Zeitzeugen berichten

Walter Fleischmann Emigrant, Reitlehrer, US-Besatzungssoldat

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zz-0317.02
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Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg

Im hier gezeigten Ausschnitt spricht Walter Fleischmann davon, wie sich auch seine Familie trotz der zunehmenden Diskriminierungen nicht vorstellen konnte, die deutsche Heimat verlassen zu müssen.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Walter Fleischmann zum Projekt Geschichte und Kultur der Juden in Bayern - Jüdische Zeitzeugen, aufgenommen in München am 08.01.1988.

Biogramm

Walter Fleischmann wurde 1920 in Bamberg geboren und floh im Juli 1939 vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten in die USA. 1942 trat er in die US Army ein und gehörte zu den US-Besatzungstruppen in Deutschland. 1947 kehrte er in die USA zurück. Er starb 2002.

Inhalte

Großvater aus Prichsenstadt/Franken, landwirtschaftliches Anwesen, dort 1925/26 zu Besuch, Vieh- und Pferdehandel, Synagoge, kleiner Ort, gesellschaftlich integriert, Großfamilie, Vater: Pferdehändler in Bamberg, stark national eingestellte jüdische Gemeinde, Synagoge, Hainstraße, Fabrikanten Löbl, Kahn, Bankhaus Wassermann, Café Schützenhaus, Vater während des Ersten Weltkriegs in der Remontenbeschaffung tätig, alle Onkel im Feld, man fühlte sich deutsch-national, Graf Schönborn, Familientreffen, jüdisch als Konfession, Veränderungen Ende der 1920er Jahre, Hitlerjugend HJ wurde aktiver, Beschimpfung als "Saujud" durch Klassenkamerad, Ausflüge, Marschkolonnen, sportlich fit, jüdische Mitschüler an Bäume gebunden und beschimpft, dazwischen gegangen, Hauptmoorwald in Bamberg, Turnierreiter, Reklame fürs Reitturnier, Vater wehrte sich mit Reitpeitsche gegen Beschimpfung eines besoffenen Arbeiters, Bierkrug im Roten Ochsen, Anzeige 1933, Kriminalpolizei, Kriminalkommissar Petzolt, Freund der Familie, Leiter der Gestapo, Warnungen, Bruder von HJ verprügelt, HJ-Führer Schaller - 1935 von Eltern nach Dänemark geschickt, ehemaliger Geschäftspartner des Vaters bei der SS, Erpressungsversuch, schwarzer Horch, Petzolt im Nebenzimmer, Petzolt nahm sich nach Einmarsch der Amerikaner das Leben, SS-Mitglieder in Bamberg meist mit krimineller Vergangenheit, in Nürnberg und Würzburg schlimmere Zustände, Zwangsverkauf des Betriebs des Onkels Ludwig Fleischmann, 1938 nochmals in Bamberg, Onkel Max nahm sich im KZ Dachau das Leben, Mithäftling Siegmund Strauß aus Kulmbach, Auswanderung in die USA, Jugendfreund des Vaters: Philip Mohr bürgte, Braumeister, Affidavit, deutsches Viertel, New York, Führerschein, Arbeit im Schlachthaus, Probleme mit der Gewerkschaft, Arbeit als Reitlehrer, Onkel, Betteln bei Bekannten für Bürgschaften für Verwandtschaft, Wartenummern, Eltern emigrierten 1939, Tod des Onkels im Konzentrationslager Dachau Schock für die Familie, kein kollektives Gefühl der Juden, Vater blieb zeitlebens Europäer - Eintritt in die US Army, Afrika 1942/43, England, Patton, Calais, Baston, Tschechien, nach Kapitulation nach Landshut und Vilsbiburg, Gründe warum der Vater nicht nach Deutschland zurückkehrte - 1942 Eintritt in die US-Army, Staatsbürgerschaft, Panzereinheit, nicht zur Air Force zugelassen, Afrika, in England beim Geheimdienst wegen Deutschkenntnissen, Verwandter in England Straßburger, D-Day, Rückkehr zur Panzereinheit, Vormarsch bis in die Tschechoslowakei, von Bayreuth mit dem Jeep nach Bamberg, Schwarzer Adler, Frau Lindner, Hertha Schleh, Anna, schöner Tag, Heimat, Besatzung in Vilsbiburg und Landshut, Sicherheitsoffizier, Einsatz für Deutsche, versteckte Juden in Vilsbiburg, Massaker im Wald, Exhumierung der Toten, Aufbahrung am Friedhof, Bevölkerung musste sehen, was passiert ist, Beerdigung, Reaktion der Leute, Gefühle bei der Rückkehr in Deutschland, in den 1960ern noch viele überzeugte Nationalsozialisten, Behandlung auf dem Ausländeramt.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
0:30 h
Aufnahmedatum:
08.01.1988
Sprache:
deutsch