Burgen
in Bayern

Burgruine Siegenstein

Burg und Herrschaft Siegenstein gehörten zum Bistum Regensburg und wurden von einem gleichnamigen Geschlecht gehalten, das 1253 mit Ulricus de Sigenstein erstmal erwähnt wird. Die Burg selbst erscheint 1281 als castrum Sigenstein. Im Zuge einer komplizierten Besitzgeschichte schenkte Herzog Ludwig II. von Bayern 1282 Siegenstein an das Hochstift Regensburg, das umgehend Konrad von Ehrenfels mit Burg und Herrschaft belehnte. Es folgten in raschem Wechsel diverse Öffnungsverträge, Besetzungen mit Pflegern und Verpfändungen, unter anderem ab 1410 an die bayerischen Herzöge. 1606 löste Bischof Wolfgang II. die Herrschaft Siegenstein samt der damals bereits ruinösen Burg von den Prackenbachern wieder ein. Im Dreißigjährigen Krieg (1618-1648) brannten die Schweden die im Verfall begriffene Burg nieder.

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 12.356275, 49.094053

Baugeschichte

Eine eingehende burgenkundlich-bauhistorische Bewertung der Bausubstanz steht noch aus. Der erhaltene Mauerzahn mit seinen Buckelquadern dürfte zumindest in seiner unteren Hälfte noch der Mitte des 13. Jahrhunderts angehören.
1368 soll Albrecht der Closner von Arnsdorf jene 950 Pfund, mit denen er die Burg von Hans dem Zenger ausgelöst hatte, in die Burg verbaut haben. Im folgenden Jahr 1369 scheint die Burg im Zuge einer kriegerischen Auseinandersetzung beschädigt worden zu sein. Im Jahr 1431 sollen erneut Gelder, diesmal 300 Gulden, in die Burg verbaut werden. Der stark fragmentierte Zustand lässt allerdings keine Aussagen dahingehend zu, welche Bauaktivitäten wann stattfanden, außer dass die Ringmauer in einer dieser sekundären Bauphasen erhöht wurde.
In die Mitte des 13. Jahrhunderts datiert auch die noch intakte Burgkapelle, und zwar aufgrund ihrer Kombination aus romanischen und gotischen Bauelementen. Sie wurde im 17. Jahrhundert minimal überformt und zu Beginn des 20. Jahrhunderts sowie 1974 restauriert.

Baubestand

Die frei zugänglichen Burgreste verbergen sich zwischen dichtem Bewuchs auf einer zerklüfteten Granitkuppe (546 m ü NN) und lassen noch den Bering einer trapezoiden Hauptburg von etwa 28 x 20 m Größe erkennen. Erhalten haben sich von der etwa 2 m starken Ringmauer lediglich ein Eckfragment im Nordosten und ein kurzes Teilstück an der Südseite, das noch den Ansatz einer Binnenmauer erkennen lässt. Beide Fragmente weisen neben etlichen Rüstlöchern Buckelquader aus Granit auf. Zu den wenigen Baudetails zählen zwei Schlitzfenster und ein kleines Rechteckfenster, das in einer sekundären Maueraufstockung steckt. Der Bergfried stand vermutlich einst im Nordosteck, wo noch ein Schutthügel von ihm zeugt. Eine Mulde in der Westseite könnte auf das ehemalige Haupttor verweisen. Vermutlich lagen die Wohnbauten an der Südseite.
Die noch intakte, 1974 neu verputzte Burgkapelle St. Georg steht nordöstlich der Hauptburg innerhalb der ehemaligen Vorburg direkt neben einem Brunnen. Sie zeigt ein Langhaus mit eingezogener Halbrundapsis. In ihrer Westwand öffnen sich der spitzbogige Zugang sowie zwei trichterförmige Spitzbogenfenster. Das Kapelleninnere wurde Mitte des 17. Jahrhunderts barockisiert; aus dieser Zeit stammt wohl auch der Dachreiter.

Touristen Information

Die Ruine ist frei zugänglich, Parkmöglichkeit direkt vor Ort. Die Kapelle ist nicht zugägnlich. Die Burgruine Siegenstein liegt am „Falkensteiner Burgen- und Felsensteig“, der (Markierung: Rittersymbol) das Naturparkgebiet Vorderer Bayerischer Wald erschließt.

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