Thomas Helmensdorfer beschreibt, wie die mit Bayern assoziierten Klischees zur Bildung der „Marke Bayern" beitragen.
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Thomas Helmensdorfer, aufgenommen am 13.06.2018 in München, über seine berufliche Laufbahn bei der Agentur „Team 70“, die Entwicklung eines einheitlichen Werbekonzeptes für die CSU in den 1970er Jahren, den Stellenwert politischer Werbung, die Assoziierung der CSU mit Bayern, Bayern als Marke, die Bestandteile der Marke Bayern, den „Mythos Bayern“, sowie über die besonderen Alleinstellungsmerkmale Bayerns.
Biogramm
Thomas Helmensdorfer wurde 1948 geboren und war seit 1972 Geschäftsführer der Werbeagentur „Team 70“. Diese Agentur war von Gerhard M. Hotop und Otto Peter Pirner 1969 gegründet worden und war wesentlich für den neuen Kampagnenstil der CSU verantwortlich. Dieser zeichnete sich durch eine bewusste Abkehr vom bis dahin üblichen Werbestil aus, indem er für die Wahlwerbung den Konsumwerbestil aus der Wirtschaft übernahm. Ein entscheidendes Merkmal war dabei u.a. das für die CSU-Landesleitung entwickelte Emblem „Löwe und Raute“, kombiniert mit dem CSU-Signet. Millionenfach verteilt, wurde dieses Emblem sehr schnell zu einer Marke der CSU. Thomas Helmensdorfer erweiterte den Kundenstamm der Agentur, der sich insbesondere aus politischen Parteien zusammensetzte, ab 1981 erheblich und verfünffachte die Zahl der Mitarbeiter. 1996 geriet die Agentur in wirtschaftliche Schwierigkeiten und Thomas Helmensdorfer musste 1997 Konkurs anmelden.
Inhalte
Studium und berufliche Anfänge – Anstellung bei der Agentur „Team 70“ – 1980 Einstieg als Partner bei der Agentur „Team 70“ – 1969 Gründung der Agentur „Team 70“ – Erste Aufträge aus dem politischen Bereich – Entwicklung eines neuen Werbekonzepts für die CSU zu Beginn der 1970er Jahre – Uneinheitliches Vorgehen der einzelnen CSU-Bezirksverbände in der Öffentlichkeitsarbeit – Ziel der Schaffung eines einheitlichen Erscheinungsbildes – Entwicklung des Signets „Löwe und Raute“ – Versuch, ein möglichst gesamtbayerisches Erscheinungsbild zu schaffen – Widerstände gegen das neue Konzept von Seiten der CSU-Bezirksverbände – Verbreitung des neuen Signets – 1972 Einführung der Parteifarben Blau und Grün – Neuer Kampagnenstil der CSU seit den 1970er Jahren – Komprimierung politischer Botschaften auf das Wesentliche – Abstimmung zwischen Partei und Agentur hinsichtlich der Wahlkampfslogans – Organisatorische Vorgänge für die Entwicklung eines einheitlichen Erscheinungsbildes – Erzeugung von Aufmerksamkeit durch Wahlwerbespots – Stellenwert der politischen Werbung zu Beginn der 1970er Jahre – Förderung der Assoziierung der CSU mit Bayern – Persönliches Bild von Bayern – Bayern als Marke – Image Bayerns – Prägung der „Marke Bayern“ durch die Entwicklung Bayerns vom Agrar- zum Industrie- und Dienstleistungsstaat – Förderung von Fortschritt und traditionellen Elementen in Bayern – Bayern als Werbeikone – Auswirkungen des Wirtschaftswunders auf die Markenwerdung Bayerns – Bayerische Klischees und die „Marke Bayern“ – Vorteile in Krisenzeiten durch die Schaffung eines klaren Markenprofils – Anteil der CSU an der „Marke Bayern“ – Auswirkungen der Globalisierung auf die Markenbildung Bayerns – Gleichsetzung Bayerns mit Deutschland im Ausland – Verknüpfung Oberbayerns mit allgemeinen Vorstellungen von Bayern – „Mythos Bayern“ – Anteil Oberbayerns an der Entstehung des Mythos – Liberalität und Freiheitlichkeit in Bayern – Verbindung des bayerischen Dialekts mit einem besonderen Heimatgefühl – Ehrenamtliches Engagement in Bayern – Inszenierung bayerischer Politik – Rolle Frankens in Bayern – Bayernbilder in Fernsehserien – Alleinstellungsmerkmale Bayerns.
Daten
Interview: Georg Schmidbauer M.A:
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.