Zeitzeugen berichten

Hans Taschner Kaufmann, KZ-Überlebender

Signatur
zz-0903.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1934

Im hier gezeigten Ausschnitt schildert Hans Taschner die Misshandlungen, die ihm bei einer Vernehmung während seiner Inhaftierung im Konzentrationslager Dachau zugefügt wurden.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Hans Taschner, geführt am 23.11.1999, über seine sozialistische Prägung ab den 1920er-Jahren, seine Verhaftung durch die Gestapo 1934 und seine Einweisung ins KZ Dachau, seinen Kriegsdienst im Zweiten Weltkrieg und den beruflichen Neubeginn nach 1945.

Biogramm

Hans Taschner wurde 1911 in München geboren und absolvierte eine Kaufmannslehre. Bis 1930 arbeitete er als Kaufmännischer Angestellter. 1933 verlor er mit der Auflösung der Münchner Arbeiterwohlfahrt durch die Nationalsozialisten seine dortige Anstellung. Anschließend war er als Vertreter für eine Münchner Firma im Rheinland tätig. Aufgrund seiner Kontakte zum Internationalen Sozialistischen Kampfbund wurde er im Mai 1934 verhaftet und in München-Stadelheim interniert. Trotz eines gerichtlichen Freispruchs wurde er im Dezember 1934 ins Konzentrationslager Dachau überstellt und musste dort in verschiedenen Kommandos Zwangsarbeit leisten. 1939 wurde Hans Taschner zur Front entlassen und war als Soldat in einer Nachrichteneinheit bis 1945 im Kriegseinsatz. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte Taschner nach München zurück und fand erneut Anstellung in seiner ursprünglichen Firma. Von der Funktion eines Treuhänders gelang ihm der Aufstieg zum Prokuristen und über den Teilhaber zum Alleinbesitzer der Firma. 2013 verstarb Hans Taschner in Inning am Ammersee.

Inhalte

Vater: Inhaber Filiale Konsum Sendling-München, Gewerkschaft, SPD-Mitglied – Jugendzeit in München – Rote Radler – Grundstück in Schlagenhofen am Wörthsee 1932 – Kaufmannslehre – Zentralverband der Angestellten: Jugendgruppe/Bildung – Internationaler Sozialistischer Kampfbund (ISK): Zeitschrift Funke, Kontakt – Arbeit in Versandhaus, Entlassung wegen Gewerkschaftsversammlung – Firma Gustav Schneider & Sohn: Kohlenverkauf – Arbeitssuche – NS-Machtergreifung 30.01.1933 – SA: Besetzung des Gewerkschaftshauses 1933 – Mitglied in der Arbeiterwohlfahrt: Mitgliederliste – Angestellter der Krawattenfabrik Weller & Staudenmeier 01.01.1934 – Gestapo: Hausdurchsuchung, Verhaftung im Mai 1934 – Vernehmung, Haft: Wittelsbacher Palais, Stadelheim, Corneliusstraße, Neudeck – Einlieferung ins KZ Dachau am 20.12.1934 – Aufbau, Häftlingsgruppen – Ehrenhäftlinge – Strafen – Bau des neuen Lagers – Arbeitskommandos: Kiesgrube, Lagerschreiber, Lagerausbau, Kleiderkammer (Schubraum) – Vernehmung: Pfahlhängen – Verurteilung wegen `Meuterei´: 25 Stockhiebe (Bock) und vier Wochen schwerer Arrest (Bunker) – 50. Geburtstag Adolf Hitlers: Amnestie – Entlassung am 20.04.1939 – Meldepflicht – Arbeit in alter Firma – Deutsche Arbeitsfront (DAF) – Attentat auf Hitler vom 08.11.1939 – Zweiter Weltkrieg: Ausbildung als Funker in Augsburg-Pfersee (drei Monate) – keine Vereidigung – Friedrichshafen, Fliegerhorst-Kompanie Landsberg – Ausbildung als Peiler in Brieg, Breslau – Tätigkeit als Funker – Kriegseinsatz in Frankreich, vor Stalingrad und in Rumänien: Funkwagen – Unteroffizier – Kriegsgefangenschaft: Lager Brieg: Entlassungsschein – Rückkehr nach München, Schlagenhofen – zerstörte Wohnung in München – Treuhänder der Firma Weller & Staudenmeier – Gründung eigener Firma: Krawattenfabrik – Ruhestand, Übergabe der Firma 1981 – Umzug nach Schlagenhofen 1984, Wichtige beschriebene Personen (Auswahl): Ludwig Koch – Wick Lenzer – Leonhard Nelson – Joseph Wagner – Thomas Mann – Rudolf Steiner – Hans Lehnert – Gustav Schiefer – Erhard Auer – Hans Beimler – Toni Ammer –Willi Eichele – Graf Dümmele-Eckard – Ernst Röhm – Adolf Hitler – Karl Fiehler – Franz (?) Klingseisen – Kuno Riecke – Kurt Schumacher – Willy Grimm – Alfons Gorbach – SS-Scharführer Neuss – Hans Loritz, Lagerkommandant – Kurt Eisner – Graf Arco-Valley – SS-Scharführer Musch – Georg Elser – SS-Rapportführer Rudolf Höß.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:30 h
Aufnahmedatum:
23.11.1999
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.