Zeitzeugen berichten

Walter Gad Guggenheim Gärtner, Palästina-Emigrant

Signatur
zz-0312.03
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte, Augsburg

Walter Gad Guggenheim betont die tiefe Verwurzelung der Palästina-Emigranten in der deutschen Kulturtradition und die Schwierigkeiten der Assimilierung in der neuen Heimat.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Walter Gad Guggenheim über die Geschichte und Kultur der Juden in Bayern - Jüdische Zeitzeugen, aufgenommen in München am 17.08.1987.

Inhalte

Jugend in Nürnberg, Judentum bewusst gelebt, Probleme begannen erst mit NS-Propaganda, Julius Streicher und „Der Stürmer“, Familie fühlte sich deutsch, Zentralverein der Juden in Deutschland, Reichsbund jüdischer Frontsoldaten, Verein deutschstämmiger im Ausland, Einfluss der deutschen Klassiker: Schiller, Lessing, zionistische Bewegung, deutsch-jüdischer Jugendbund, jüdischer Arbeitsdienst, Lehrgut Nollendorf (Neuendorf), Bedrohung durch NS-Bewegung, antisemitischer Lehrer im Gymnasium, Pöbeleien und Rempeleien, „Stürmer“-Schaukästen, Gefühl der Angst, 1933 Nürnberg verlassen, Suche nach Antwort, zionistische Bewegung, Juden nach Palästina, Notwendigkeit eines handwerklichen Berufs zur Emigration nach Palästina oder Kapitalszertifikat, Hachschara, Vorbereitung auf landwirtschaftlichen Beruf, Neuendorf, zwei Gruppen Zionisten und deutsch-jüdische Jugend, Hoffnung auf Siedlung in Deutschland, Gärtner, Stelle in Ellgut in Oberschlesien, Fränkel, Roman von Gerhard Hauptmann "Vor Sonnenuntergang", im Abstimmungsgebiet NS-Gesetze erst 1937 gültig, Hierarchie auf dem Gut, Elevenzeit, als landwirtschaftlicher Assistent zurück nach Nollendorf (Neuendorf), landwirtschaftlicher Unterricht, Gut Winkel, Abschlusszeugnisse, Reichsvertretung der Juden Deutschlands, Ende der 1930er-Jahre Verkauf des Guts, Schock, SS kaufte das Gut, Dr. Salpeter, Entschädigung für Gutsbesitzer bei Ravensbrück, Großindustrieller Klingspor, schlechter Verwalter eingesetzt, Kontrolle durch Gestapo, Verstärkung der Schikanen, Luftschutzübungen, Hitlerrede 1939, Ausbruch des Zweiten Weltkriegs, Musterung für Wehrmacht, Ersatzreserve 2, illegale Auswanderung nach Kriegsausbruch, mit dem Zug nach Wien, Donaudampfer bis Solina am Schwarzen Meer, Barkasse, gecharterter griechischer Frachtdampfer, im Frachtraum untergebracht, von Oktober 1939 bis Ende Januar 1940 unterwegs, gerissene Ankerkette, Wassermangel, von Engländern an den Dardanellen gestoppt, Briten übernahmen das Schiff und brachten es nach Haifa, Angst nach Mauritius gebracht zu werden, Haganah, Internierungslager der Briten, Befragungen über Deutschland, ein halbes Jahr interniert, Briten stoppten die jüdische Einwanderung, über Aklyd nach Doganya gegangen, Kibuz, Informationen über den Holocaust, Versuche Juden zu retten, Hanna Sennisch, Bombardierung Haifas und Tel Avivs, viele junge Juden meldeten sich zur britischen Armee, Chaim Herzog, Krisensituation in Palästina, Unruhen mit den Arabern, Peel-Report, Teilungsvorschlag, deutsche Kultur mit in die Emigration genommen, Probleme mit dem hebräischen Kulturkreis, Verband ehemaliger Bayern, Dachverband Zentra, Treffen mit deutschen Jugendlichen, keine Schuld aber Achtsamkeit, dass so etwas nie wieder passiert, Zielgruppe: Jugend in Bayern, Propst Dr. Friedrich, deutsch-israelischer Jugendaustausch, Menschen mit zwei Seelen.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Interview
Dauer:
1:30 h
Aufnahmedatum:
17.08.1987
Sprache:
deutsch