Zeitzeugen berichten

Dr. Otto von Habsburg Europa-Politiker

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zz-0674.01
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Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)

Im hier gezeigten Ausschnitt spricht Otto von Habsburg über den Grundgedanken der Europäischen Union und vergleicht ihn mit dem Österreichisch-Ungarischen Ausgleich von 1867.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Dr. Otto von Habsburg, geführt am 12.01.2000 im Rahmen des Projekts Bayern und Ungarn, über seine frühesten Kindheitserinnerungen an die letzten Tage der k.u.k.-Monarchie, das Exil seines Vaters Kaiser Karl I. auf Madeira, seine Studienzeit in Belgien, das Erlebnis der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten 1933 in Deutschland, Pläne zur Regentschaftsübernahme in Österreich und den Kampf für die Idee der Europäischen Einigung nach 1945.

Biogramm

1912 als Otto von Habsburg-Lothringen, Sohn von Erherzog Karl, dem letzten Kaiser von Österreich und König von Ungarn geboren, Odyssee durch Europa, 1935 Promotion in Politischen Wissenschaften, Emigration in die USA, ab 1945 Europapolitiker, 1973-2004 Internationaler Präsident der Paneuropa-Union, 1979-1999 über CSU-Liste Mitglied des Europaparlaments, 1997-1999 Alterspräsident des EU-Parlaments, 2011 verstorben.

