Bad Kissingen; Mutterhaus der Elisabethinerinnen – Im Dienst der Kranken und Alten
In der Breslauer Antonienstraße bestand seit 1736 eine von Prag aus gegründete Niederlassung der Elisabethinerinnen, in der anfangs Schwestern aus der böhmischen Hauptstadt und aus Wien wirkten. Von dort aus wurden 1866 ein Kloster in Münsterberg (Schlesien) ins Leben gerufen, das ein Hospital und ein Altersheim betrieb, sowie drei weitere Filialen im Riesengebirge. 1896 veranlasste der Orden den Neubau einer Klinik (mit 250 Betten) mit Mutterhaus und Kirche in der Gräbschener Straße in Breslau. In Kriegszeiten versorgten die Elisabethinerinnen in den ordenseigenen Häusern auch die Verwundeten. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Schwestern 1946 von den polnischen Machthabern enteignet und ausgewiesen. Sie versuchten anschließend, in Westdeutschland ein neues Aufgabenfeld zu finden und wieder eine klösterliche Gemeinschaft aufzubauen.
1947 ließen sich die Elisabethinerinnen in Bad Kissingen nieder und erwarben ein ehemaliges Hotel als Sitz des Mutterhauses. Rund 140 Schwestern arbeiteten zunächst in Pflegeheimen von sechs Diözesen. Nach einem Umbau eröffneten die Schwestern 1949 am Theaterplatz in Bad Kissingen ein Krankenhaus mit 120 Betten und einer Krankenpflegeschule. In den folgenden Jahrzehnten widmete sich der Orden der Betreuung kranker und alter Frauen in der Stadt und an sechs weiteren Standorten in der Umgebung. 1960 erfolgte der Bau des St.-Elisabeth-Altenheims in Bad Kissingen, 1966 die Eröffnung des neuen Krankenhauses (mit 280 Betten) im Stadtteil Ballinghain. 1964 gehörten 135 Schwestern zum Mutterhaus. Die von den Elisabethschwestern gegründete und 55 Jahre lang betriebene Klinik musste aus Mangel an Nachwuchs 2004 in eine andere Trägerschaft übergehen, ebenso das einstige ordenseigene Seniorenheim, das mittlerweile unter der Leitung des Diözesan-Caritasverband Würzburg steht. Zur Gemeinschaft gehörten 2015 noch 13 Professschwestern.
(Christine Riedl-Valder)
Quellen:
Aufzeichnungen von Generaloberin Sr. M. Regina Dwornitzak (2015).
Link:
http://www.elisabethinerinnen-badkissingen.de/