Zeitzeugen berichten

Stefan Szulak KZ-Überlebender

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Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt schildert Stefan Szulak den Ablauf des Morgenappells im KZ-Dachau, in welchem er zwischen 1940 und 1945 inhaftiert war.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Stefan Szulak, geführt am 02.05.1999, über den Kriegsausbruch 1939 in Polen, das Getto in Lodz, die Verhaftung und Deportation nach Dachau, die Zeit im Konzentrationslager Dachau sowie die Befreiung durch die Amerikaner.

Biogramm

Stefan Szulak wurde 1920 geboren und kam nach dem deutschen Einmarsch in Polen in das Ghetto in Lodz. 1940 wurde er in das KZ Dachau deportiert und war dort in verschiedenen Arbeitskommandos tätig. Er erlebte dort die Befreiung und kehrte 1946 nach Lodz zurück.

Inhalte

1920 in Saborow bei Warschau geboren, Vater: Soldat im polnisch-sowjetischen Krieg, Umzug nach Lodz 1921, Kriegsausbruch 1939: mit den Brüdern und dem Vater nach Warschau gegangen um zu kämpfen, polnische Niederlage, nach 17 Tagen Rückkehr nach Lodz, Mittelschule, 1938 Arbeit in der Textilindustrie, von Kriegsausbruch bis November 1939 nicht gearbeitet, im Dezember wieder zu Arbeiten begonnen, Emil Eiser, Gebrüder Schweickart, Führeransprache im Radio, Akkordarbeit, Bemerkungen über verlorene Zeit, SA-Mann Bruno Sismil, Polizei sucht Szulak in der Wohnung, polnischer Polizist auf der Straße verlangt Ausweis, Polizeirevier, Gestapogefängnis, Verhör: Aussage von Bruno Sismil, Radogosch 10.05.1940, Abbe-Fabrik, 24.05.1940 Abtransport im Güterwaggon, Brot und Wasser, voller Waggon, keine Möglichkeit die Notdurft zu verrichten, SS, Siegmund Szelinski, Gschisz Munik, Sokol, Ankunft in München am 25.05.1940, Brauereiwerbung, Weiterfahrt nach Dachau, Zeitungsberichte über das Konzentrationslager (KZ) Dachau 1926 in der Zeitung "Orendovnik", 26.05.1940 Antreten auf dem Güterplatz des Dachauer Bahnhofs, über Nacht dort gestanden, Lagerkommandant Hauptsturmführer Zill, Kommunionskinder, Kirchenglocken, "polnische Heckenschützen", Postenhütte, Führerheim, Hauptwache, Türme, Sicherheitswerkstätte, Haare scheren, Baden, Einkleidung, rote Winkel, Nummer, Quarantäneblock 13, Stube 1, Blockältester Robert Gercke, Stubenältester Riemann, vier Wochen Quarantäne, Gymnastik am Morgen, Exerzieren und Singen, 01.07.1940 Arbeitsblock 28, Block 30, polnische Pfarrer, weitere Verlegungen, am Ende Block 8 Stube 1, Blockältester Max Fick, Kapo, Arbeit in der Gärtnerei, Blumenbeete gepflegt, Kollege Feschner, Gärtnereistraße der SS, Angst vor Prügelstrafe wegen schlechter Arbeit, auf Revier wegen Magenbeschwerden, Arbeit auf der Plantage, zusätzliche Brotration für die Arbeitskommandos, Tagesablauf auf der Plantage, Morgenappell, 03:40 Uhr aufstehen, Kaffeeholen, Laufschritt, Rauchen, Brot vom Vortag, Kaffee auf dem Block getrunken, Aufräumen, Abspülen, Löffel und Schüssel, Rapportführer, Appellplatz in Zehnerreihen, Singen deutscher Lieder, Abrechnung durch Blockführer: Gesunde, Kranke, Tote, Rapportführer: Remmele, Trenkel, Senksis, Lagerkommandant, Kapos, "Alles an die Arbeit!", Arbeitskommandos, Gewächshäuser, Blütenblätter gesammelt und getrocknet, Medikamentenherstellung, Kommando Garagenbau, Schweinestall in der Nähe, Essen organisiert, Verpflegung am Mittag und am Abend, Zigaretten, Konto mit Geld von Eltern oder Angehörigen, Einkaufsmöglichkeit: Papier, Bleistifte, Tabak, Arbeitseinsatz, Lagerläufer, Lagerälteste, Lagerkapo, Kantine, Holzschnitzerei, verschiedene Arbeiten im Lager, Hilfsarbeiter beim Garagenbau, Schubkarre, Lage des Garagenbaus, SS-Kaserne, Lagerläufer: Sepp Mörtl und Hans Meiler, Lagerältester Georg Scherer, Lagerkapo Henschel, Zettel von Mörtl für Arbeitskommando Holzhof 02.09.1940, Schreinerei in alter Pulverfabrik, Bretter getragen, Gattersäge, Abrechnung der Bretter, Mathematik-Kenntnisse, Arbeit in der Halle, Abort, Holzlagerplatz im Wildpark, Schnee im Winter 1942, Holzplatz angelegt an der Amper, sudetendeutscher Hauptscharführer, verschiedener Charakter der SS-Leute, bis zum 24.04.1945 auf dem Holzplatz gearbeitet, die letzten Tage im Lager verbracht, 29.04.1945 Befreiung Dachaus durch die US-Army, Arten von Häftlingen: rote, schwarze, grüne Winkel, Anzug für Hauptscharführer organisiert, Staschek, ein Dutzend Röcke, Abladen von Lebensmitteln, Kleider für Zivilisten genäht, Organisation im Lager, um Brot gebettelt, Kontakte zu Familie Steinbichler, drei Kinder: Christel, Willi, keine Bestrafungen auf dem Kommando, Prügelstrafen auf anderen Kommandos, selbst in 5 Jahren nicht einmal eine Ohrfeige von einem SS-Mann bekommen, nur einmal Prügel von Blockältestem Max Fick, 13.11.1940, seitdem Seh-, Hör- und Zahnprobleme, wegen falscher Übersetzung einer Bemerkung übers Essen verprügelt worden, Schläge mit dem Bügelbrett, tags darauf kommen Lagerältester Scherer und Lagerkapo Henschel und verprügeln Blockältesten, Solidarität unter den Häftlingen, Regelung von derartigen Vorfällen durch die Häftlinge selbst, Zusammenhalt in den Arbeitsblöcken unabhängig von der Nationalität, Informationen über den Kriegsverlauf, keine Briefe mehr aus dem Osten, 19.01.1945 Befreiung von Lodz, Vorbereitungen, um das Lager zu verbrennen, Fässer mit Teer, Vorbereitungen der Häftlinge um dem Feuer entkommen zu können, Fenster, Kanalisation, Befreiung durch Amerikaner, Jeeps von zwei Seiten, Plantage und Jourhaus, toter Häftling Patalas durch Querschläger, 29.04.1945, Johann Michalski, zusammen das Lager verlassen, Zivilkleidung in Präzifix versteckt, bei deutscher Familie gewohnt bis 01.07.1945, dann Arbeit bei der amerikanischen Armee in der Küche, Augsburg, UNRRA-Team 108 in München als Dolmetscher, dort bis zum 12.09.1946 gearbeitet, Transport nach Polen am 25.09.1946, Djedic, Posen, Lodz, keine Träume vom Lager, zum achten Mal beim Befreiungstag in Dachau, erstmals 1982.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
02.05.1999
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.