Transkription

Hie sind geschriben sogetanew recht vnd saetze von der ler vnd von der raete der pesten bvrger von der stat ze Bvrchausen vnd wellent si also staet behalten. Des ersten setzend si vmb vntzvcht, wie man den puzzen schvle der ein vntzvcht tut. Des ersten setzent si, swer den andern wunt dvrchels wunden, der pezzer dem richter daz mit einem phunt phenning, dem chlager auch mit einem phund, vnd di werichen wunden pezzer nach der zwelifer rat. Vnd ein lem wider di andern, oder schol pezzern mit fvmf phunden. Ein todslag wider den andern. Der mawelslag ein phunt, dem richter ains vnd dem chlager ains, vnd swer dem andern haimsveht, der schol geben dem richter zwelif schilling, dem chlager zwelif schilling. Swer ein mezzer oder ein swert zucht, der geit ze wandel LXII denarios vnd gewinne des chlagers huld. Swer der ist, der dvrich rechtes schaiden swert oder mezzer zvcht, der schol daz bewaeren mit seinen vingern, daz er is dvrich ander nicht getan hab. Swer verbotenew wart spricht, der geb dem richter ein halbs phunt vnd dem chlager als vil, vnd swer bvrger ist, der schol dem richter nicht vergwizzen vmb die verbotenew wart. Swelich chint hinder zwelif jaren ist, der vntzvcht schol nieman richten won vater vnd mveter vmb dew deuf; daz ste an des richters gnaden, swie er in puzze, vnd di bvrger.
Darnach setzent si von nachtetzen, vnd swer dem andern seinen diener entwirist.
Jz schol auch dehain leitgebe von dehaines bvrgers chinde noch von dehainem seinem anwalt nicht mer weren phantes, won als er oberhalb der gvrtel ist enphangen. Swer aber mer von im wert, der ist schuldich dem richter XXX denarios, der stat XXX, dem scherigen II. Swer dem andern sein chnecht oder sein diern, ee seiner zeit, entwirist, der ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen zwen. Swer dem andern an seinem chauf vberwurif, der ist schuldich dem richter vnd der stat LXII denarios vnd leg enem seinen schaden ab. Swer dem andern nachtetzt in wisen oder in panvelden, der ist schuldich dem richter ein phunt vnd dem chlager ains. Js sint verboten alle ch�uf vor den toren vnd auf der prukk. Der daz brichet, der schol XXX ze wandel.
Darnach setzent si vmb die pechen.
Swelich pech pollein fvr semelein brot paecht, der ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen II denarios, vnd sweliher pech in dehainer nacht ich paecht, an vor Weinahten XIIIIor tag vnd vor Ostern XIIIIor tag, der ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor, vnd erlaubt aber iz der richter ze pachen in der nacht, so ist er schuldich der stat I pfunt. Swer ze chlain paecht, der ist schuldich XXIIIIor, vnd swer auch des drei stund in einem jar vberet wirt nacheinander, der schol dehains vailes prot in dem jar pachen, an des richters willen vnd �n der bvrger. Jz schol auch dehain peche nicht charens noch waitz chauffen, won als vil, als er verchauffen wil in den protischen. Js schol auch dehain peche dehain saltz nicht chauffen, er welle sich danne pachens abtuen, vnd chauff danne mit den andern, swaz er vergelten mug. Man schol alle zeit vber die pechen vier pvrger setzen, di ir mizzetat rugen an ir pachen, swelich pech der ist, der dehainem bvrger icht mit ret, ob si den chauf berueffent, der schol schuldich sein dem richter � und der stat � pfunt, dem scherigen IIIIor. Jz schol auch dehain fragener noch fragenerinne nicht pachen dehains vailes prot, oder er ist schuldich der stat XXX vnd dem richter XXX phenning. Swelih pech nicht pachen chvnne, der schol chauffen saltz mit den andern. Sweliher im daz fvr vbel hat, dem verbeut man daz pachen.
Dar nach setzent si vmb di fragener.
Swer aber der ist, der ab dem graben oder ab der pvrchmawer oder ab den zewn icht prichet, der ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor denarios. Jz schol auch dehain fragener von der stat in einer halben meil nicht chauffen, oder er ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor. Sweliher fragener auf dem marcht vor non icht chauft, vntz die bvrger alle gemarchten, der ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen II denarios. Jz schol auch dehain fragenstat an dem eritag vor der stat nicht sein, weder von saltz, noch von ander nicht, oder er ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor. Jz schol auch nieman dehain charen noch waitz chauffen, won auf dem marcht vnd nach dem gestrichen mazze vnd auch schaffe, oder er ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor. Swer der ist, der vor getraid icht chauffen wil, ee er iz ze hant wider verchauffe, wil aber er iz wider verchauffen, so schol er won vier phenning nemen ze gwinne von dem pechen vnd schol ims geben an alle widerred, oder er ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor. Dernach vmb di aufleger vnd vmb di saltzheren. Jz schol auch dehain aufleger weder saltz noch charen chauffen noch verchauffen, won nachatew fueder vnd chveffel, oder er ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor, oder er tue sich des auflegens ab vnd arbait mit den andern, swaz er welle. Sweliher bvrger vulle nimt von saltze, der schol dewselben vulle zehant invullen in di scheiben vnd nicht in den pevtel, oder er ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor. Jz scholen auch won di rechten fragener hew vnd fueter verchauffen vnd di bvrger nicht. Jz schol auch dehains bvrger chint noch hausfraw gemainschaft haben mit den fragenern. Jz schol auch der fragener nicht chauffen habern auf dem marcht, won von der bvrger chasten oder in dem gaev, weder halbs schaf noch gantz. Jz chol auch dehain fueterer dehainen nazzen chaufschatz nicht vail haben, weder saltz noch charen noch chveffen, oder er ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor. Swanne ein wagen mit getraid chomt in dew stat, so schol dehain bvrger nicht vailen noch auch in den wagen greifen, vntz daz der wagen stille gehab, oder er ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor. Jz schol auch dehain aufleger dehainen wahter haben, danne sich selben, in irre danne ehaft not, oder er ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor denarios. Swer auch in dew stat waitz oder charen oder habern vail fvert, swer des ersten darzv chomt, der schol iz chauffen, iz chom danne jeman dar zv, der iz mit welle haben, dem schal er sein gvnnen, mit im ze haben. Jz schol auch dehain bvrger nicht mer verchauffen danne XL scheiben, vntz daz iz vnder den saltzheren vmb chom, der inman XX.
Darnach vmb di fleischacher.
Jz schol auch nieman vailen dehain vleisch, won an dem rechten marcht, oder er ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor denarios. Vnd vber di flaischacher schvlen sein gesetzet IIIIor bvrger, di der flaischacher mizzetat rugen, sam vber die pechen. Redent aber si gein denselben bvrgern icht vntzvchtichleichen, so ist des wandels ein � pfund, dem richter vnd der stat � pfund, dem scherigen XII denarios. Swer aber in dev stat fuert chelber oder rinder, der schol daz verchauffen auf den aechsen, an allew wandel. Er schol aber ophel vnd bieren fvren in dew stat, swenn er wil. Jz schol auch der Juden vlaisch ninder vail sein, won vor den flaischtischen vnd auch daz phinnig flaisch, oder er ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor.
Darnach vmb di leitgeben.
Swer dehainem leitgeben icht auztrait vber seinen willen, ob er in dem gericht ist vnd er wol phantmaezzig ist, der richter schol dem leitgeben von sein selbs gvet gelten fvr den, der im da auz hat getragen. Hat aber er nicht, daz er vergelten mug, so schol man in dem richter hin wider antwurten. Jz schol auch des scherigen chnecht daz recht mas an seiner gvrtel tragen, vnd schol vor dem haus angiezzen, vnd hat er nicht daz recht mas, so ist er schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor denarios. Swelih leitgebe vor der fewerglokken icht schencht, an ob er gest hat, di des nachtes mit dem bvrger beleiben wellent in seinem haus vnd auch gest sein, der ist schuldich dem richter XXX, dem scherigen IIIIor.
Darnach vmb vnrede vnd vmb haimleich chaeuffe vnd waz der richter nemen schvl vmb vliezzent wunden.
Swer den andern zv einer vnred fuedert vnd bringet, der ist schuldich dem richter eins vreuels. Swer vngespraech oder vntz�chtich ist mit warten oder mit werchen, da schol der richter gewishait von nemen vnd vodern, also, daz er wol gezogen sei; ob er nieman ze pezzern hat, so schol man im dew stat verbieten. Man schol auch dehainem bvrger vmb vliezzent wunden noch vmb verigew red enphuren noch entragen, won vmb den todslag alain, im schol auch der richter gewishait haizzen tuen auf daz recht. Jz schol auch dehain bvrger vmb dehain vntzvht dem vitztum chlagen, daz der richter gerichten mug, iz sei danne vmb den todslag, oder iz entwachs dem richter. Wir wellen auch, swer sich vergezze mit vntzvchten gein den XIIer oder gein einem andern, der des wert ist, den leg der richter hintz dem scherigen oder auf den tvrn, vntz er sich gehvldig, vnd swer auch sich verg zze mit red gein den vorgenanten bvrgern, di geswaren habent, daz si daz beste tuen wellen, daz si mugen arm vnd auch reichen, der schol der stat vnd dem richter daz bezzern mit einem phvnde. Swer auch der ist, der von der bvrger chnecht oder diern haimlich icht chauft auz dem haus oder anderswa, der des vberet wirt, den schol man haben an eins diebes stat, vnd tuet dehains bvrgers chnecht oder diern dehain deufe, des schol er nicht engelten, mag er iz bringen.
