Biografien
Menschen aus Bayern

Marx (Mordechai Josef Levi) Tuchmann Hopfenhändler

geboren: 16.01.1774, Baiersdorf
gestorben: 24.02.1850, Uehlfeld

Wirkungsort: Uehlfeld

 Mordechai (Marx) Josef Levi wuchs als Kind in Uehlfeld auf, wo er später auch heiratete und eine weit verzweigte Familie begründete: Die Tuchmanns. In der größeren jüdischen Gemeinde von Uehlfeld war der Handel mit Hopfen das vorherrschende Gewerbe, und auch der nunmehr erwachsene Levi arbeitete als Hopfenhändler. Als er sich jedoch nach Einführung des Bayerischen Judenedikts 1813 einen Nachnamen zulegen musste, stand bereits eine jüdische Familie Hopf in den Matrikellisten: Sein Nachbar Simon Seligmann war schneller gewesen. Weil Levi auch mit sogenanntem Hopfentuch für den Erntevorgang handelte, entschied er sich vor dem zuständigen Landratsamt in Neustadt a.d. Aisch für den Namen Tuchmann. Die erste Ehe mit Rösel geb. Sachs (1776–1799) blieb kinderlos. Sie verstarb ein knappes Jahr nach der Hochzeit, und Marx Tuchmann heiratete nach Ablauf der Trauerfrist Marianne (Miria) geb. Engelmann (1780–1858). Aus dieser Verbindung gingen fünf Töchter und drei Söhne hervor. Für die kommenden zwei Generationen arbeiteten fast alle männlichen Familienmitglieder im Hopfengeschäft. In Nürnberg stiegen die Tuchmanns zu einer der führenden Hopfenhandelsdynastien auf. Auf dem Höhepunkt dieser Entwicklung stand Marxs Enkelsohn Max Philipp Tuchmann (1855–1934). Urenkel Walter Tuchmann (1891–1942) war Inhaber der erfolgreichen Grammophonnadel-Fabrik "Drei-S-Werke" in Schwabach. (Patrick Charell nach einem Text von Marina Heller).

Literatur

  • Jüdisches Museum Franken (Hg.) / Marina Heller: Tuchmann verschwindet. Leben und Schicksal eines Schwabacher Fabrikanten. Fürth 2024 (= Medine Franken 1).

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