GND: 118699873

Inhalte

Kindheit in Österreich-Ungarn, erste Erinnerungen: Besuch bei Kaiser Franz Joseph in Schönbrunn 1916, Tod und Begräbnis von Franz Joseph, Besuch auf Flugplatz, Besuch Kaiser Wilhelms II., Königskrönung des Vaters in Budapest, Krönungshügel vor der Mathiaskirche, Theresien-Ritter, Reichenau, Zusammenbruch bei Kriegsende 1918, Graf Hodig, Reise nach Preßburg mit dem Donauschiff von Eckartsau, zweite Reise, Gödöllö bei Budapest, Gründung der Kossuth-Universität in Debrescen, mit dem Auto nach Wien zurückgebracht, November 1918, englischer Oberst Summerhaze zum Schutz, Oberst Trott, im März 1919 Österreich verlassen, Druck der Alliierten und der österreichischen Regierung Renner - Odyssee nach dem Zusammenbruch: Schloss Wachteck bei Rohrschach/Schweiz, Bronjain am Genfer See, Restaurationsversuch des Vaters, Hertenstein am Vierwaldstetter See, zweiter Restaurationsversuch, mit dem Zug nach Lissabon, von dort nach Madeira im Januar 1922 - Kaiser Karl I.: schwierige Situation bei Thronbesteigung, Sixtus-Briefe, Kontakte mit Frankreich, Gespräche zwischen dem südafrikanischen General Smuts und Graf Revertera, Völkermanifest, Ausgleich von 1867, Erzherzog Franz Ferdinand, Rekonstruktion der Monarchie, Karl I. starb am 01.04.1922 auf Madeira - Conférence des Embassadeurs, materielle Unterstützung durch Portugiesen, Einladung des Königs von Spanien, Schiff "Infanta Isabell", nach Cadiz gebracht, Prado in Madrid, Lequetio an der Biskaya/Baskenland, Palacio Uribarren, Hilfe der Benediktiner in Ungarn, Bononholmar, Erzabadosch Remig, Lehrer geschickt, deutsche und ungarische Gymnasialausbildung parallel, Prüfung, Luxemburg, Französisch gelernt, Englisch, Universität Löwen (Leuwen/Louvain/Belgien), Steenockerzeel, Studium der Politischen Wissenschaften, Teil der juristischen Fakultät, schnell studiert, Doktorarbeit, Berlin, Agrarinstitut bei Prof. Sering, 1933 Berlin verlassen, Gespräche mit politischen Parteien, Treffen mit Adolf Hitler abgelehnt, "Mein Kampf" gelesen, schlechtes Deutsch, kaum jemand hatte es gelesen, Friedensreden Hitlers, Prinz August Wilhelm von Preußen, Hermann Göring, Besuch bei Reichspräsident Paul von Hindenburg - Begegnung mit Hitler: Wahlveranstaltung auf dem Berliner Alexanderplatz, Massenhypnose, Gregor Strasser, Redetechnik, Hitlers Gespür für sein Publikum, Kanzler Schleicher, Chance zur Verhinderung Hitlers, Reichstagsmehrheit von KPD und NSDAP, in Lindau mit österreichischen Persönlichkeiten getroffen, den Alpenrand entlang gefahren bis Mittenwald, „Machtergreifung“ (Machtübernahme durch die Nationalsozialisten) am 30.01.1933, Änderung der Beflaggung, Sirgenstein, Bregenz, Fahrt an die Universität in München, Chefredakteur des "Geraden Wegs" im KZ Dachau interniert, Mann von der Staatspolizei riet zum Verschwinden, mit dem Zug nach Belgien - politische Situation im Österreich der 1930er Jahre: Anschlusspläne Deutschlands, in Brief gegen NS Stellung bezogen, Sozialdemokraten, Schoberblock, Landbund, Christlich Soziale Partei, Heimatblock, private Wehrverbände, Heimwehr, Schutzbund, Kontakte auch zu bayerischen Parteien, Emigranten in Österreich, Herr von Hildebrandt, Krieg gegen Sozialdemokraten, Februarereignisse, Monarchisten, Dollfuss, Ernst Karl Winter, Eifler, Seitz, Benes, Schuschnigg, Armee und Kirche, Widerstandszellen gegen den Nationalsozialismus, Kontakte, Strasser, Dollfuss-Mord, ab 1936 zeichnete sich militärisches Vorgehen gegen Österreich ab - Die politischen Aktivitäten bis 1939: Ermordung von Dollfuss 1934, Schuschnigg, Konzept einer breiten Basis, Bauernbund, Landeshauptmann von Niederösterreich Reiter, SPÖ, Gewerkschaften, damals Notwendigkeit des bewaffneten Widerstandes gesehen, Herbst 1937 Unterstützung Italiens verloren, Haltung Frankreichs und Englands, Henderson, von Neurath, Ermutigung von London zur Übernahme Österreichs, Unterstützung Frankreichs, Emigranten in Frankreich gut behandelt worden, Kontakte nach Amerika über Bayern, Kontakte in Belgien, Papiere von Besprechung Hitlers über Kriegspläne in Jagdhaus in den Ardennen übergeben, junger Geistlicher Grabe, US-Botschafter in Paris William Bullet, Roosevelt, Amerikabesuch im Frühjahr 1939, Herzog Albrecht, Haus Wittelsbach, 1938 Bereitschaft nach Wien zurückzukehren, Bereitschaft zum Widerstand, Brief an Schuschnigg, General Zehner, von Wiesener, Briefwechsel mit Schuschnigg wurde publik, Präsident Wilhelm Miklas, Kontaktleute kamen ins KZ: Brüder Hohenberg, Wiesener, Wertmann, Geld um Referendum zu organisieren, Bittner bringt Geld nach Wien - Thronverzicht, Coudenhove-Kalergi, europäische Einigung, nach dem Zweiten Weltkrieg Reisen, Arbeit als Journalist, Heirat 1951, verschuldet wegen der Arbeit für die Befreiung Österreichs, Vortragstourneen in Amerika zur Refinanzierung, in Pöcking/Bayern niedergelassen - politische Kontakte nach 1938: Ausland, deutsche Armeekreise, Kirche, Pater Muckermann, Kontakte in Frankreich, Amerika, Bullet - Emigration in die USA, Kontakte in Washington, Kontakte zu Polen, General Schikowski, General Suskowski, Zihanovsi, Kontakte nach Ungarn, Bruder Karl-Ludwig, Dibo Eckart, 1940 Kontakte zu Daladier, Hilfe für Emigranten, Evakuierung vorbereitet, portugiesischer Generalkonsul in Bordeaux erteilt nach französischer Kapitulation noch Visa, Bekanntschaft mit Franco durch Besuch bei König Alfons XIII., Franco: getaufter spanischer Jude - Emigration in die USA: "ungarischer Botschafter" zusammen mit von Eckart für Roosevelt, Kontakte nach Ungarn, wechselnde Regierungen: Deleki, Kaloj, Lokotosch, Fischer, Baloschi, erst 1944 Pfeilkreuzler an der Macht, Vertrauen Roosevelts auf amerikanische Wirtschaftskraft, Einfluss Benes, Hacha, Masaryk, Hacha verschaffte Benes Gelder, Rede gegen die Vertreibung der Deutschen, Library of Congress, Salzmann im bomb target command, über Einfluss bei Roosevelt Bombardierung Österreichs hinausgeschoben, Sekretärin Roosevelts Chris Dolly, Österreich-Politik in den USA - Der Gedanke der Donauföderation, Paneuropa, Coudenhove-Kalergi, Einheit bei Erhaltung der Vielfalt, Ausgleich 1867 - Die Bedeutung der Doppelmonarchie für Europa, Kultur des Ausgleichs, Nationalitätenrecht, Namibia, mährischer Ausgleich, Sudetendeutsches Institut in Regensburg - Die Besatzungskonzeption für Österreich, Konferenz von Quebec, Unterlagen von Lokotosch für Roosevelt, Felix Somarik, Henry Morgenthau, Teilungsplan für Österreich, Idee einer französischen Zone, Churchill aus dem Bett gejagt, Rückkehr nach Österreich nach dem Krieg, französische Zone: Tirol, Vorarlberg, Ausweisung auf russischen Wunsch, belgischen Pass verloren, Paneuropa-Union, zum Präsidenten gewählt worden, Giscard d'Estaing, europäische Wahlen - Der Weg ins Europaparlament, Heinrich Aigner, Prinz Konstantin von Bayern, doppelte Staatsbürgerschaft, Kandidatur, Unterstützung durch CSU, Brandt, Goppel, Strauß, Ausschüsse, Haushalt, Recht, Erweiterungsfragen - Das Paneuropäische Picknick in Sopron 1989: Ungarn 1956, Tod von Kadar, Reise nach Ungarn, Einladung der jüdischen Gemeinde in Budapest, Menschenandrang, Debrescen, "Demokratisches Forum", Sohn Georg, Tochter Walburga, Idee des Paneuropa-Picknicks in Sopron, Cilla von Böselager, ungarischer Vizepremier Poszgay, Wasz, Grenzöffnung, Erklärung von Gyula Horn, Verpflichtung des Hauses Habsburg, 1997 Alterspräsident des Europäischen Parlaments - Charakterisierung des Europäischen Parlaments - Die Zukunft des Parlaments, weit weg von den Menschen, viel Einfluss, wenig Macht, Zunahme der Lobbyisten, Veränderung der Zusammensetzung, wenig Erfahrung aus der Wirtschaft, Erfahrung des Alters, Islamische Akademie, Papstbesuch in Marokko, Subsidiaritätsprinzip, Jalta - Die politische Heimat in Europa: Bayern, Severinsäule in Künzing, Bedeutung Bayerns für den Donauraum, Ehrenbürger von Gödöllö, Ehrenbürgerschaften, Bedeutung der Beherrschung mehrerer Sprachen, Bilanz zur Zeit im Europaparlament, Ingo Friedrich.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
2:00 h
Aufnahmedatum:
12.01.2000
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.