Stichwörter: Schacharit
(Hebr. Morgenlicht): Jüdisches Morgengebet bzw. Morgenandacht, das nach Sonnenaufgang und vor dem Mittag gebetet wird. Der "Schulklopfer" wurde einst von der Kultusgemeinde dafür bezahlt, um an den jüdischen Häusern anzuklopfen und die Bewohner an die Gebetszeit zu erinnern. Juden beten traditionell dreimal am Tag. Es gibt wechselnde Liturgien für Wochentage, den Schabbat und Feiertage. Beim Morgengebet ist es für Männer Tradition, den Kopf mit einer Kippa zu bedecken und einen Tallit zu tragen. Außer am Schabbat oder einem anderen Feiertag ist werden die Gebetsriemen (Tefillin) um Kopf und Arm getragen. Bis ins 20. Jahrhundert wurde jeweils vor der Morgenandacht der Segen für die Obrigkeit gebetet (ha-Noten Teschua, dt. "Der den Königen Heil verleiht"). Wie andere jüdische Gebetsgottesdienste endet auch der Shacharit mit einer Reihe von oft zitierten Gebeten, darunter das Aleinu und das Kaddisch der Trauernden.
Quelle: Sandra Borchert: Schacharit: Das jüdische Morgengebet. Online unter: https://raawi.de/schacharit-das-juedische-morgengebet [Zugriff: 15. Mai 2024].
Aus: Jüdisches Leben in Bayern
(hdbg.eu/juedisches_leben)