Zeitzeugen berichten

Gertrud Müller Hausfrau, im "Dritten Reich" Bewohnerin der Martin-Bormann-Siedlung in Pullach

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Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Gertrud Müller über ihre Bekanntschaft mit NSDAP-Reichsleiter Martin Bormann und das Leben in der Martin-Bormann-Siedlung in Pullach.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Gertrud Müller, aufgenommen am 18.12.2014 in Coburg, über die Martin-Bormann-Siedlung in Pullach, Kontakte zur NS-Führung, die Flucht nach Coburg und den Nationalsozialismus in Coburg.

Biogramm

Gertrud Müller wurde 1914 in Coburg geboren und heiratete in den 1930er-Jahren den Oberregierungsrat Johannes Müller, der als Jurist im „Braunen Haus“, der NSDAP-Zentrale in München, tätig war. Zusammen mit ihm zog Gertrud Müller in die so genannte Martin-Bormann-Siedlung in Pullach, in der viele prominente NS-Parteigenossen wohnten. 1939 wurde Johannes Müller zum kommissarischen Regierungspräsidenten in Köslin in Pommern ernannt und übte dieses Amt bis zu seinem Tod 1944 aus. Gertrud Müller flüchtete gegen Kriegsende 1945 in ihre Heimatstadt Coburg.

Inhalte

Geboren 1914 – Besuch der Volksschule in Coburg – Arbeit bei einer Familie in Italien für eineinhalb Jahre – Heirat – Ehemann war Regierungspräsident – Umzug in die Martin-Bormann-Siedlung in Pullach – Kontakt zur Familie Bormann – „Stabsleitervilla“ von Martin Bormann – offener Ausdruck der persönlichen Meinung, auch gegenüber Martin Bormann – Atmosphäre im Haus Bormann – Politik kein Gesprächsthema – Arbeit vieler Bewohner der Siedlung im „Braunen Haus“ – Besuche prominenter Parteimitglieder in der Siedlung, z.B. Reichsführer SS Heinrich Himmler – gutes Verhältnis zu Himmler – Kontakt mit Joseph Goebbels und Hermann Göring – Reichsparteitag in Nürnberg – kein besonderes Gemeinschaftsgefühl in der Bormann-Siedlung – Tod des Mannes im Krieg – Kritik am System – keine Mitgliedschaft in der NS-Frauenschaft – Tätigkeit als Hausfrau – Beschäftigung eines Hausmädchens – Außenseiterrolle auf Grund fehlender Parteimitgliedschaft – Bormann als mächtigster Mann hinter Hitler – Selbstversorgung durch den Garten – Flucht nach Coburg – Erleben des Kriegsendes in Coburg – Einstufung des Mannes als Mitläufer in der Entnazifizierung – Strafversetzung des Mannes auf Grund von Kritik – politische Einstellung in Coburg – Tätigkeit im Amerikahaus nach dem Krieg – Luftschutzkeller in Pullach – kritische Beamtenschaft im „Dritten Reich“ – Rolle der Frau im „Dritten Reich“.

Daten

Art:
Thematisches Zeitzeugeninterview
Dauer:
0:45 h
Aufnahmedatum:
18.12.2014
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.