Mit W(erigand) comes de Playen tritt die Burg erstmals indirekt urkundlich als Stammsitz eines fortan bedeutenden, reich begüterten Grafengeschlechts in Erscheinung, 1144 wird sie direkt erwähnt (in castro Plaien). Ihre capella war dem Hl. Blasius gewidmet. Nach dem Aussterben der Plainer (1260) setzte das Erzbistum Salzburg 1275 seine Ansprüche auf die Grafschaft samt Burg gegen das Herzogtum Bayern durch, doch erst 1292 konnten es P. dem Grafen Albert von Görz-Tirol abkaufen. Fortan saßen auf der landesherrlichen Burg Pfleger. 1339 weilte Kaiser Ludwig IV. ze Playn auf der vest. Ab 1594, mit der Verlagerung des Pfleggerichtes auf die Burg Staufeneck, verlor die Burg an Bedeutung und geriet in Vernachlässigung, lediglich 1621 und 1674 erfolgten Teilinstandsetzungen. Im österreichischen Erbfolgekrieg (1741-48) eroberten bayerische Truppen die schwach besetzte Burg und entwendeten die dort aufgestellten Geschütze. Der Aufgabe der Burg 1796 bzw. 1803 folgten zahlreiche Besitzwechsel in private Hand. Sanierungen wurden 1968-70 sowie 1982/83 durchgeführt. 1968 konnte archäologisch eine vorgeschichtliche Besiedlung nachgewiesen werden. Die Burgruine ist frei zu besichtigen.
Text: Joachim Zeune
Text: Joachim Zeune
Koordinaten: 12.914410, 47.725079
Baugeschichte
Die frühe Baugeschichte der Burg ist nicht befriedigend abgeklärt. Ältester Bauteil aus der Zeit um 1108 sind vermutlich der quadratische Turm am Außentor mit seinem Mauerwerk aus Handquadern, der traditionell den Namen „Burggrafenturm“ trägt, und Teile der Hauptburgmauer. Letztere datiert mit ihrem Spitzbogentor, dem Bruchsteinmauerwerk und den Schließscharten für Armbrüste wohl weitgehend aus dem 14. Jhdt., während die äußere Ringmauer erst von einer Verstärkung der Burg im Jahr 1621 stammt. 1674 unternahm Erzbischof Max Gangolf von Kuenburg eine Instandsetzung, festgehalten durch sein Wappen und das Datum MDCLXXIV über dem inneren Tor.
Archivalisch nachgewiesen sind Reparaturarbeiten in den Jahren 1470-79 und 1576/77, als eine exakte Bestandsaufnahme der Bauschäden angefertigt und der Wohnbau erhöht wurde. 1591 bzw. 1598 war die Burg schon wieder schadhaft, 1609 bereits baufällig. Nach fortwährenden Klagen über den schlechten Zustand erfolgte 1758 eine weitere genaue Inspektion der Bauschäden, derzufolge die Ummauerungen mehrere flankierende Blockhäuser aufwiesen. In den 1880er Jahren baute man in das Südwesteck eine inzwischen erneuerte Aussichtsplattform ein. Um 1900 wurden von F. Kulstrunk mehrere Pläne der ruinösen Burg angefertigt. Im Jahr 1910 stürzte das Nordosteck des Torturms ein, das 1982/83 gemeinsam mit der Toröffnung rekonstruiert wurde.
Text: Joachim Zeune
Archivalisch nachgewiesen sind Reparaturarbeiten in den Jahren 1470-79 und 1576/77, als eine exakte Bestandsaufnahme der Bauschäden angefertigt und der Wohnbau erhöht wurde. 1591 bzw. 1598 war die Burg schon wieder schadhaft, 1609 bereits baufällig. Nach fortwährenden Klagen über den schlechten Zustand erfolgte 1758 eine weitere genaue Inspektion der Bauschäden, derzufolge die Ummauerungen mehrere flankierende Blockhäuser aufwiesen. In den 1880er Jahren baute man in das Südwesteck eine inzwischen erneuerte Aussichtsplattform ein. Um 1900 wurden von F. Kulstrunk mehrere Pläne der ruinösen Burg angefertigt. Im Jahr 1910 stürzte das Nordosteck des Torturms ein, das 1982/83 gemeinsam mit der Toröffnung rekonstruiert wurde.
Text: Joachim Zeune
Baubestand
Die einen rundum steil abfallenden Hügelgipfel einnehmende Burgruine beherrscht optisch das Umland. Sie wurde deshalb – und wegen ihrer Lage an der alten Salzstraße – vom Volksmund als „Salzbüchsl“ bezeichnet. Erhalten haben sich eindrucksvoll die noch bis zu 10 m hohen Ummauerungen der südlich vorgelagerten Vorburg sowie der auf dem höchsten Punkt des Geländes positionierten Hauptburg („Hochburg“). Die halsgrabenbewehrte Vorburg wurde an ihrem Osteck über eine Brücke mit steinernen Pfeilern durch ein (1982/83 rekonstruiertes) Tor mit danebenliegenden Torturm betreten, die Hauptburg durch ein 1674 datiertes Tor in der Südfront. Im Nordosten stand mauerbündig der Palas mit der Kapelle, von der noch ein spitzbogiges Fenster zeugt, ein weiteres Gebäude lehnte sich an die Nordwand. Nahe dem Innentor liegt die Zisterne.
Text: Joachim Zeune
Text: Joachim Zeune