Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Adi Maislinger von seinen beiden Verhaftungen, die er bereits vor 1933 erlebte.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Thematisches Interview der Journalistin und Historikerin Dr. Heike Bretschneider mit Adolf Maislinger, geführt 1979, über den kommunistischen Widerstand im "Dritten Reich" und seine Internierung im KZ Dachau (nur Ton).
Biogramm
1903 in München geboren, Lehre als Maschinenschlosser, Mitglied der Sozialistischen Arbeiterjugend (SAJ) und der Gewerkschaft sowie bei den Naturfreunden. Anfang der 1930er-Jahre an Straßenschlachten mit der SA beteiligt. Er trat 1931 von der SPD zur KPD über. Nach der NS-Machtübernahme 1933/34 illegal als KPD-Kurier in München tätig. Maislinger floh in die Schweiz, kehrte aber 1934 auf Anordnung der KPD nach Deutschland zurück, wo er an der Grenze festgenommen wurde. Wegen „Vorbereitung zum Hochverrat“ wurde er 1935 zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt. 1942 Überstellung ins KZ Dachau. Nach Befreiung und Kriegsende 1945 kurzzeitig Mitglied im Münchner Stadtrat. Im Spätsommer 1946 ohne Begründung durch die US-Besatzungsbehörden inhaftiert. Nach seiner Haftentlassung heiratete er und war bis zu seiner Pensionierung als Beamter in München tätig. Maislinger engagierte sich in der KZ-Gedenkstätte Dachau im Rahmen der Aktion Sühnezeichen. 1985 ist er in München verstorben.
Inhalte
tobre 022:
Maislinger leitete seit 1932 in München den „ Kampfbund gegen den Faschismus“ und gehörte seit Frühjahr 1933 zur illegalen Führungsspitze der KPD in München. Er arbeitete seit dem Frühjahr 1933 bei der Herstellung und Verbreitung von Zeitungen und Flugblättern mit. Die Nummer 10 der „Neuen Zeitung“ wurde 1934 in Maislingers Wohnung hergestellt. Er floh in die Schweiz, kehrte aber zurück und wurde im März 1934 verhaftet.
tobre 023:
1935 wurde Adolf Maislinger vom Volksgerichtshof zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt, anschließend kam er bis zur Befreiung 1945 ins KZ Dachau.
Daten
Dr. Heike Bretschneider (Interview und Ton)