St. Wolfgang in Neuburg an der Donau ? die ersten Barmherzigen Brüder in Deutschland
Der Regierungsantritt von Herzog
Die ersten beiden Prioren stammten aus Italien. Von 1657 bis 1803 hatte der Prior von St.
Im Gegensatz zur Niederlassung des Ordens der Barmherzigen Brüder in München, wurde das Neuburger Kloster nie wirklich aufgehoben. Es kam 1806 lediglich unter weltliche Aufsicht. Auch Apotheke und Krankenhaus wurden fortan öffentlich verwaltet. Allerdings war dies alles andere als erfolgreich und der Schuldenberg wuchs allein in den ersten beiden Jahren auf 10 000 Gulden an.
1808 entzog man den Brüdern auch die Temporalienverwaltung, die das Kloster zehn Jahre später wieder zurückerhielt. Es lebten jetzt jedoch nur mehr zwei Brüder im Kloster und auch in den Folgejahren war die Entwicklung der Neuburger Niederlassung der Barmherzigen Brüder alles andere als positiv. Daran änderte auch die fast ironisch anmutende Erklärung der bayerischen Regierung nichts, der Orden sei in Bayern nie aufgelöst worden und man wünsche die Wiederbelebung. 1831 unternahm König Ludwig I. einen resoluten Schritt und bestellte sechs Brüder; Prior wurde Bruder Eberhard Hacke, der als einziger die Zeiten der ?Nichtauflösung? überlebt hatte. Verstärkung für das Kloster kam aus der österreichischen Ordensprovinz. Als 1839 die Erlaubnis erteilt wurde, die Anzahl der Brüder auf 12 zu verdoppeln, konnten auch wieder Neugründungen in Angriff genommen werden. 1844 ließen sich die Barmherzigen Brüder in Straubing nieder, zehn Jahre später kauften sie das ehemalige Franziskanerkloster in Neuburg und riefen das Priesterhospiz St. Augustin ins Leben. Nach der Aufhebung des Franziskanerklosters 1804 hatte J.B. Koller Kirche und Klostergebäude gekauft und hier eine Steingutfabrik nebst Porzellanmanufaktur errichtet. Auf Koller war 1829 der Porzellanfabrikant Johann Georg Faist aus Schramberg gefolgt. Die Barmherzigen Brüder renovierten zunächst die ehemalige Franziskanerkirche. Sie wurde 1854 als Augustinerkirche neu geweiht. Endgültig zum Abschluss kamen die Arbeiten 1857, 1888 erfolgte eine Innenrenovierung, 1891 wurden die Klostergebäude um eine Etage aufgestockt sowie ein neuer Flügel im Westen angebaut. Zu schweren Schäden kam es durch Artilleriebeschuss 1945. Nach der Gründung von St. Augustin hatten die Barmherzigen Brüder St.
Laura Scherr