Darnach von den wolleslahern vnd von dem graben tuech.
Swer volschew tvech ertzevgt mit rinderhar oder mit anderm har, der schol geben fvmf phunt vnd LX denarios, oder dew hant vnd daz tvech verbrennen. Jz schulen auch IIIIor bvrger da sein, da man daz grab tvech wuricht, daz iz an valsch sei; werent si aber vberret, daz iz valsch sei, daz schvlen si bvezzen nach der XIIer rat.
Darnach vmb notwer, vnd swer gevlohen ch�mt, vnd ob der richter wider di bvrger waer, vnd umb gelait.
Swelich man oder weip sich wert notwer seins leibes vnd daz bringen mag, als recht ist, der schol sein nicht engelten. Swelich man einen andern man vindet bei seinem weip vnd begreifet, swaz er dem manne oder der frawn tuet, des schol er nicht engelten. Swelih man gevlohen chvmt in eins bvrgers haus, da schol der richter noch sein chnecht nicht fvrbaz chomen, won f�r daz haus, vnd schol den wirt vadern, ob er daz recht welle tuen von dem flvhtigen manne; wil aber der wirt daz recht nicht tuen von im, so schol in der richter auz dem haus nemen, mag in aber der wirt vor bringen an sein geworhait, des schol er nicht engelten gein dem richterr. Ob der richter den XIIer bvrgern wider ist irs gebotes vnd ir gesch�ftes, daz schulen si bereden mit dem richter; hilft daz nicht, so ste vntz an den vitztum, von dem vitztum an den hertzogen. Swer versitzet daz fvrgebot, der ist schvldich dem richter XII denarios, vnd nach dem phant XII, vnd swer vergwizzet vmb gvlt XII. Jz schol auch dehain richter nicht gelaitz geben vmb gvlt oder vmb anders nicht, won mit der bvrger vrlaub oder mit des gescholen vrlaub. Js ist auch verboten auf truchem land alle plaetze; swer daz pricht, der ist schvldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen II. Swelih haus stet in der rinchmawr mit vnvertigen fraewelein, wellent si sich nicht bezzern nach des pharrers rat oder nach der XIIer rat, so schol iz dew gemain zestvren.
Darnach vmb fewer vnd umb brant.
Wir wellen auch, swa iz sich entzvnde, vnd wirt daz fewer von dem wirt nicht beruft oder von seinem ingesinde, vnd wirt er des vberwaerigt, so ist er dem richter schuldich XXX, der stat XXX vnd dem scherigen IIIIor. Swa auch sich ein fewer erheft, da schvlen di verristen bvrger zvlaufen, jeder man mit eine axe oder mit einer andern wer, vnd schvlen ein haus niderbrechen, da si sich versehent schaden davon ze chomen, vnd schvlen auch dazselb haus gelten nach der bvrger rat; swer des nicht tuet, der ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen IIIIor denarios. Js schol auch ein igleich man, der bvrger ist, je vber acht tag ein vas mit wazzer in seinem haus haben; swer des nicht hat, daz sein der scherigen nicht vindet, der schol dem scherigen acht phenning geben.
Darnach vmb �nchauf vnd vmb phantvng.
Js wellent auch die bvrger vnd habent sein des hertzogen brief, swer auf dem gaew gesezzen ist, der den bvrgern gelten schol, vnd stet der gelter an laugen, so schol der bvrger darvmb phenden, vmb swew man im, an laugen, ste an richter vnd an an (sic!) scherigen. Swanne auch man den genanten zesamen gebeut dvrich der stat not, swer daz versitzet, der dahaim ist, der schol geben XII phenning, di man vertrinch. Wir wellen auch, swer den vnchauf geit, der sei peche oder fragener oder fueterer oder flaischacher oder swelicherlai iz ist, vnd chvmt daz fvr den richter vnd fvr di XIIer, vnd daz ertailt wirt, daz iz vnchauf ist, der ist schvldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen II denarios.
Darnach swer dem andern icht schadens tuet in gaerten vnd in wisen vnd an aigen.
Wir wellen auch, swer den andern vindet vnd erwischt in seinem garten oder an seinen zewn im ze schaden, swelih zvht er in anleit vmb den selben schaden, der doch zeitleich ist, des schol er nicht engelten gein dem richter. Js schvlen auch alle aecher vnd wis, di getungt sint, vrid haben, di doch gevrid sint, oder er ist schuldich dem richter XXX, der stat XXX, dem scherigen II denarios. Sweliher auch dem andern auz seinem garten oder ab zewn oder ab andern seinem aigen icht enphvrt an ens willen, des daz gvet ist gewesen, in swelih haus man daz trait, wil er sich nicht bezzern, so ist der gemain darvber erlaubt. Hie ist daz ende. Swer pewelsleg tuet, der schol geben dem richter LXXII fvr ein vraeuel vnd gewinne des chlagers huld nach der bvrger rat. Js schol auch ein igleich wirt seinem gast geben fueter vnd hew vnd swaz er wil in seinem Haus.
Daz die saetze geschehen vnd geschriben sint ze Bvrchausen, des ist, da von Christes gebvrt waren tausent jar, drewhvndert jar, darnach in dem sibenten jar, an sant Benedicten tag.


