Zeitzeugen berichten

Wilhelm Maschner Journalist

Signatur
zz-0347.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1948

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Wilhelm Maschner über die Vorgeschichte des Herrenchiemseer Verfassungskonvents vom August 1948.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Wilhelm Maschner, geführt am 13.11.1996 in München, über seine Tätigkeit als Journalist, die politische Landschaft der Nachkriegszeit und der ersten Jahrzehnte der Bundesrepublik, u.a. die bayerische Verfassungsgebung (1946), den Verfassungskonvent auf Herrenchiemsee (1948), den Spielbankenprozess (1959) und die Spiegel-Affäre (1962).

Biogramm

1915 in Wien geboren, Journalist, 1936 Heirat mit der Schauspielerin Felizitas Sieber, 1941 geschieden, zuerst in Wien tätig, nach Kriegsende 1945 u.a. in München, Frankfurt und Stuttgart, ab 1953 München-Korrespondent der "Welt".

GND: 1067336516

Inhalte

1915 in Wien geboren, Wohnung in der Nähe des Praters, Hauptallee, Praterstern, Nähe zum Grünen, Vater: Kreditsachverständiger der Darmstädter Nationalbank, mit 17 für das "Neue Wiener Journal" zu schreiben begonnen, Manuskripte im Vorzimmer abgegeben, kein Kontakt zu Redakteuren, Arbeit auf Honorarbasis, 1938 "Anschluss" Österreichs, "Neues Wiener Tagblatt", größte österreichische Zeitung, dort bis 1945, nach 1945 in München, Vertreter für "Die Presse", älteste Wiener Zeitung von 1848, während des Krieges Funker, zwei Tage vor Kriegsende in Bad Reichenhall, Tante der Frau, Nachrichten für den Schaukasten des "Reichenhaller Tagblatts" geschrieben, Radiomeldungen von Frau stenographiert, Erlaubnis zum Druck durch amerikanische Militärregierung, "Südostkurier", Herbst 1945 Kontakte zur "Süddeutschen Zeitung", nur einige Monate für diese gearbeitet, Korrespondent für verschiedene Zeitungen, "Radio München", Münchner Lokalreportagen, Herr Horrine, Stimmung der "Stunde Null", Trümmer in München, Hilfsbereitschaft, Trümmerfrauen, Wiederbelebung der Kultur, Volkshochschulen, Witthalm, Wilhelm Hausenstein, Theaterkritiken, Münchner-Charakter, Nürnberger Prozesse, Sondergericht, faire Verfahren, Rezeption in der Öffentlichkeit kritisch, ausführliche Berichterstattung, Spruchkammern nötig aber nicht ideal, "Neue Zeitung" 1945, Chefredakteur Hans Habe, Berichte über "Bonzen" auf dem Obersalzberg, Praxis von Dr. Morell in Teisendorf, Zensur der Amerikaner, Arbeitsatmosphäre in der "Süddeutschen Zeitung", Nachkriegsfasching 1946, Ernst Maria Lang, Leute unterhalten, "Frankfurter Zeitung" als beste Zeitung, in München: Weiss, Valerien, Kempski, Friedmann, Hausenstein, Erich Kuby, Journalistenhonorar, Chefredakteur beim "Südostkurier"; Josef Felder, Landtagsberichterstattung, Korrespondent für "Gießener Freie Presse", "Stuttgarter Zeitung", "Schwäbische Zeitung", "Tagesspiegel", 1953 fest bei der "Welt" als München-Korrespondent, Arbeitsgemeinschaft Auswärtige Presse, später zum Presseclub geworden, Mitbegründer des Bayerischen Journalistenverbands, Minister zum Essen eingeladen, Einladungen, Raum und Sekretärin im Hotel Regina am Maximiliansplatz, Unabhängigkeit, Essen dienten dem Sammeln von Informationen, Nachrichtenagenturen hatten es leichter, Deutsche Presse-Agentur (DPA), Deutsche Nachrichtenagentur (DENA), United Press, Associated Press, man musste etwas besseres liefern als die Agenturen, gutes Verhältnis unter Journalisten, Parteizugehörigkeiten, positives Bayernbild, CSU, Josef Müller "Ochsensepp", Jakob Kaiser, Hundhammer, Hoegner, Zulauf der Bayernpartei, Tradition: Bauernbund, Thomas Dehler wird bei Rede im Landtag von Abgeordneten der Bayernpartei