Die ersten Dominikaner kamen Anfang des 13. Jahrhunderts nach Augsburg. Nach der Aufhebung des Templerordens übernahmen sie 1313 dessen Kirche und Kloster am heutigen Predigerberg. Der dem Ideal der Armut verpflichtete Konvent wurde so recht vermögend und bestand in der Folgezeit nur aus Adligen.
Mit Massenpredigten und Massenbeichten entfalteten die Dominikaner eine rege Tätigkeit. Hinzu kam die geistliche Betreuung der Dominikanerinnen von St. Katharina, St. Ursula und St. Margareth.
Um 1500 wurden der Konventtrakt und die Klosterkirche völlig neu erbaut. Während der Reformation mussten die Dominikaner von 1534 bis 1548 die Stadt verlassen. Nach ihrer Rückkehr nahm das Kloster einen beständigen Aufstieg zu wissenschaftlicher und geistlicher Blüte. Namhafte Familien der Reichsstadt förderten den Konvent und errichteten in der Klosterkirche ihre Grabkapellen.

Römisches Museum, Augsburg
Blick auf das Kloster von Osten, Stich von Jeremias Wolff, 1720

Stadtarchiv Augsburg
Klosteranlage 1626, Ausschnitt aus dem für den Steuerumgang bearbeiteten Stadtplan von Wolfgang Kilian, wahrscheinlich 1660

Privatbesitz
"Bulla Sanctissimi Jubilei", päpstlicher Ablassbrief zugunsten des Klosters St. Magdalena, 1515 (Auszug)
Prior Johannes Faber (1470-1530) erwirkte von Papst Leo X. und vom Kaiser das Recht, in den Jahren 1514 und 1515 einen Ablass zu predigen. Der Erlös floss in den Neubau der Kirche.
Die Urkunde und das Papstwappen wurden 2002 im Einband eines Buches gefunden.

Römisches Museum, Augsburg
Gedächtnistafel für Kaiser Maximilian I., 1519
Maximilian hatte den Augsburger Dominikanern zunächst die gewinnträchtige Verkündung des Ablasses verboten und gedroht, alles bereits gesammelte Geld zu beschlagnahmen. Prior Johannes Faber konnte die Rücknahme des Verbots erreichen. 1519/20 ließ er anlässlich der Wahl Kaiser Karls V. deshalb die "gulden stain" - vier Gedenktafeln für Kaiser Maximilian I., seinen Sohn Philipp. und die Enkel Karl und Ferdinand - anbringen.

Römisches Museum, Augsburg
Stifterstein, 1515
Die Tafel ist den Augsburger Familien gewidmet, die durch ihre Spenden den Bau der Kirche ermöglichten.
Die Ausstellungstafeln mit Bildern und Texten finden Sie hier:
Säkularisation