Falkenstein, Pallottiner Missionshaus Hofstetten


 

GESCHICHTE

Falkenstein, Pallottiner-Missionshaus Hofstetten – Exerzitien und Erholung

 

Josef und Maria Meindl, die Besitzer des Erlhofs in Hofstetten, wünschten sich auf ihrem Anwesen die Ansiedlung einer Klostergemeinschaft. 1885 ließen sie die neugotische Kapelle „Zu den sieben Schmerzen“ errichten, die 1897/98 vergrößert und um einen Kreuzweg erweitert wurde. Pater Hermann Riederer vom Kapuzinerkloster Wemding weihte das Gebäude am 23. Oktober 1898. Nach dem Tod seiner Frau 1905 ließ der Witwer das Gotteshaus aufstocken, mit einer Orgel ausstatten und die Sakristei ausbauen. Da er keinen Orden fand, der sich auf dem Hof niederlassen wollte, vermachte Hermann Riederer sein Anwesen der Diözese Regensburg. Im Jahr 1914 siedelten sich Benediktiner aus Volders in Tirol, vertreten durch den Abt von Weltenburg, an. Die Gemeinschaft um den ersten Prior, Pater Chunibald Schneider, widmete sich der Erziehung bedürftiger Knaben. Da die Mönche das Gelände rigoros abholzten, warf man ihnen schon bald den Raubbau am Wald vor. Die Benediktiner befanden das Gut nach wenigen Jahren als zu klein für ihre Zwecke und übersiedelten 1918 nach Kirchschletten in Zapfendorf bei Bamberg.

 

1919 übernahmen die Pallottiner den Hof. Ab 1920 wurde das Gutshaus, das aus dem Jahr 1790 stammte, abgerissen. Die Brüder brannten die Ziegel für den Neubau größtenteils selbst und erhielten viel Unterstützung aus der Nachbarschaft. 1922 wurde der Grundstein zum Wohnhaus mit Hauskapelle gelegt; die Einweihung erfolgte am 20. September 1925. Zwei Jahre lang befand sich hier das Noviziat des Ordens, bevor es 1927 nach Olpe in Westfalen umzog. Danach verlegte man das Seminar für Spätberufene nach Hofstetten, das bereits 1930 nach Freising übersiedelte. 1948 übernahmen die süddeutschen Pallottiner von ihren norddeutschen Brüdern die Niederlassung. In der Folgezeit wurden die Baulichkeiten mehrfach modernisiert und eine abwechslungsreiche Gartenanlage geschaffen. Ab 1985 hat man den Altbau saniert; 1987 einen Neubau, der als Exerzitienhaus dient, eingeweiht. Östlich des Klosters führt neuerdings der Pallottiweg, gesäumt von Tafeln mit Textabschnitten des Vaterunsers und der Lehrsätze des Ordensgründers Vinzenz Pallotti, durch den Wald. Der Ordenssitz dient heute der Betreuung und Erholung von Förderern und Mitarbeitern des Pallottiwerks, zur Unterstützung der Missionare in der ganzen Welt, für Meditationstage und Bildungsveranstaltungen.

 

(Christine Riedl-Valder)

 

 

Link:

www.hofstetten-pallottiner.de



 

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