Zeitzeugen berichten

Walter Feuchtwanger Bankier, Emigrant

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zz-0416.04
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Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Walter Feuchtwanger über seine aus Breslau stammende Mutter Rea (Rebecca) Kluß, die in den 1920er-Jahren als Tanzlehrerin "deutsche Körperkultur" unterrichtete und dabei auch Nationalsozialisten als Schüler hatte.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Walter Feuchtwanger vom 02.09.1987 in München, im Rahmen des Projekts Jüdisches Leben, über seine Jugend in Deutschland, seine Emigration nach Palästina und die politischen Probleme im Nahen Osten.

Biogramm

1916 in München geboren. Wilhelmsgymnasium München. 1935 nach Palästina emigriert, Wohnort Tel Aviv. Nach dem Zweiten Weltkrieg in Brasilien, dann 1956/57 nach Deutschland zurückgekehrt. Bemühte sich darum, die Olympischen Spiele 1972 nach München zu holen. 1999 verstorben.

GND: 1073210618

Inhalte

Wilhelmsgymnasium München, Dr. Königsdorfer, antisemitische Bemerkungen, wurde Schulleiter 1933, Schule verlassen, Sport: Jungmeisterschaft 1932 in Nürnberg, 800m, 1500m-Lauf, Turnverein Jahn, Lauf Grünwald-München, Adolf Hitler, 1934 Nachtfahrten, NSKK (Nationalsozialistisches Kraftfahrerkorps), Artikel im „Stürmer“, Mutter Deutsche, Vater Jude, Roman von Lion Feuchtwanger "Erfolg", Parallelen zur Familie, bayerische Mentalität, Familie seit 1452 in Bayern, Familie Anfang des 19. Jahrhunderts nach München, Lektüre von Hitlers "Mein Kampf", 1932 kurzzeitig in Palästina, einberufen als Skilehrer 1933/34, Grund zur Auswanderung, fast alle Verwandten ausgewandert, der letzte am 31.08.1939, Fall Bernheimer, Beziehungen zu Nationalsozialisten, mexikanischer Konsul, Hermann Göring, Palästina-Leiter, einige jüdische Häftlinge aus dem Konzentrationslager Dachau freibekommen, Dr. Brümpe, Strauß, über Lindau mit Geld 15 Leute freibekommen, Dezember 1935 endgültige Auswanderung, 48 weitere Juden wurden eingezogen, gute Sportler, Arbeit in der Milchwirtschaft, Krankheiten: Malaria, Typhus, Onkel aus der Bankbranche, zwischen 1933 und 1935 Bankgeschäft gelernt, Bankkaufmann, Feuchtwanger Bank, Westminster Bank, rekrutiert im Range eines Majors, Passiv Defense Control of Israel, Haganah, Informationen aus den KZ, viele glaubten es nicht, Flüchtlingsschiffe abgewiesen, "Mein Kampf" gelesen, ohne Hitler kein Staat Israel, Erklärung von Belfour, Abgeordneter Grossmann, Mutter: Künstlerin Rea (Rebecca) Kluß, Körperkultur, jüdisch und deutsch, Nazischüler, Auftritte im Prinzregententheater, Münchner Nationaltheater, Schauspielhaus, Ostermesse 1932 in Innsbruck, Haushälterin, Begeisterung für Katholizismus, Zionist geworden, Angst vor Verhaftung des Onkels 1933, landsmannschaftliche Verbundenheit auch in Palästina, Identitäten, Reichsbund der jüdischen Frontsoldaten, Ben Gurion, Begriff Nationalsozialismus - Besuch bei Lion Feuchtwanger in Amerika 1951, Redetour im Auftrag Israels und der Handelskammer, Los Angeles, zu Besuch beim Tee, Informationen für Familienstammbaum, Rückkehr nach München zu Reparationsverhandlungen, Ben Gurion, Shawed, Eschkol, Bank neu eröffnet auf Wunsch der israelischen Regierung, antisemitischer Brief, Banklizenz, Fragebogen, Handelsrichter, Bremauer - Wissen über Verbrechen, Verleugnungen, Geschichtsunterricht, Verhältnis zwischen Juden und nichtjüdischen Deutschen, Verfolgungen, Assimilierung, Jesus, Flavius Josephus, jüdische Geschichte, Jiddisch, Holocaust, Juden in Bayern, Probleme in Palästina vor allem Ärzte, Rechtsanwälte, Rückkehr, Anfeindungen, Olympia 1972, Wandel der Israelsicht in Deutschland, Palästinenserprobleme, 1967, Friedensplan, Allon, Peres, 1973 Jom Kippur Krieg, Verhältnis Juden-Araber, Stammbaum der Familie Feuchtwanger, 1762 Seligmann Feuchtwanger.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:02 h
Aufnahmedatum:
02.09.1987
Sprache:
deutsch