Der Aufbau einer mittelalterlichen Urkunde

Urkunden dienten und dienen der Rechtssicherheit; feste Formeln sichern ihre Rechtswirksamkeit. Sie sind die wichtigsten Quellen für die Erforschung des Mittelalters. Geschrieben wurde sie in der königlichen Kanzlei. Die mittelalterlichen Urkunden haben einen dreiteiligen Aufbau: das eröffnende Protokoll, die Beschreibung des eigentlichen Rechtsakts im Kontext und das abschließende Eschatokoll.

Das Protokoll umfasst Chrismon und Invocatio.



Das Chrismon ist ein verschlungenes c-förmiges zeichen. Mit der Invocatio "In nomine sanctae et individuae trinitatis" wird gemäß dem mittelalterlichen herrschaftsverständnis Gott angerufen und zum Ausdruck gebracht, dass der König "im Namen der heiligen und unteilbaren Dreifaltigkeit" handelt.



In der anschließenden Intulatio nennt sich der König oder Kaiser, hier Heinrich II. als "Heinricus divina favente clementia rex", "Heinrich, König durch Gottes wohlwollende Güte". Das ist die jahrhundertelang geltende Titulatur.

Im Kontext, dem eigentliche Kern der Urkunde, wird mit der Publicatio darauf hingewiesen, dass der Rechtsakt "allen unseren Getreuen jetzt und in Zukiunft bekanntgegben wird: "Notum sit omnibus fidelibus nostris praesentibus scilicet et futuris".
In der Arenga oder Narratio wird die Rechtsgrundlage dargelegt. Der eigentliche Inhalt der Urkunde, zum Beispiel ein Grundstücksgeschäft, ist in der Dispositio niedergelegt. nimmt ausgeführt, gefolgt von der Pertinenzformel, in der die einzelnen in Frage stehenden Rechte formelhaft aufgezählt werden.
Mit der Corroboratio endet der urkundentext. Diese lautet formelhaft so: "Et ut haec nostrae auctoritatis pagina stabilis permaneat, eam manu propria roborantes sigilli nostri impressione iussimus insigniri" – "Um der Autorität … feste und unerschütterliche Dauer zu verleihen, haben Wir befohlen, diese durch Unsere eigenen Hand durch das Eindrücken Unseres Siegels zu unterzeichnen".


Im Eschatoll steht nun die Signumzeile. In dem aus den Buchstaben seines Namens zusammengezogenen Namenszeichen setzte der Herrscher von eigener Hand den sogenannten Vollziehungsstrich ein – eine kunstvolle Unterschrift, die beeindruckt.
Damit aber noch nicht genug. Die Rekognitionszeile stellt den Kanzleivermerk dar. Sie gibt Auskunft, welcher Kanzler und Erzkapellan als Notar an der Urkunde beteiligt war.
Nun wurde das Siegel angebracht – ein Abdruck der königlichen Petschaft auf Wachs oder Metall, das an einer Schnur angehängt oder durch einen Schlitz im Pergament gedrückt wurde. Im Siegelbild bleibt der Herrscher seinen Getreuen sozusagen als Person präsent. Ab dem 11. Jahrhundert zeigt es den Herrscher meist auf dem Thron sitzend.


Abgeschlossen wird das Eschatokoll mit Datum und Actum, also Ausstellungsdatum und Ausstellungsort, wobei die Datierung höchst kompliziert war. Angegeben werden die christliche Zeitrechnung, die antik-kaiserliche Steuereinteilung, genannt "Indiktion" sowie die eigenen Herrscherjahre. Das hier gezeigte Beisiel ist datiert auf: "Data kal. iul. anno dominicae incarnationis MII, indictione XV, anno vero domni Heinrici regis I; actum Suntheime", also "Gegeben an den Kalenden des Juli im Jahr 1002 der Fleischwerdung des Herrn (=1.7.1002), in der 15. Indiktion, im ersten Jahr des Herrn Königs Heinrich, geschehen zu Sontheim".


(Haus der Bayerischen Geschichte, www.hdbg.de.)




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