Zeitzeugen berichten

Hans Gasparitsch Widerstandsaktivist, KZ-Überlebender

Signatur
zz-0913.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1945

Hans Gasparitsch erzählt im hier gezeigten Ausschnitt, wie Gefangene verschiedener Konzentrationslager im Frühjahr 1945 auf den Transporten und Todesmärschen aus den geräumten Vernichtungslagern im Osten im KZ Buchenwald halt machten und dort zum Teil verstarben.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Hans Gasparitsch, geführt am 17.09.1998, über den Widerstand der Jugendgruppe "Rote Falken" gegen das NS-Regime, seine Verhaftung 1935 und die Internierung in verschiedenen Konzentrationslagern sowie die Befreiung 1945.

Biogramm

Hans Gasparitsch wurde 1918 in Stuttgart geboren und war von der Arbeiter-Jugendbewegung und deren vielfältigen kulturellen und sportlichen Aktivitäten geprägt. Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten und den sofort einsetzenden politischen Kampagnen wurde die Jugendgruppe immer mehr in die Illegalität getrieben. Nach einer Malaktion werde er 1935 verhaftet, zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt und anschließend in das Konzentrationslager Dachau eingeliefert. Nach der Internierung im KZ Flossenbürg vom September 1939 bis Mai 1940 kam er wieder ins KZ Dachau zurück und erlebte sowohl das „alte“ wie auch das „neue“ Lager. Nach einer Denunziation wurde Gasparitsch ins KZ Buchenwald deportiert, wo er am 11.04.1945 die Befreiung erlebte. 1946 Mitbegründer der "Schwäbischen Volksjugend", ab 1947 Herausgeber der "Freien Jugend", 1947 Mitbegründer der VVN Südwestdeutschland, 1949/50 Abitur in Jena, Journalismus-Studium in Leipzig, 1953-1956 Redakteur der KPD-Zeitung "Volksstimme", nach dem KPD-Verbot 1956 illegal für die Partei aktiv, als Milchladenbetreiber und Bauzeichner tätig, 1960-1967 Fernstudium der Architektur, anschließend bis 1980 Arbeit als Bauingenieur. Vorstand des Trägervereins des Dokumentationszentrums Oberer Kuhberg in Ulm. 2000 Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. 2002 verstarb Hans Gasparitsch in Stuttgart.

GND: 1012701336

Inhalte

Eltern: Handwerker – Erster Weltkrieg/Versailler Vertrag – Jugendzeit in Arbeiterviertel in Stuttgart – Kulturorganisationen der Arbeiterbewegung: Naturfreunde – humanistischer Atheismus – Jugendweihe 1932 in Stuttgart –Oberschule, Realschule, Ausbildung zum Schriftsetzer 1932 – sozialistische Jugend der Falkenbewegung: Rote Falken – Arbeiter-Illustrierten-Zeitung (AIZ) – NS-„Machtergreifung“ 30.01.1933 (Machtübernahme durch die Nationalsozialisten) – Versammlungen KPD/SPD – Militarismus – Hitlerjugend (HJ) – Wandergruppe, Kommunistische Partei-Opposition (KPO) – Widerstand: Flugblätter, Schriften, Konspirative Treffen, am 14.03.1935 Losungen im Stuttgarter Schlossgarten – Verhaftung durch die Gestapo – Jugendprozess vor dem Oberlandesgericht Stuttgart März 1936 – Weiße Rose – 2 ½ Jahre Haft in Strafanstalt Ulm – Schutzhaft: 1937 Einlieferung ins Konzentrationslager Welzheim, 4 Wochen, SA-Wache – Reichssicherheitshauptamt (RSHA) – Überstellung ins KZ Dachau am 15.11.1937 – Ankunft: SA-Wache, politische Abteilung, Gestapostelle – KZ-Nummer 13.027 – Lagerschreibstube – Funktionen, Struktur des alten Lagers Dachau – Waffen-SS – Arbeitskommandos – „Reichskristallnacht“ (Reichspogromnacht) am 09.11.1938: Inhaftierung der Juden – Zweiter Weltkrieg: Polenfeldzug, Ausbildung der SS in Dachau – Überstellung ins KZ Flossenbürg 27.09.1939: Arbeit im Steinbruch – Ruhrepidemie: Quarantäne – „Tretmühle“ – Rückkehr ins KZ Dachau am 02.03.1940: KZ-Nummer 709 – 1940/41 Kantineneinkäufer auf einem Polenblock – Verpflegung im Lager – Schwarzmarkt – „Geist der Lagerstraße“ – Kultur/Freizeit: Musikquartett/Lagerorchester – KZ-Bordell – 1942/43 Selektion, Massentötung: „Muselmänner“ – Transportlisten für Vernichtungslager: Revier, Lagerschreibstube – Verhältnis zwischen Kommunisten und Sozialdemokraten – Internationale Solidarität – Rotes Kreuz – illegale Lagerleitung – Lagerschreiber, Lagerläufer: Zählappell, Jourhaus – Exekutionen, Strafen: Bunker (wegen illegaler Arbeit 1944) – Wannseekonferenz am 20.01.1942 – KZ Buchenwald: Todeskommando Steinbruch, Effektenkammer – Luftangriff auf Steinbruch im KZ Buchenwald –Todesmarsch – Lagerwiderstand, Befreiung des KZ am 11.04.1945 – Displaced Persons – Erleben der Freiheit – Langzeitfolgen, Wichtige beschriebene Personen (Auswahl): Karl May – Adolf Hitler – John Heartfield – Elisabeth Schikora – Karl Wilhelm – Heinrich Himmler – Lagerkommandant (u.a. KZ-Welzheim) Karl Buck – Hermann Baranowski – Martin Weiß – Hermann Pister – Victor Matejka – Kurt Schumacher – Alfred Haag – Julius Schätzle – Ludwig Herr – Ludwig Soswinski – Rudolf Kalmar – Fritz Löhner-Benda – Erwin Geschonnek – Ludwig Soswinski – Gustl Müller – Karl Hans Bergmann – Brunau Rege – Joseph Mörtl – Willi Bleicher – Hershel Zweig.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
3:00 h
Aufnahmedatum:
17.09.1998
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.