Die Glossare des HdBG

Purim Detailansicht

Stichwörter: Purim


Erinnerungsfest an die Errettung der Juden im persischen Reich durch Esther und Mordechai, 14. Adar (Februar/März)

Aus: Siehe der Stein schreit aus der Mauer

(Hebr. Lose): Das fest Purim geht auf die Errettung der Juden im Reich der persischen Achämeniden im 5. Jahrhundert v.Chr. zurück. Haman, ein Günstling des Großkönigs Xerxes, plante die Auslöschung aller Juden; um den Tag des Massakers zu bestimmen, warf er ein Los (Pur). Der Angriff wurde jedoch durch Ester, der jüdischen Gattin des Xerxes vereitelt. Bis heute ist es zu Purim der Brauch, in der Synagoge das Buch Ester (meistens eigens dafür geschrieben und farbenfroh illustriert) zu verlesen, und bei jeder Nennung des Namens Haman mit rasseln zu lärmen (damnatio memoriae). In Anlehnung an den christlichen Karneval entwickelte sich besonders im aschkenasischen Judentum die Tradition, sich an Purim zu verkleiden und ausgelassen zu feiern, bevor die ruhigere Vorbereitungszeit auf das Pessach-Fest beginnt.

Quelle: Historisches Museum der Pfalz / Cornelia Ewigleben (Hg.): AK Europas Juden im Mittelalter. Speyer 2005, S. 265. // Wolfgang Kraus, Hans-Christoph Dittscheid, Gury Schneider-Ludorff (Hg.): Mehr als Steine… Synagogen-Gedenkband Bayern, Bd. III/2: Unterfranken. Lindenberg im Allgäu 2021, S. 1665. // Germanisches Nationalmuseum Nürnberg / Bernward Deneke u.a. (Hg.): AK Siehe der Stein schreit aus der Mauer. Geschichte und Kultur der Juden in Bayern. Nürnberg 1988, S. 512.
Aus: Jüdisches Leben in Bayern (hdbg.eu/juedisches_leben)

Verwandte Einträge