Leutenbach, Weggemeinschaft Emmaus - Hilfe in Glaubens- und Lebensfragen
Aus einem Gesprächskreis von Mitarbeitern des „MissioCamp“ der Evangelischen Landeskirche in Haselbach in der Rhön, der unter Mitwirkung von Pfarrerin Christel Rüstau im Jahr 1977 stattfand, ging eine Gruppe von Studenten und Auszubildenden hervor, die sich zusammentaten, um ihren Glauben verbindlicher zu leben. Die Gruppe traf sich mit Pfarrerin Rüstau in Würzburg zu Bibellesungen und 1978 zu einem gemeinsamen Osterfest, an dem auch andere Jugendliche aus der evangelischen Landeskirche, der katholischen Kirche und verschiedenen Freikirchen teilnahmen. Weitere Zusammenkünfte fanden an den Wirkungsstätten von Pfarrerin Rüstau in Coburg und in Bamberg statt. Seit 1979 organisierte die Gruppe regelmäßig zu Silvester, Ostern und zu Semesterbeginn Veranstaltungen und Freizeitangebote, die Raum für Gespräche und für die Begegnung mit Gott und dem Glauben bieten sollten. Der Name „Weggemeinschaft Emmaus/Emmauskreis“ entstand 1979 während der Vorbereitungen für ein Seminar, das die Emmausgeschichte (Lk 24) zum Thema hatte. 1989 wurde ein Förderverein gegründet und 1991 eine verbindliche Ordnung für die Gemeinschaft festgelegt. Der Emmauskreis umfasste damals einen inneren Kern von rund 25 Personen, die aus verschiedenen Konfessionen kamen und sich in die Tradition reformatorischer Theologie innerhalb der Evangelischen Landeskirche in Bayern stellten. Ihre verbindliche Zugehörigkeit legten sie anfangs jährlich, später für bis zu 5 Jahre fest. Als gemeinsames Ziel wurde die Weitergabe der eigenen Glaubenserfahrungen und -erkenntnisse definiert. Die Aktivitäten wurden aus eigenen Mitteln und Spenden finanziert. Ein Zentrum der Gemeinschaft bestand zwischen 1981 und 1985 in Neuendettelsau, wo die Mitglieder erstmals zusammenleben konnten und sich genug Platz für interessierte Mitbewohner und Veranstaltungen bot. Ein interner Rundbrief, der Emmausbrief, dient seitdem der Information auswärtiger Mitglieder, Freunde und Förderer. Während ihrer beruflichen Tätigkeit in Niedersachsen und Hessen von 1986 bis 1992 organisierte Pfarrerin Rüstau weiterhin in Bayern Veranstaltungen und Tagungen der Gemeinschaft. Seit 1992 stand ein Anwesen in Unterzaunsbach (Lkr. Forchheim, Oberfranken) als neue Heimstätte zur Verfügung. Im Jahr 2000 erwarb der Emmauskreis das ehemalige Müttererholungsheim in Leutenbach (Lkr. Forchheim), das seitdem Sitz der Gemeinschaft ist. Das Haus bietet Einzel- und Gemeinschaftsexerzitien, seelsorgerische Begleitung und Beratung, Bibelseminare, ein jährliches Bibel-Erlebnis-Camp für Kinder, eine Osterfreizeit, sowie das Mitarbeiten und Mitleben in der Gemeinschaft für Interessierte an. Seit 40 Jahren leitet Pfarrerin Christel Rüstau den Emmauskreis; aktuell (2017) gehören ihm elf Mitglieder und ein größerer Freundeskreis an.
(Christine Riedl-Valder)
Link:
www.emmauskreis.de