Emmaus-Lebensgemeinschaft (ev)


 

GESCHICHTE

Hersbruck, Emmaus-Lebensgemeinschaft - Familien im christlichen Dienst

Im Jahr 1992 wurde in der St.-Thomas-Kirche in Altensittenbach (seit 1976 Stadtteil von Hersbruck) mit einem Einsegnungsgottesdienst unter Mitwirkung des evangelischen Landesbischofs Johannes Hanselmann (1927-1999) die Emmaus-Lebensgemeinschaft (ELG) gegründet. Es handelte sich dabei um eine Familienkommunität, die aus einem seit 1974 bestehenden Jugendkreis (seit 1980 Emmaus-Kreis mit bis zu 30 Mitgliedern) der Kirchengemeinde Altensittenbach hervorgegangen war. Ihre Mitglieder sind im Unterschied zur zölibatären, also ehelosen Kommunität verheiratet. Die beteiligten Familien lebten im eigenen Haus, gingen verschiedenen Berufen nach, waren jedoch in einem gemeinschaftlichen Lebensentwurf eng miteinander verbunden. Diese neue Struktur geistlicher Gemeinschaft innerhalb der evangelischen Kirche wird deutschlandweit durch rund 25 Gruppen (Stand 2004) repräsentiert. Sie bietet innerhalb der modernen Gesellschaft eine Ordnung, mit der man den Dienst für Gott und für den Nächsten mit dem eigenen Familienleben in Einklang bringen kann.
Das Zusammenleben der Emmaus-Lebensgemeinschaft war geprägt von regelmäßigen gemeinsamen Gebetszeiten, Bibellesungen und -gesprächen, Andachten, Gottesdiensten und einem sonntäglichen Plenum. Einmal im Monat wurde eine öffentliche Abendmahlvesper veranstaltet. Die einzelnen Mitglieder engagierten sich in ihrem persönlichen Umfeld für ein christliches Miteinander, in der Gemeindearbeit, besonders im Jugendkreis, in Kindergarten und Schule. Sie leisteten Unterstützung für Behinderte und in der Schwangerenkonfliktberatung, veranstalteten Seminare zum bruderschaftlichen Gemeindeaufbau, Diskussionen zu aktuellen politischen und gesellschaftlichen Themen. Ferner arbeiteten sie in der theologische Ausbildung und Forschung am Institut für Aszetik der Augustana Hochschule Neuendettelsau. Bis 1995 existierten die Musikgruppe „Emmaus-Band“ und ein Kultur-Café, das „Kaleb“ in Hersbruck. Die Gruppe organisierte ab 1979 eine offene Werkstattarbeit zur Unterstützung armer Kinder in Semarang, Indonesien und andere Projekte. 2004 gehörten fünf Familien zur Lebensgemeinschaft in Hersbruck. Die Leiter der Kommunität, Pfarrer Dr. Gerhard Knodt und Elmar Oertel, arbeiteten ab 2011 auch im Organisationsteam für das Treffen geistlicher Gemeinschaften und Kommunitäten innerhalb der evangelischen Kirche in Deutschland. Die Emmaus-Lebensgemeinschaft wurde 2016 aufgelöst.
(Christine Riedl-Valder)



 

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