Stichwörter: Aschkenas, Aschkenasim, aschkenasisch
Von hebr. Aschkenas: Deutschland; Bezeichnung für mittel- und osteuropäische Juden, soweit sie nach Herkunft und Tradition durch das deutsche und (nord)französische Judentum bestimmt sind. Im Unterschied dazu Sefardim, sefardische Juden, die ihren Ursp
Aus: Siehe der Stein schreit aus der Mauer
Aschkenas, pl. Aschkenasim, Adj. aschkenasisch: In der Bibel (Buch Genesis 10,3) war Aschkenas einer der Söhne von Gomer und Noahs Enkel. Von ihm sollen nach der großen Flut die Völker Zentraleuropas abstammen. In der rabbinischen Literatur des Mittelalters wurde der Begriff als geographische Bezeichnung für die deutschsprachigen Gebiete des Heiligen Römischen Reichs gebraucht. Deshalb wird der Begriff "aschkenasisch" zuweilen auch mit "deutsch" übersetzt, was jedoch zu kurz gegriffen ist. Nach der Emigration von Juden aus dem Reichsgebiet ab dem 13./14. Jahrhundert weitete sich die Bezeichnung auf alle Juden in Nordfrankreich, England und Norditalien sowie später auch Osteuropa aus, die sich mit regionalen Abwandlungen eine gemeinsame Kultur teilten. Die aschkenasischen Juden unterscheiden sich beispielsweise von Juden aus dem muslimischen Mittelmeerraum ("Sefarden") unter anderem in der Liturgie des Gottesdienstes, aber auch in der Aussprache des Hebräischen und Aramäischen.
Quelle: Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Hg.): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/2: Unterfranken. Lindenberg im Allgäu 2021, S. 1659.
Aus: Jüdisches Leben in Bayern
(hdbg.eu/juedisches_leben)