Die V. gehörte den Markgrafen von Vohburg und Cham. 958 und 985/89 erscheinen Arnold I. und II. als comes de Vogaburg. Bald nach 1081 ging V. an Pfalzgraf Rapoto von Cham, 1116/18 dann an Diepold III., der 1142 als Markgraf von V. betitelt wird. In der 1. Hälfte des 12. Jhdts. sind mehrere Burgmannen bezeugt, was die hohe Bedeutung der Burg spiegelt. Mit der Scheidung König Friedrichs I. von Adala, der Schwester Diepolds, setzte der Machtverlust der Diepoldinger ein. Als die Wittelsbacher 1204 die V. an sich rissen, fand Herzog Ludwig I. von Bayern nur noch eine offenbar bewusst niedergebrannte Burg vor, die fortan nur noch eine untergeordnete Rolle spielte, ausgenommen die Hochzeit, die König Konrad IV. mit Elisabeth von Wittelsbach 1246 auf der V. feierte. Auf der Burg befand sich damals ein Amtssitz, der später durch ein Pfleg- und Kastenamt ergänzt wurde. 1316 wurde die Burg zerstört, dann 1346-1353 an die Zollerschen Burggrafen von Nürnberg verpfändet. Nach einem Wiederaufbau 1414 und der heimlichen Heirat Herzog Albrechts III. mit Agnes Bernauer 1435 warfen die 1641 die Schweden die Burg nieder, die fortan ruinös blieb. 1721 baute man in das Burgareal ein Haus ein, das seit 1958 als Altersheim dient. Die Burg wurde in den 1980er Jahren überaus stark saniert.
Text: Joachim Zeune
Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 11.616476, 48.770786
Baugeschichte
1981 führte man in der auf dem Burgareal gelegenen Pfarrkirche St. Peter, 1997-2001 im Burghof archäologische Grabungen durch. Es fanden sich Reste von Holzbauten des 8.-10. Jhdts., darunter eines Doppelturmtors und einer Vorgängerkirche. Noch vor 1035 entstand ein steinerner Kirchenbau, kurz darauf ein steinerner rechteckiger Wohnturm mit Wohnbau, weiterhin die später erhöhte Ringmauer. Nach 1120 bebaute man den Burghof mit etlichen Burgmannenhäusern sowie einem zentralen Wohnturm (19 x 1 5m; um 1770 eingelegt). Wohl um 1230/40, evtl. in Zusammenhang mit der Hochzeit von 1246, kam es zum Ausbau der Burgkirche und der gesamten Burg, die damals ein repräsentatives Doppelturmtor erhielt und als castra nova zu Vochpurg beschrieben wird. Bis 1414 fanden Wiederaufbauarbeiten an der 1316 zerstörten Burg und Kirche statt. Im späten 15. Jhdt. erfolgten weitere Ausbauten, als man neben dem Bau des runden „Pulverturms“ u.a. das Tor durch ein Vorwerk (Barbakane) befestigte. Diese Baumaßnahme ist durch zwei Wappenschilde von Herzog Albrecht mit den Daten „1477“ und „MCCCCLXXXII“ (1482) belegt.
Text: Joachim Zeune
Baubestand
Auf steilem Felsen über dem gleichnamigen Städtchen und der Donau stehen die noch immer eindrucksvollen Reste der V. Erhalten haben sich der Ringmauerzug mit dem Torbau im Norden und einem mauerbündig innen eingestellten, quadratischen Bergfried (Seitenlänge 6,4 m, Mauerdicke 1,6 m) im Nordwesten nahe dem Torbau. Der Torbau ist bemerkenswert, weil er wohl 1230/40 als Doppelturmtor mit zwei Halbrundtürmen, einem leicht spitzbogigen Tor mit spätromanischem Dekor und einem Fallgitter erbaut wurde. 1477-82 erhielt das Tor eine Barbakane mit zwei Zugbrücken für ein Karren- und ein Fußgängertor, mit einer tonnengewölbte Torhalle und mit schlüsselschartenbewehrten Schießnischen.
Text: Joachim Zeune