Zeitzeugen berichten

Franz Mörtl Widerstandskämpfer, KZ-Überlebender

Signatur
zz-1054.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1936

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Franz Mörtl von seiner Ankunft im KZ Dachau und den dort ausgeübten Strafen (Krummschließen).

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Franz Mörtl, geführt am 07.02.2001, über die Widerstandsaktivitäten seiner Familie im "Dritten Reich", seine Verurteilung zu Zuchthaus wg. „Vorbereitung zum Hochverrat“ gemeinsam mit seinem Vater und seinem Bruder, seine Haft im Konzentrationslager Dachau gemeinsam mit seinem Bruder Josef, sein Einsatz als Soldat in Nordafrika und sein Überlaufen zu den US-Truppen, seine Kriegsgefangenschaft in den USA sowie seine Rückkehr nach Weiden.

Biogramm

1913 in Weiden geboren, Familie sozialdemokratisch orientiert, nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten brachte er zusammen mit seinem Bruder Josef Mörtl illegal sozialdemokratische Zeitungen aus der Tschechoslowakei nach Bayern, Mai 1934 Verhaftung gemeinsam mit seinem Bruder und seinem Vater, Verurteilung aller zu Zuchthaus vom Oberlandesgericht in München wegen Vorbereitung zum Hochverrat, nach Entlassung im Juni 1936 ins KZ Dachau eingeliefert, Beschäftigung v.a. in der SS-Kantine, Aufbau einer sozialdemokratischen Gruppe um Kurt Schumacher gemeinsam mit seinem Bruder, der im KZ als „Lagerläufer“ eingesetzt war, 1939 Entlassung aus dem KZ Dachau, 1940 Einberufung in die „Bewährungseinheit 999“ der Wehrmacht, Einsatz dieser Strafkompanie in Nordafrika, in Nordafrika übergelaufen zu den US-Amerikanern, nach der Rückkehr aus der US-Kriegsgefangenschaft 1945 in Weiden und ab 1962 bis zur Pensionierung in Regensburg als Stadtkämmerer tätig.

GND: 1067337342

Inhalte

Vater: Porzellandreher/Baugenossenschaft/Sozialdemokrat/ Betriebsratsvorsitzender Firma Bauscher, Elternhaus/Jugendzeit in Weiden, Turn- und Sportverein Weiden, Abitur 1932, Musterung als Marineingenieur-Offiziersanwärter 1932, NS-Machtergreifung 30.01.1933, Verbot der SPD 22.06.1933, Widerstand: Kurierdienst-Schriften aus der Tschechoslowakei, Gestapo: Verhaftung 11.05.1934/Untersuchungshaft Nürnberg, Oberlandesgericht München: 6. Prozessteil der illegalen SPD 1934 Verurteilung 04.02.1935: Vorbereitung zum Hochverrat, zwei Jahre Einzelhaft in Straubing, Schutzhaft/Einlieferung ins KZ Dachau Juli 1936, Ankunft, Arbeitseinsatz Planierung/Fußbodenleger, Lageralltag/Tagesablauf, Strafen, Arbeit in der SS-Kantine, Reichspogromnacht 09.11.1938: Jüdische Transporte ins KZ Dachau/14 Tage Stubenältester in Baracke mit Juden, Häftlingsselbstverwaltung/Lagerläufer/Arbeitseinteiler, Verhältnis zwischen Sozialdemokraten und Kommunisten, Häftlingsbücherei: Mein Kampf/Völkischer Beobachter, Kontakte in der SS-Kantine, Verhalten der SS-Wachen, Kontakte zu anderen Häftlingsgruppen, Struktur Lager I, Rolle/Aufgabe des Bruders: Josef Mörtl, Lagerhierarchie, Kontakte zur Außenwelt, Firmen, Entlassung 20.04.1939: Amnestie, Holz- und Kohlengeschäft der Familie in Weiden, Betriebsbuchhalter bei Steatet-Magnesia in Hohenbrunn, Hochzeit, Einberufung zur „Bewährungseinheit 999“ der Wehrmacht am 15.10.1941, Zweiter Weltkrieg: Kriegseinsatz in Kairuan/Tunesien, Desertion, Kriegsgefangenschaft in den USA: Camp Wallace/Houston und Camp Livingstone/Louisiana, Aufbau/Alltag/Arbeit Lager, New York Times/deutscher Wehrmachtsbericht, SS-Rollkommando/Femegerichte, Militärgericht Camp Galveston, Kriegsgefangenenschule in Rhode Island, Rückkehr nach Weiden, „selected citizen of Germany“, Stadtkämmerer in Weiden und Regensburg, Langzeitfolgen aufgrund der KZ-Haft, Wichtige beschriebene Personen (Auswahl): SS-Oberführer Loritz, SS-Hauptbannführer Weißenborn, SS-Oberscharführer Wieland, SS-Haupt-/Oberscharführer Moser, SS-Haupt-/Obersturmführer Weiß, Arbeitseinteiler Edi Lehmann, Lagerkommandant/SS-Standartenführer Baranowski, Kurt Schumacher, Klaus Schorsch, Karl Böhm, Victor Matejka, Fürsten von Hohenlohe, Brüder, `Prominenz der Schuschnigg-Regierung´, Endemann, späterer Bürgermeister von Amberg, Ohler, Kriminalsekretär Politische Polizei Nürnberg, Max Gruber, Bürgermeister in Weiden, Oberbürgermeister Habauer in Weiden, Pöllmann, späterer Oberbürgermeister von Marktredwitz, Stadtkommandant Gainer in Weiden, Dr. Pfleger, Oberbürgermeister in Weiden.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:00 h
Aufnahmedatum:
07.02.2001
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.