Nach seiner Pensionierung war er für eine amerikanische Militärberatungsfirma tätig und erhielt u.a. Aufträge der Israelischen Armee. 1981 ging er in Ruhestand. 2019 ist Iriving Heymont in Fairfax, VA (USA) verstorben.
Inhalte
1918 in New York geboren, Vater 1900 aus der Ukraine ausgewandert, Mutter 1902 aus Rumänien, öffentliche Schule, jüdische Erziehung, Abschluss am City College of New York 1937, Metallurgische Chemie, 1939 second lieutenant der US-Infantry, Fort Benning, Infanterieschule, Manöver, November 1940 zu einem Regiment nach Panama versetzt, dort bis 1943 stationiert, zwischenzeitlich geheiratet, Januar 1943 Rückkehr in die USA, Organisationsversuch als leichte Infanteriedivision, Mulis, Neuorganisation als Standard Infanterie Division, Ende 1944 Ankunft in Europa, erste Gefechte westlich der Vogesen, Einstellung gegenüber den Deutschen, Bekanntschaft mit dem Chemiker Hans Nubert, Familie der Frau aus Schwerin ausgewandert, eigene Vorfahren aus Deutschland ausgewandert, Konzentrationslager Dachau bekannt, Nürnberger Gesetze, Gegnerschaft zur NSDAP und zu Hitler nicht zu den Deutschen allgemein, Vormarsch über Pirmasens, Germersheim, Einsatzoffizier, später Bataillonskommandeur, deutscher Hinterhalt, Rheinüberquerung, Groß-Gerau, Frankfurt, Neu-Isenburg, Oppenheim, Fulda, Einkesselung einer deutschen Division, Büdingen, SS-Division ergab sich nicht, Gefangene in Zivilkleidung, Soldbücher, massiver Artillerieeinsatz, einen Tag vor Kriegsende Österreich erreicht, Braunau, Ried, Steyr, Außenlager Gunskirchen des Konzentrationslagers Mauthausen, Warten auf die Russen an der Enns, Damm und Rüstungswerke besetzt, Übersetzer Hans Becker, geflohener Jude aus Stuttgart, deutscher Soldat mit weißer Flagge, eröffnete Feuer, letztes Gefecht, am gleichen Abend ergaben sich 25.000 Deutsche, nachts versuchten viele von der russischen auf die amerikanische Seite zu wechseln, Gefangenenlager zwischen Enns und der Straße von Steyr nach Wels, Notwendigkeit eines Entlassungsscheins, um Essensmarken zu erhalten, Gefecht bei Straubing, Angst der Deutschen vor den Russen, 2nd Battaillon des 5th Infantry Regiments in Augsburg stationiert, Demobilisierung, Displaced Persons-Lager für Polen nach Waffen durchsucht, Paris und England, Einheit nach Landsberg verlegt, neue Aufgabe DP-Lager auf Vordermann zu bringen, Lager in der Saarburg-Kaserne, Stacheldraht, katastrophale Verhältnisse, jüdische DPs, Balten und Polen, UNRRA, Craddock, American Joint Distribution Committee, jüdische Selbstverwaltung, selbsternannter Lagerausschuss, Lagerpolizei, Krankenstation, Schulen, ehemalige Häftlinge des KZ-Außenlagers Landsberg-Kaufering, General Rolfe, Ausquartierung der Balten und Polen, Ersetzung des UNRRA-Teamleiters, Harrison Report in den "Stars and Stripes", General Eisenhower, Bewachung der DPs, Ansprache, Erlaubnis zum Ausgang, Stacheldraht entfernen, unterschiedliche Vorstellungen der Army und der DPs, Überlebende finden, Europa verlassen, die meisten wollten nach Palästina, Problem das Lager aufzuräumen, Überbelegung des Lagers, Wunsch nach Familienleben, Unzulänglichkeiten der sanitären Einrichtungen, Rabbi Klausner, Versuch alle Juden aus Europa raus zu bekommen, guter Ruf des DP Lagers Landsberg, General Harris McBride