Zwischen 1942 und 1945 kam es zu 12 Luftangriffen, bei denen 10% der Stadt zerstört wurden. Am 26.04.1945 sprengten deutsche Soldaten drei Brücken, einen Tag später wurde Ingolstadt an die US-Truppen übergeben. Die Kriegslücken in der Innenstadt wurden geschlossen, neue Trabantensiedlungen errichtet. Insbesondere die Ansiedelung von Auto-Union (später Audi) sowie von Raffinerien veränderte die Wirtschaftsstruktur Ingolstadts nachhaltig. 1968 hatte sich die Einwohnerzahl mit 69.973 gegenüber 1939 verdoppelt.
Angriffe
• zwischen 28. Februar 1942 und 25. April 1945: etwa 12 Luftangriffe auf Stadt und Umland
• 09. und 21. April 1945: schwerste Angriffe
Tote und Verletzte
• 625 Tote
Schäden
• durch Luftangriffe am 09. und 21. April 1945: größere Schäden im Stadtzentrum, in der Munitionsfabrik und rund um den Bahnhof
• Zerstörung insgesamt:
- 10% der bebauten Fläche der Stadt
- 176 Häuser
• Beschädigung insgesamt:
- 2.737 Häuser
Flächenschäden:
• im Bereich östlich des Rathausplatzes bis zum Schloss
Kriegsende
• 26. April 1945: 3 Brücken durch deutsche Einheiten gesprengt
• 27. April 1945: Übergabe Ingolstadts an die US-Armee
Ausgangslage
Einwohnerzahlen:1946: 36.764
1954: 45.484
1955: 46.051
1961: 53.405
1968: 69.973
• 1946: 1.400 Heimatvertriebene in der Flandernkaserne untergebracht
• 13. September 1950: 5.938 Heimatvertriebene (40.523 Einwohner insgesamt)
Wiederaufbau
Pläne und Ideen:• Charakter der Stadt sollte erhalten bleiben
• dennoch keine Rekonstruktion der zerstörten Häuser
• Wiederaufbau nach Dringlichkeit:
- Wiederherstellung der Verbindung zwischen Stadtzentrum und dem Südviertel mit dem Hauptbahnhof
- Bau einer Behelfsbrücke über die Donau
- Schutt- und Trümmerbeseitigung
- Behebung von Kriegsschäden am Straßen- und Kanalnetz
• nach Kriegsende:
- flächenmäßige Abräumung des Gebiets zwischen Rathaus und Schloss
- Instandsetzung von teilbeschädigten Wohnungen und Häusern
- Vergrößerung des Rathausplatzes
- Freifläche östlich des Rathauses
- Wiederaufbau der Kirche St. Anton und St. Moritz
• 1946: Bau einer Holzhaussiedlung mit 28 Doppelhäusern
• 1948:
- Gründung des Ingolstädter Wohnungshilfswerks aufgrund der anhaltenden Wohnungsnot
- Gründung der gemeinnützigen Wohnungsbaugesellschaft mbH
• nach 1948:
- neuer Stadtteil im Norden und im südöstlichen Stadtgebiet mit neu erbauten Kirchen
- nur an 3 Stellen der Innenstadt Bau moderner Wohnkomplexe auf Ruinengrundstücken
Geschäftsgebäude
Geschäftsgebäude
Zerstörung: 04.1945Kirchen und Klöster
Franziskanerklosterkirche (ehem. kath. Augustinerklosterkirche) und Klostergebäude Ingolstadt
Kirchen und Klöster
Zerstörung: 09.04.1945Kath. Kirche St. Anton Ingolstadt
Kirchen und Klöster
Zerstörung: 11.04.1945Wiederaufbau: 1945-1947
Residenzen, Schlösser und Burgen
Residenzen, Schlösser und Burgen
Zerstörung: 04.1945Wiederaufbau: 1947-1952;1965-1976;1982-1983
Öffentliche Gebäude
Öffentliche Gebäude
Zerstörung: 1945Gouvernementsgebäude Ingolstadt
Öffentliche Gebäude
Zerstörung: 04.1945Wiederaufbau: 1957-1960
Öffentliche Gebäude
Zerstörung: 1945Wiederaufbau: 1954-1957
Heilig-Geist-Spital Ingolstadt
Öffentliche Gebäude
Zerstörung: 04.1945Wiederaufbau: 1950
Öffentliche Gebäude
Zerstörung: 09.04.1944;21.04.1944Literatur
BESELER, Hartwig / GUTSCHOW, Niels: Kriegsschicksale Deutscher Architektur. Verluste – Schäden – Wiederaufbau, Neumünster 1988, S. 1363.
HEMMETER, Karlheinz: Bayerische Denkmäler im Zweiten Weltkrieg. Verluste – Schäden – Wiederaufbau, München 1995, S. 75.
STADT INGOLSTADT (Hrsg.): Ingolstadt baut auf. Ein Rechenschaftsbericht. 1945 bis 1960, Ingolstadt 1961, S. 7 - 100.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1952. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1952, S. 490.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1955. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1955, S. 18.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 18.
WAGNER, Bernd: Im Zweiten Weltkrieg. Bomben auf Ingolstadt, in: Ingolstädter Heimatblätter. 48. Jahrgang, Nr. 4/1985, S. 13 - 20.