Im hier gezeigten Ausschnitt äußert sich der Maler Zoran Mušič über seine Sprachlosigkeit angesichts der traumatischen Erlebnisse im KZ Dachau (1944/45).
Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Zoran Mušič, geführt am 13.10.2000, über seine Tätigkeit als Maler und den Einfluss seiner Internierung im Konzentrationslager Dachau auf sein künstlerisches Schaffen.
Biogramm
1909 geboren, slowenischer Maler, 1944 von Italien aus wegen Spionageverdachts ins KZ Dachau gebracht, dort als Dreher beschäftigt, malte auf Bestellung Bilder für die SS, daneben gelang es ihm, Zeichnungen von toten Häftlingen anzufertigen, die Erlebnisse in Dachau waren auch später ein wichtiges Motiv für seine inzwischen international bekannten Arbeiten, v.a. für das 1970 geschaffene Werk „Nous ne sont pas les derniers!“, nach Kriegsende 1945 Rückkehr nach Venedig, Teilnahme an einigen Biennalen in Venedig und documentas in Kassel, 2005 Ausstellung seiner Zeichnungen aus seiner Zeit im Konzentrationslager in Dachau. 2005 in Venedig verstorben.
Inhalte
Bilder der 1970er-Jahre, Tote, wenig Interesse, „Nous ne sont pas les derniers!“ – „Wir sind nicht die Letzten!“, Schwierigkeiten für einen Maler zu erzählen, Zeichnungen im Konzentrationslager, was man erzählt, wird Literatur, Hauptsache was man drin hat, Illustration, Maler macht das, was er im Kopf hat, in Dachau Bilder von Toten gezeichnet, ein Maler macht das, was er sieht, Tod als Begleiter, es ist nicht leicht, über die Sachen zu reden, es gibt Sachen, die kann man nicht erzählen, Gefühl, Vergessen, Vergänglichkeit, verblassende Erinnerungen, Zeichnungen in Dachau unter dem Titel "Wir sind die Letzten", Jahre vergangen, Risiko die Toten während des Krieges zu zeichnen, man malt und zeichnet, weil man nichts anderes tun kann, man macht das, was man kann, Erinnerung, ein Maler macht das, was er spürt oder was er zu sagen hat, illustrieren, in den 70er-Jahren das Thema "die Toten von Dachau" wieder aufgenommen, nicht mehr dasselbe wie damals, das ist unmöglich, es kommt aus dem Inneren, Zeichnungen im Konzentrationslager, Motivation der künstlerischen Arbeit.
Daten
Interview: Dr. Ludwig Eiber
Kamera: Georg Schmidbauer M.A.