Stichwörter: Tallit, Tallit(h), Tallith
Gebetsmantel, der von männlichen Betern (über 13 Jahre) beim Morgengebet und bei anderen religiösen Verrichtungen angelegt wird. Dient auch zum Einhüllen der Toten
Aus: Siehe der Stein schreit aus der Mauer
Jüdischer Gebetsmantel: Viereckiges, gesäumtes Kleidungsstück mit Troddeln (Zizith) an jeder Ecke, das während des Morgengottesdienstes (Schacharit) über der Kleidung getragen wird. Aschkenasim und Sephardim haben verschiedene Traditionen in der Trageweise und der Beschaffenheit ihres Tallit. Daneben gibt es den kleinen Tallit, der von orthodoxen Juden unter den Oberkleidern während des gesamten Tages getragen wird (Tallit Katan, dt. "Gebetsschal“). Grundlage ist das 4. Buch Moses (15,38): "Rede zu den Kindern Israels und sage ihnen, dass sie sich eine Quaste an die Zipfel ihrer Obergewänder machen, in ihren [künftigen] Geschlechtern, und eine Schnur von blauem Purpur an der Quaste des Zipfels befestigen". Bei der Beerdigung werden jüdische Männer in ihr Totengewand und einen Tallit gehüllt. Da sie nicht länger an die Gebote Gottes erinnert werden müssen, wird einer der Schaufäden entfernt.
Quelle: Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Hg.): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/2: Unterfranken. Lindenberg im Allgäu 2021, S. 1667. // Israel Schwierz: Steinerne Zeugnisse jüdischen Lebens in Bayern. Eine Dokumentation. 2. Aufl. München 1992 (= Bayerische Landeszentrale für politische Bildung A85), S. 368.
Aus: Jüdisches Leben in Bayern
(hdbg.eu/juedisches_leben)