Breitenbrunn, Maria Baumgärtle, Kloster der Missionare vom Kostbaren Blut – Trost und Hilfe für Wallfahrer
Der Wallfahrtsort Maria Baumgärtle nordwestlich von Mindelheim wurde 1721 begründet. Christoph Reichsgraf von Muggenthal, Herr zu Bederau, ließ in seinen Baumgärten („Baumgärtle“) eine Kopie der Altöttinger Gnadenkapelle errichten, in der er eine Nachbildung der Schwarzen Madonna zur Verehrung aufstellte. Die Muttergottesfigur hatte ihm die bayerische Herzogin Mauritia Febronia (1652-1706) vererbt. Da die Pilgerschar rasch anwuchs, ließ der Graf eine Kirche und ein Kloster erbauen. Seit 1726 betreuten die Franziskaner die Wallfahrer. Im Zuge der Säkularisation wurde jedoch ihre Niederlassung 1803 aufgehoben. Die Patres mussten Maria Baumgärtle verlassen und zogen nach Kloster Lechfeld um. Die Kirche wurde auf Abbruch verkauft und 1822 abgerissen. Die Gnadenkapelle mit dem Gnadenbild hatte jedoch nach wie vor ihre Besucher. Daher versuchte man in der Folgezeit mehrmals vergeblich, hier wieder ein Kloster einzurichten.
Erst durch den Einsatz von Pfarrer Stiegler von Bedernau gelang die Ansiedlung der Missionare vom Kostbaren Blut. Der Augsburger Bischof Pankratius von Dinkel (Amtszeit 1858-1894) gab dazu seine Einwilligung. Diese Männerkongregation war 1815 durch den hl. Kaspar del Bufalo ins Leben gerufen worden. 1871 traf der erste Missionar, Pater Thoma, in Maria Baumgärtle ein. Ein Jahr später begann man mit dem Bau einer dreiflügeligen Klosteranlage südwestlich der Kirche (1966 umgebaut und vergrößert). 1882 wurde die achteckige Wallfahrtskapelle teilweise abgerissen und in einen neubarocken Saalbau integriert, der ein Jahr später unter dem Patrozinium Mariä Opferung (21. November) eingeweiht wurde. Der alte, durch Rokoko-Ornamente und Figurenschmuck reichverzierte Hochaltar mit der Kopie der Schwarzen Madonna kam darin wieder zur Aufstellung. 1890 war auch der Turm fertiggestellt.
Nach den beiden Weltkriegen nahm der Strom der Wallfahrer nach Maria Baumgärtle bald wieder zu. 1949 führten die Missionare die Feier des Fatimatages am 13. eines jeden Monats ein; dazu kam die Sühne-Anbetung am Monatsende. Bis heute besuchen zahlreiche Pilger in Gruppen oder einzeln Maria Baumgärtle, um vor dem Gnadenbild zu beten und Trost und Hilfe zu suchen. Der romantisch gelegene Pilgerort ist auch für Hochzeiten beliebt. Neben der Wallfahrerseelsorge leisten die Patres Aushilfe in den umliegenden Pfarreien und bieten in ihrem Missionshaus und im Haus der Begegnung, dem ehemaligen Forsthaus, Raum für Gäste, die an Einkehrtagen, Exerzitien und religiösen Kursen teilnehmen wollen.
(Christine Riedl-Valder)
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