geboren: 17.07.1878,
Karlsruhe
gestorben: 16.06.1933,
München
Wirkungsort:
München
Dr. Elias Straus arbeitete in München als Rechtsanwalt. Ab 1919 engagierte er sich im zunehmenden Maße in der Israelitischen Kultusgemeinde, saß verschiedenen Gremien vor und wurde 1921 Vorstandsmitglied des Landesverbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden. Straus war leidenschaftlicher Zionist und eine der führenden Protagonisten der zionistischen Idee in München. Dort freundete er sich mit dem Kunsthistoriker Theodor Harburger und dem Zahnarzt Heinrich Feuchtwanger an, letzterer ein bedeutender Privatsammler für jüdische Volkskunst. Dr. Straus war zusätzlich noch Mitarbeiter am Jüdischen Lexikon und verfasste mehrere Artikel in der Bayerisch-Israelitischen Gemeindezeitung. Seit 1905 war er mit der Medizinerin Rahel geb. Goitein (1880-1963) verheiratet, aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor.
Elias Straus entstammte einer wohlhabenden und kinderreiche jüdische Familie in Karlsruhe: Sein Urgroßvater mütterlicherseits, Löw Wormser, war einst Rabbiner in Michelstadt (Hessen). Seine Eltern waren Isabella geb. Feuchtwanger (1853-1893) und der Privatbankier Samuel Straus (1844-1904). Er widmete sich nach dem Abitur dem Studium der rechte und zog zum Jahreswechsel 1898 nach München, wo er promovierte. Dr. Straus wurde 1904 zur Anwaltschaft zugelassen, er betrieb in der Dienerstraße 14 in Sozietät mit Sigbert Feuchtwanger eine Kanzlei. Am 21. Februar 1905 heiratete Elias Straus in Heidelberg die aus Karlsruhe gebürtige Rabbinertochter Dr. med. Rahel geb. Goitein (1880-1963), aus der Ehe gingen sechs Kinder hervor.
Dr. Elias Straus war ab 1919 in der Gemeindevertretung der IKG München aktiv, seit 1921 als Vorstandsmitglied und als Schriftführer des Landesverbandes Bayerischer Israelitischer Gemeinden, war Vorsitzender des Finanz- und Stiftungsausschusses. Er zählte auch zu den Begründern des Wohlfahrtsamtes der IKG München, die unmittelbar nach dem Ersten Weltkrieg geboren wurde. Dieses Amt leitete er selbst bis zu seinem Tode. Er fungierte jahrelang als Vorsitzender der Zionistischen Ortsgruppe München, der auch Theodor Harburger und Heinrich Feuchtwanger angehörten. Straus war einer der führenden Protagonisten der zionistischen Idee in München. Er rief die Darlehenskasse "Iwria" ins Leben und war beratend für den "Gesamtausschuss der Ostjuden" tätig. Dr. Elias Straus war zusätzlich noch Mitarbeiter am Jüdischen Lexikon und verfasste mehrere Artikel in der Bayerisch-Israelitischen Gemeindezeitung.
Auch seine Frau Rahel Straus engagierte sich in der Wohlfahrtspflege und begeisterte sich wie ihr Ehemann für die Idee des Zionismus.
Gegen Ende seines Lebens trug sich Elias Straus mit dem Gedanken, nach Palästina auszuwandern, starb jedoch in München und wurde auf dem Neuen Israelitischen Friedhof beigesetzt.
Literatur
- Jüdisches Museum München / Barbara Staudinger (Hg.): AK Von Bayern nach Erez Israel – Auf den Spuren jüdischer Volkskunst. München 2007 (= Sammelbilder 4), S. 24
- Rahel Straus: Wir lebten in Deutschland. Erinnerungen einer deutschen Jüdin 1880 - 1933. Stuttgart 1961.
Weiterführende Links
Quellen
GND: 108380975X