Kommunität Jesu Weg auf Schloss Craheim, Stadtlauringen-Wetzhausen
Nachdem 1968 in Schloss Craheim durch den Verein „Lebenszentrum für die Einheit der Christen“ (siehe dort) eine neue christliche Begegnungsstätte eröffnet worden war, folgte fünf Jahre später die Gründung einer weiteren evangelischen Gemeinschaft. Die methodistische Diakonisse und Probemeisterin Lore Scheurer (1928–2015) übersiedelte zusammen mit fünf weiteren Diakonissen nach Wetzhausen. Die sechs Krankenschwestern, die zuvor in der Bethesda-Klinik in Wuppertal-Elberfeld gearbeitet hatten, wollten eine neue Vereinigung ins Leben rufen. Mit ihrer Aufnahme in Schloss Craheim am 10. April 1973 gründeten sie unter der Leitung von Lore Scheurer die „Kommunität Jesu Weg“, eine stark spirituell und ökumenisch ausgerichtete Gemeinschaft, deren Mitglieder ihr Leben ganz auf Gott und den Dienst an den Mitmenschen ausrichten und in der Verantwortung füreinander zusammenleben. Die Schwestern engagierten sich von Anfang an in der Seelsorge, der Gästebetreuung und Organisation der Veranstaltungen des Lebenszentrums. Seit 1992 befindet sich das Lebenszentrum in Schloss Craheim im Besitz der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche in Bayern. Die „Kommunität Jesu Weg“, in der auch katholische und freikirchliche Ordensschwestern leben, ist ihr als evangelische Lebensgemeinschaft ebenfalls angegliedert. Die Schwestern trugen eine einheitliche Tracht. Sie waren im Schloss untergebracht; 1998 bezog die Kommunität ein eigenes Mutterhaus, das auf dem Parkgelände errichtet worden war, was das Zusammenleben ihrer Mitglieder in klosterähnlicher Gemeinschaft ermöglicht. Das neue Gebäude dient gleichzeitig als Exerzitienhaus und verfügt über einige Gästezimmer. Der Tagesablauf der Schwestern ist durch das gemeinsame und persönliche Gebet geprägt. Ihr Arbeitsbereich umfasst die Betreuung von Stille- und Meditationsseminaren. Einkehrtage, karmelitanische Exerzitien, Gebetstreffen und Bibelabende. Zwei Schwestern der Kommunität sind weiterhin für das christliche Tageszentrum tätig. Die Zusammengehörigkeit der Schwestern im neuen Mutterhaus mit den Schwestern im Schloss und dem katholischen Franziskushof wird durch die Zugehörigkeit zum „Ökumenischen Dienst e.V.“, dem Trägerverein, gewährleistet. Zur Kommunität der „Jesu-Weg-Schwestern“ gehören derzeit (2017) sechs Frauen im alter zwischen 31 und 75 Jahren, Leiterin ist Schwester Dr. Elisabeth Stahlschmidt.
(Christine Riedl-Valder)
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