Die Glossare des HdBG

BC (Burschenbunds-Convent) Detailansicht

Stichwörter: B.C., BC, BC (Burschenbunds-Convent), Burschenbunds-Convent, Burschenbundskonvent


Der 1919 gegründete Burschenbunds-Convent war der wichtigste Dachverband paritätischer Verbindungen in Deutschland, Österreich und der Tschechoslowakei. Er zählte im WS 1930/31 in insgesamt 22 Mitgliedsbünden 830 Aktive, 210 Inaktive und 1645 Alten Herren (Alumni). Die Gründung des B.C. war das Ergebnis einer Entwicklung, die bereits vor dem Ersten Weltkrieg begonnen hatte, alle farbentragenden und schlagenden paritätischen Verbindungen zusammenzuführen. Der BC war farbentragend und schlagend (unbedingte Satisfaktion. Er definierte seine Ziele so: "Ausbau des studentischen Lebens in vaterländischem und freiheitlichem Geiste, Erziehung zu staatsbürgerlicher Betätigung", zweitens "Gleichberechtigung aller deutschen Studenten ohne Rücksicht auf Geburt und Glauben" und drittens "Geistige und sittliche Förderung der Mitglieder, ihre körperliche Ertüchtigung, besonders durch Sport". Nachdem der B.C. vor dem Hintergrund der Weltwirtschaftskrise seit 1931 spürbar unter Aktivenmangel gelitten hatte und die Burschentage 1932 und 1933 ausgefallen waren, brachte die Machtübernahme der Nationalsozialisten 1933 rasch den Niedergang des Verbandes, weil gerade die nationale Programmatik den B.C. für das NS-Regime zu einer feindlichen Organisation machte. Am 14. Juli 1933 löste sich der B.C. förmlich auf, nachdem die Verfolgungsmaßnahmen deutlich gemacht hatten, dass der Verband im Deutschen Reich keine Zukunft mehr hatte. In Österreich und der Tschechoslowakei konnten die dortigen B.C.-Burschenschaften noch bis 1938 bzw. 1939 überleben. Ein bekanntes Mitglied des Burschenbund im B.C. Wirceburgia (Würzburg) war der Gerichtsreferendar Wilhelm "Willy" Aron (1907-1933), der als erster Würzburger von den Nationalsozialisten ermordet wurde. 

Quelle: Matthias Stickler: Jüdische Studentenverbindungen. Anmerkungen zu einem zu wenig beachteten Thema der Universitäts- und Studentengeschichte. In: Einst und Jetzt 61 (2016), S. 11-56.
Aus: Jüdisches Leben in Bayern (hdbg.eu/juedisches_leben)

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