neuer Kommandeur, Problem der Überbelegung, Auseinandersetzung zwischen Lagerinsassen und Deutschen, Angst vor Plünderungen, Suche nach Waffen bei der deutschen Zivilbevölkerung, Junge warf Steine, Umzug des Lagers nach Föhrenwald, kleine Häuser, keine Kaserne, Mrs. Hinshaw, DPs wollten nicht umziehen, Dr. Jacob Oleiski, Stadt in der Stadt, Dr. Glassgold, "Landsberger Lagerzeitung", Dr. Olsoni, zentraler Speisesaal, Porzellan, Bedienungen gesucht, Bezahlung über Zigaretten aus Rot-Kreuz-Paketen, Gen. Rolfe, Wahl im DP-Lager, Parteien, Zionisten, Kommunisten, Sozialisten, Kapitalisten, polnische Juden, baltische Juden, orthodoxe und säkulare, interne Konflikte, meist Selbstverwaltung bestätigt, Wahlkämpfe, Flugblätter, Polizei, eigenes Gefängnis, Probleme der Unterbringung und der sanitären Anlagen, Übernahme des Lagers durch die UNRRA, US-Army nur noch für die Sicherheit zuständig, kleine Öfen, Problem der Holzbeschaffung, in Böblingen: SS-Gefangenenlager, Gefangene zum Holzfällen herangezogen, Major Carl Rhine, Schwarzmärkte, Zigaretten als Tauschware, US-Dollar, Schmuck, Besuch von Ben Gurion, Lager von der UNRRA übernommen, verschiedenste Richtungen im Lager, Vorbereitung auf Emigration, Schule von Dr. Oleiski, Schlosserei, Näherei, Holzarbeiter, Funker, Autowerkstätten, Kaserne später Stützpunkt für nukleare Gefechtsköpfe, unterirdische Fabrik, Angst der Landsberger vor den DPs, US-Army total unvorbereitet auf Einrichtung der DP-Lager, Hilfe zur Rückkehr zu einem normalen Leben, Wunsch der meisten Juden 1945 nach Palästina zu gehen, Zentralkomitee der befreiten Juden in Bayern, Dr. Gringauz, Dr. Trieger, Dr. Oleiski, Sexualität im Lager, immer mehr Kinder, öffentliche Meinung in den USA, IRO, Umgang mit Besuchern im Lager: Jacob Potovski, War Crimes Prison No. 1 in Landsberg, Dachauer Prozesse, Hinrichtung von Kriegsverbrechern am Galgen, Fotos vor und nach der Hinrichtung, Versetzung nach Zusmarshausen und Krumbach, dann Österreich, Commander General Staff College, Ausbilder für Reserveoffiziere, Headquarters United States Army Europe in Heidelberg, Chief of war planes, chief of the nuclear weapons division, Rückkehr in die USA, Kommando: Studien über die Zukunft der Army, Dienstende, Firma, die Studien für das Pentagon erstellte, Reisen nach Vietnam, Auftrag für die Israelischen Streitkräfte, Ritual beim Festlegen einer neuen Grenze: in den Suezkanal uriniert, 1981 Pension als Vizepräsident der Firma, Bedeutung der Zeit in Landsberg, brachte Heymont zurück zu seinen Wurzeln, Organisation des DP-Camps: UNRRA, American Joint Distribution Committee, Deutsch und Jiddisch sprechende Soldaten, Versorgung, Bayerische Regierung, US-Militärregierung, Stadt, Vorräte, medizinische Vorräte, Essensrationen, Lieutenant Hall, Kino, "Gold Rush" mit Charlie Chaplin, 1989 Tafel an der Kaserne angebracht, Themen der Lagerzeitung: Aktivitäten des Komitees, Emigration, Struktur der Lagerinsassen: Prominente, für viele Durchgangslager auf dem Weg Richtung Italien und dann nach Palästina, Rabbi Klausner, mehr Frauen, mehr Kinder, Familien, ständiger Wandel, Überbelegung, Belastung für Landsberg durch NS-Zeit.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A.
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.