Gegen 1309 gab Konrad von Nußberg seinen Stammsitz Altnußberg (s.) auf und errichtete in günstigerer Position die Burg N., nach der er sich fortan Konrad der Nußberger von Neuennußberg nannte. Die Verwicklung des Hans von Nußberg in den fehlgeschlagenen Aufstand gegen Herzog Albrecht IV. (siehe auch Altnußberg) hatte zur Folge, dass Hans 1469 eine Hälfte seiner Burg an den Herzog abtreten, die andere Hälfte gegen die Burg Linden vertauschen musste. 1564 legte ein Blitzschlag die Burg ein, die als Burgruine mit dem Aussterben der Nußberger 1569 an die Wittelsbacher kam. Diese zeigten kein Interesse an ihr und ließen sie verfallen. 1889/95 erwarb die Bayerische Wald-Vereins-Sektion Viechtach die Burgruine und setzte sie 1949 instand. Seit 1968 finden auf dem Burganger alljährlich Burgfestspiele statt, die seit 1971 der Verein „Burgfestspiele e.V.“ veranstaltet.
Text: Joachim Zeune
Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 12.940897, 49.082208
Baugeschichte
Der Gründungszeit um 1310 gehört der mächtige Wohnturm an, der im 16. und 17. Jhdt. neue Durchfensterungen sowie im 19. Jhdt. einen historisierenden Zackenabschluss erhielt. Aus dem frühen 14. Jhdt. soll auch die Ringmauer mit ihrem Eckturm stammen. Die südlich des Turms gelegene Burgkapelle entstand nach 1351 und erfuhr 1716 einen Ausbau
Text: Joachim Zeune
Baubestand
Erhalten haben sich auf einer hohen, weithin sichtbaren Bergkuppe über dem Regental vor allem der wuchtige Wohnturm, Reste der Umwehrung samt einem Halbrundturm und die barockisierte Burgkapelle. Eine fragmentarisch erhaltene Ringmauer mit Halbschalenturm am Nordeck, wo sich auch ein Halsgraben erkennen lässt, umzog eng den Wohnturm. Dieser ragt noch immer viergeschossig auf, war ungewölbt und zeigt eine leicht rechteckige Grundform (17 x 14,6 m). Sein kleinteiliges, 1,8 m dickes Bruchsteinmauerwerk und die stichbogigen, tiefen Fensternischen weisen ihn als einen Bau des frühen 14. Jhdts. aus. Leider ist der überaus interessante und imposante, mittlerweile auch sanierte Wohnturm unzulänglich dokumentiert. Er ist heute in ein Bauerngut integriert.
Text: Joachim Zeune
Touristen Information
Doch auch das restliche Jahr ist die Burg einen Besuch wert. Sehenswert ist besonders die Schlosskapelle St. Michael am Fuße des ehemaligen Bergfrieds mit dem barocken Hochaltar, mittelalterlichen Fresken und Hinterglasmalereien aus dem 18. Jahrhundert.
Die Anlage kann ganzjährig kostenlos besichtigt werden, der Turm ist zugänglich gegen Entrichtung des „Burggroschens“, um den beim Aufgang zur Burg als Spende gebeten wird. Parkmöglichkeiten bestehen im Ort, eine Auffahrt zur Burg ist nicht möglich.