geboren: 07.12.1761,
Fürth
gestorben: 14.10.1833,
Fürth
Wirkungsort:
Fürth
Elkan Buttenwies(er) war der Sohn des Hoffaktors Jakob Buttenwies[er] (um 1740-1802) und Regine geb. Diespeck (1740-1820). Seine Mutter entstammte einer angesehenen Rabbinerfamilie, sein Vater war durch einen Juwelenhandel, den er zusammen mit seinem Bruder betrieb, zu einigem Wohlstand gekommen. Elkan Henle heiratete später in erster Ehe die Tochter des Rabbiners Löb Berlin; aus der Ehe gingen vier Kinder hervor. Nach dem Tod seiner ersten Frau 1788 heiratete er 1789 die aus Dessau stammende Tochter von Moses Fränkel. Drei ihrer Kinder überschritten das Kindesalter. Ein Neffe von Elkan Henle war der spätere Mediziner Prof. F. G. Jakob Henle (1809-1885), einer seiner Enkelsöhne der geadelte Jurist und Abgeordneter Sigmund von Henle. Um 1800 nahm er den neuen Namen Elkan Henle an. Angeregt durch die Reformvorschläge des katholischen Pädagogen Franz Oberthür (1745-1831) begann sich der gelernte Kaufmann für die jüdische Emanzipation in Bayern zu engagieren. Zunächst anonym veröffentlichte er die Denkschrift "Über die Verbesserung des Judenthumsenkschrift" (Offenbach, tatsächlich Fürth 1803). Seine Argumentation baute auf den Ideen der Aufklärung auf und verlief in Teilen parallel zu den Gedanken des Staatsreformers Maximilian Graf Montgelas in dessen "Ansbacher Memoire". Eine zweite Auflage in der Zeitschrift "Sulamith. Zeitschrift zur Beförderung der Kultur und Humanität unter der jüdischen Nation" veröffentlichte er 1808 unter seinem Namen. Seine Positionen arbeitete er in seiner zweiten Schrift "Über die Verfassung der Juden im Königreich Bayern und die Verbesserung derselben zum Nutzen des Staates" (München 1811) weiter aus und widmete sie Montgelas. Er forderte die Unterstützung für eine moderne Bildung der Juden und widersprach den oft antisemitisch gefärbten Behauptungen, dass diese aus religiösen oder kulturellen Gründen dazu nicht in der Lage wären. Unter anderem unterstützte er 1826 die Umwandlung der zuvor sehr traditionellen, weithin berühmten Fürther Jeschiwa in eine reformierte "staatlich beaufsichtigte Lehrer- und Rabinnerausbildungsanstalt". Höhepunkt seiner schriftstellerischen Arbeit war das 1827 in Fürth erschienene, dreibändige Buch "Die Stimme der Wahrheit in Beziehung auf den Kultus der Israeliten [...]". (Manfred Treml)
Literatur
- Manfred Treml: Elkan Henle (1761-1833), ein Vorkämpfer für die Judenemanzipation. In: Haus der Bayerischen Geschichte (Hg.) / Manfred Treml / Wolf Weigand: Geschichte und Kultur der Juden in Bayern, Bd. 2: Lebensläufe. München 1988 (= Veröffentlichungen zur Bayerischen Geschichte und Kultur 18), S. 59-62.
- Franz Babinger: Elkan Henle 1761-1833. Ein Beitrag zur Geschichte der Judenverselbständigung in Bayern. In: Monatsschrift für Geschichte und Wissenschaft des Judentums 62, Heft 3 (1918), S. 223-230.
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