attackiert, Bayerische Verfassung, Verfassungsgebende Versammlung im Brunnenhof-Theater (Cuvilliés-Theater), Diskussionen um Staatspräsidenten und Senat, sachliche Diskussion in Senatssitzungen, "Pressewunder" durch Lizenzzeitungen, auflagenstark, Auswahl der Lizenzträger, Verlegerkollegien, Chefredakteure, Verleger, Erwartungen an Ministerpräsidentenkonferenz 1947, Besatzungszonen, Abreise der ostdeutschen Ministerpräsidenten, Leute mit späterem Einfluss: Carlo Schmid, Wilhelm Hoegner, Hans Ehard, Presseschule von Otto Groth, Werner Friedmann, Henri Nannen, Deutsche Journalistenschule, Qualität der Zeitungen: New York Times, Le Monde, Neue Züricher Zeitung (NZZ), Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ), Süddeutsche Zeitung (SZ), Entstehung der Abendzeitung, Friedmann, Lokalredakteur, Hans Habe, Sigi Sommer, Frau Friedmann, "Blasius, der Spaziergänger", Glosse, Pseudonyme, gutes lokales Boulevardblatt, Währungsreform, Evangelische Akademie, Schloss Tutzing, Abraxas-Skandal: Ballett von Werner Egk von Hundhammer verboten, Landtagsdiskussion, Vorgeschichte des Herrenchiemseer Verfassungskonvents, Spaltung der CSU, konservativ-katholische Gruppe, liberale Gruppe, Verhandlungen Hundhammers über Donauföderation mit dem österreichischen Bundeskanzler Figl, Verhältnis zum Wirtschaftsrat in Frankfurt, Adenauer, Konkurrenz durch Bayernpartei, Herrenchiemsee, Kloster, Teilnehmer durchweg Verfassungsrechtler, Familien, Schloss Herrenchiemsee, Touristen, Diskussion über die Organisation des Westteils Deutschlands, Organe, Bundestag, Bundesrat, Dr. Anton Pfeiffer, Prof. Hans Nawiasky, Ringelmann, Carlo Schmid, später federführend beim Godesberger Programm der SPD, Kanzlerschaft Willi Brandts und Helmut Schmidts ermöglicht, Ablehnung des Grundgesetzes durch Bayern, zu zentralistisch, Franz Josef Strauß, qualitativ gute Konventsteilnehmer, Verfassungsjuristen, Bundesstaat, Rede vom Provisorium, gutes Wetter, Gespräche im Freien, Ehard, Journalisten auf der Insel, Schultze-Vorberg, Bayerischer Rundfunk, telefonisch Bericht erstattet, Abraxas-Skandal, Ballett von Werner Egk, entsetzter Kultusminister Alois Hundhammer (CSU), Verbot, Parlament blamiert Hundhammer, Otto Bezold (FDP) hält Hundhammer Sammlungen des Vatikans vor, Hundhammer tritt zurück, durch Schwalber ersetzt, Oberammergauer Passionsspiele 1950, 1300 Schauspieler, alle zehn Jahre, Reporter bei den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen, Goebbels-Mitarbeiter: Hans Fritzsche, Spruchkammerverhandlungen, Presselandschaft nach der Währungsreform 1948: "Bild", Suche nach Sensationen, großes Format, wenige Pannen, Illustrierte Zeitungen, Vorbild: "Life", gute Fotografen, Misserfolge: "Südostkurier" am falschen Ort, hervorragende Parlamentsberichte, Bad Reichenhall die falsche Stadt, erfolgreiche Zeitungen auf dem Land: "Der Allgäuer", "Augsburger Allgemeine", Tradition der Pressefreiheit seit 1848, Heine-Auerbach-Prozess, Auerbach, Jude, verantwortlich für Zuteilung von Gütern, eitel, unbeliebt, Spielbankenprozess 1959, Gründung von Spielbanken in Bayern, Streit um Lizenzen, Joseph Baumgartner wird verurteilt, Ende der Bayernpartei, Hundhammer auf Baumgartners Begräbnis, Staat übernimmt Spielbanken selbst, Geld für soziale Zwecke, Franz Josef Strauß, Bundestag, sprachkundig, gutes Gedächtnis, Finanzwissenschaften, gute Gespräche, nie Journalisten abgewiesen, Max Zwicknagl, Strauß: Aufsteiger, Gespür für Frauen, Spiegel-Affäre 1962, Symbol für ein Stück Bayern, rhetorisches Geschick.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:00 h
Aufnahmedatum:
13.11.1996
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.