Zeitzeugen berichten

Helga Weissová-Hosková KZ-Überlebende, Künstlerin

Signatur
zz-1181.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt erzählt Eva Weissová-Hosková von ihren im KZ Theresienstadt angefertigten Zeichnungen.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Eva Weissová-Hosková, geführt am 17.03.2007 in Prag, über ihre Internierung im KZ Theresienstadt und im Arbeitslager Freiberg/Sachsen.

Biogramm

Helga Weissová-Hosková wurde1929 in Prag geboren und im Dezember 1941 als 12jähriges jüdisches Mädchen ins Konzentrationslager Theresienstadt deportiert. Sie befolgte die Ermahnung ihres Vaters „Zeichne, was Du siehst!“ und dokumentierte aus der Sicht eines Kindes den Alltag der Menschen im Ghetto. Sie lebte drei Jahre in Theresienstadt und wurde 1944 mit ihrer Mutter nach Auschwitz deportiert, kam kurz darauf in das Flossenbürger KZ-Außenlager Freiberg und dann ins KZ Mauthausen. Nach der Befreiung kehrte sie nach Prag zurück und absolvierte ein Studium an der Kunsthochschule.

GND: 123614473

Inhalte

1929 geboren, Jüdin, Demokratische Tschechoslowakei, Präsident Masaryk, keine Unterschiede, 15.03.1939, deutsche Okkupation, Rassismus, Verbote für Juden, nach der 4. Klasse, Schulausschluss, "Judenstern", Jugendzeit im Protektorat, nach zwei Jahren Beginn der Deportation - Deportation ins KZ Theresienstadt, ehemalige Festung, schwer zu fliehen, "Modell-Getto" zu Propagandazwecken, Deportation, drei Tage Zeit, nur 50kg Gepäck, Sammelstelle in Prag 7, Holeschowice, Transportnummern, nach Geschlechtern getrennt in Kasernen untergebracht, jüdische Selbstverwaltung, Versuch die Kinder zu schützen, Kinderheime - Infrastruktur des KZs, einfache Architektur, Längs- und Querstraßen, Geheimer Unterricht, Lehrer und Künstler, 140000 Menschen, 15000 Kinder - Die Zeichnungen, Alltag, Mädchen die Schneemann bauen, Künstlerin Friedl Dekabranda, andere Künstler, Kleine Festung, politisches Gefängnis, drei Jahre in Theresienstadt, über 100 Zeichnungen, Onkel bis zum Kriegsende in Theresienstadt versteckt und rettet so die Bilder, ab 14 in der Landwirtschaft gearbeitet - 1944 verstärkte Deportation nach Auschwitz, zusammen mit Mutter im Viehwaggon, Vater war bereits deportiert, Schock bei Ankunft, Sträflingskleidung, Baracken, Schornsteine, Selektion der Arbeitsfähigen, entkleiden, Haare scheren, duschen, Mutter nicht erkannt, zehn Tage in Auschwitz, immer wieder Selektionen und Zählappelle, Transport nach Freiberg in Sachsen - Leben im KZ-Außenlager Freiberg, ehemalige Porzellanfabrik, Flugzeugteile, sehr wenig zu essen, Gras gegessen, April 1945 russische Front rückte näher - Transport ins KZ Flossenbürg war nicht mehr möglich, daher Transport ins KZ Mauthausen, 12, 14 Tage unterwegs, wieder wenig zu Essen, in Tschechien zum Teil etwas von der Bevölkerung bekommen, 5 Tage in Mauthausen ohne Versorgung - Befreiung durch Amerikaner und Rückkehr nach Prag, Bekannte, Krankenhaus wegen Typhus, keine Wohnung, Vater wohl in Auschwitz ums Leben gekommen - Alltagsleben im Konzentrationslager in Zeichnungen festgehalten - Die Situation der Kinder im KZ, Gemeinschaftsgefühl unter den Kindern bis heute Freundschaften, inszenierter Rot-Kreuz-Besuch, Zeichnen um "allein" zu sein, erste Liebe, Tanzabend, "Stille Post" - Die Transporte, Hannover-Kaserne, Hygiene, Hilfe für Ältere, Kulturleben - Transport nach Osten - Die Situation im Außenlager Freiberg, warm aber Wanzen, zweimal durch die Stadt marschiert, Verhältnis zur Mutter - Leben nach dem Krieg, kaum Interesse der Tschechen am Schicksal, Dekret für die alte Wohnung, Schule und Studium nachgeholt, Künstlerin, Entschädigung.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:00 h
Aufnahmedatum:
17.03.2007
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.