Burg Wildstein erscheint erstmals urkundlich 1355, als auf dem „Wildstein“
Egid Paulsdorfer zu dem Tennesberg dem - mit seiner Frau verwandten - Konrad
Kräzlein zum Wildstein Land verkaufte. Im folgenden Jahr wurde das Halsgericht
Wildstein in einer richterlichen Auseinandersetzung nicht dem Ritter Cunrad der
Chraetzel, sondern dem Pfalzgrafen Ruprecht dem Jüngeren zugesprochen. 1373
verkaufte Elspet, Tochter des verstorbenen Konrad, Herrschaft und Veste an
Landgraf Johann von Leuchtenberg, der sie 1409 an Hermann den Frankengruner
veräußerte. In der Folge kam Wildstein als pfälzisches Lehengut an die Raben,
Holzschuher und Ochs. 1583/84 wurde das Lehen Wildstein eingezogen und dem Amt
Murach zugeschlagen. Wohl im Lauf des 18. Jahrhunderts geriet die Burg in
Verfall, woraufhin um 1850 Schatzgrabungen stattfanden. Von 1998 bis 2001
erfolgten in Abstimmung mit dem Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege
archäologische Sondagen und eine Sanierung des Rundturms.
Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 12.407778, 49.520833
Baugeschichte
Die spärlichen Reste lassen kaum Aussagen zur Baugeschichte zu. Die Gründung der Burg erfolgte - wie die erste urkundliche Erwähnung belegt - vor dem Jahr 1355, als die Burg bereits existierte. Einzig datierbares Bauteil ist das Fragment eines kleinen Rundturms, der wohl dem 15. Jahrhunert angehört. Das archäologische Fundmaterial datierte fast einheitlich in das 14./15. Jahrhundert und umfasste mehr als 35 Armbrustbolzeneisen. Gemeinsam mit einer archäologisch nachgewiesenen Brandschicht spricht dies für eine gewaltsame Zerstörung nach 1589, als die Burg noch intakt stand. Zweifelsohne diente die Burgruine fortan den Dorfbewohnern als bequemer Steinbruch, während die vielen Schatzsagen etliche Raubgräber anzogen.
Baubestand
Die Burgreste erheben sich in 746 m über Meereshöhe in beherrschender Gipfellage auf einer felsigen Kuppe oberhalb des gleichnamigen Dorfes. Sie verteilen sich über mehrere Felsköpfe aus Granulit. Die Kuppe fällt nach Süden und Westen steil, nach Norden dagegen recht flach ab. Am Fuß des Felsen ganz im Westen hat sich das Fragment eines kleinen Rundturms aus Bruchstein erhalten (Außendurchmesser 6,1 m; Mauerstärke beachtliche 1,6 m), dessen Rückseite vom Fels gebildet wurde. An Baudetails konnte der Turm mehrere Rüstlöcher und drei Schlitzscharten (eine davon 2001 rekonstruiert) bewahren.
Von der restlichen Burganlage zeugen nur noch schwache Bebauungspuren auf den Felsen und ausgedehnte Schutthalden.
Touristen Information
Die Burgruine Wildstein ist vom Ort aus in ca. 10 Gehminuten zu erreichen. Von hier aus bietet sich ein herrlicher Rundblick über die Waldbuckel des Naturparks Oberpfälzer Wald.