Burgen
in Bayern

Burgschloss Fürsteneck Fürsteneck

Die Burg soll um 1200 durch den Passauer Fürstbischof Wolfker von Ellenbrechtskirchen errichtet worden sein, zumal die Burgkirche 1212 geweiht worden sein soll. Bis zur Säkularisation 1803 blieb Fürsteneck – ausgenommen die Zeit zwischen 1494 und 1517, als sie sich im Besitz des Erasmus von Layming befand - ununterbrochen im Besitz des Hochstifts, das hier einen Pflegamtsitz unterhielt. 1254 erscheint ein Ulricus de Hauzenperge als Kastellan der Burg. Als Pfleger saßen hier u.a. die Urleinsberger, Puchberger und Schwarzensteiner. Mit der Säkularisation kam Fürsteneck 1803 an den bayerischen Staat, der das Burgschloss 1814 an Privatleute verkaufte. Das mehrfach aus- und umgebaute, immer wieder erneuerte und gut gepflegte Burgschloss beherbergt heute eine Gaststätte mit Gästezimmern.

Text: Joachim Zeune

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Koordinaten: 13.461138, 48.714950

Baugeschichte

An der Burg wurde seit 1200 permanent gebaut. Die Baugeschichte ist, was das Mittelalter betrifft, noch nicht befriedigend erforscht. Aus der Gründungszeit um 1200 soll der Bergfried stammen, 1410 errichtete der Pfleger Andreas Schwarzensteiner einen neuen Bau, um 1570 nahm Bischof Urban von Trenbach Instandsetzungsarbeiten vor. Um 1700 überformte Kardinal Johann Philipp von Lamberg das Burgschloss im Stil des Barock, während Fürstbischof Joseph Domenikus Reichsgraf von Lamberg 1745 im Burghof eine 1747 geweihte Schlosskapelle errichten ließ. 1879 schlug der Blitz in den Bergfried ein, der danach mit einem neuen Dach versehen wurde.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Die über einer Flussschleife der Wolfsteiner Ilz auf einem Bergsporn gelegene Burg hat trotz ihrer vielen nachmittelalterlichen Aus- und Umbauten ihr trutziges Aussehen bewahren können. Nach Nordwesten war eine Vorburg vorgelagert, die ein mächtiger Halsgraben von der Hauptburg trennte. Der Zugang zur Hauptburg erfolgte über eine hölzerne Brücke und einen großen Torbau mit gewölbter Torhalle. Die Randbebauung des lang gestreckten, leicht geknickten Burghofs ist nachmittelalterlich, auch wenn ältere Baulichkeiten in den Gebäuden verbaut wurden. Der alte Palas dürfte im 1688 und 1700 baudatierten Wohnbau an der Südseite stecken. Um einen kompletten Neubau von 1745 handelt es sich bei Schlosskapelle St. Johann Baptist, die hinter dem Bergfried in der Hofmitte steht. Letzterer erweist sich als kräftiger Viereckturm (Seitenlängen 9 x 10 Meter) mit fast 4 Meter dickem Sockelmauerwerk. Seine Höhe beträgt noch immer 25 Meter, wobei sich der alte, später vermauerte Hocheingang in 9 Meter Höhe öffnete. Das später ebenerdig erschlossene Turminnere fällt aufgrund der enormen Mauerstärke schachtartig aus und beherbergt einen Wasserspeicher.

Text: Joachim Zeune

Touristen Information

Seit 2005 finden auf Fürsteneck die "Barockfestspiele" statt mit Theater, Konzerten, Tanz. Auf der ausführlichen Website www.barock-fuersteneck.de können Sie sich darauf einstimmen. In Kürze finden Sie dort auch Hinweise auf das Programm "Barock und Garten", bei dem alljährlich im Sommer Handwerker und Künstler im prachtvollen Ambiente ihre Schätze präsentieren.

Das Burgschloss wird heute als Landgasthof genutzt. Die Historische Schlossgaststätte Fürsteneck bietet Gasträume für jeden Bedarf, vom Saal bis zum Stüberl. Die Küche zeichnet sich durch regionale Produkte aus; die Zimmer blicken in den romantischen Burginnenhof oder in das Tal der Wolfsteiner Ohe.

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