Burgen
in Bayern

Burgruine Falkenstein

Die Burg wird indirekt mit Adelram de Valchenstain im Jahr 1140 ersterwähnt, dessen edelfreies Geschlecht in Diensten des Bistums Passau sich nach der neu gegründeten Burg benannte. Herzog Albrecht I. von Österreich eroberte 1289 die damals als uneinnehmbar beschriebene Veste, die er daraufhin einzog und ab 1301 mit Burgvögten besetzte. Als die Wallseer die Burg als Pfand ab 1331 hielten, nahmen die Rosenberger diese 1355 im Zuge einer Fehde ein. 1440 löste Simon Oberhaimer F. aus, das 1490 an die Prüschenk ging. Diese erwarben schließlich im Jahr 1500 die Herrschaft samt Landgericht von Kaiser Maximilian I., der sie aber 1515 zurück kaufte und erneut verpfändete. Danach folgten in raschem Wechsel mehrere Pfandinhaber, bevor 1591 Heinrich Salburger die Pfandschaft einlöste. Zuvor, 1571, soll die Burg niedergebrannt sein. Die Salburger zu Altenhof erwarben F. 1605. 1607 wurde der spätere Kardinal Johann Eberhard Nidhart, u. a. spanischer Gesandter in Rom, auf F. geboren. 1860 stürzte der Palas ein, 1911 warf ein Sturm weitere Wände und Dächer ein. Bis 1901 diente der Tortrakt der Vorburg dem Förster als Wohnsitz.
Die Burgruine ist frei betretbar, der sanierte Wasserturm durch eine Leiter erschlossen.

Text: Joachim Zeune

Koordinaten: 13.000000, 48.000000

Baugeschichte

Trotz der umfassenden Darstellung durch Otto Piper (1902, s. u.) ist die Baugeschichte keinesfalls gut abgeklärt. Nur Aigner (s. u.) liefert dezidierte Angaben. Demzufolge reichen nur vereinzelte Mauerteile in die Zeit um 1140 zurück. Der Zeit um 1200 gehört wohl eine erste kleinere Hauptburg an, die auf dem höchsten Punkte des Vorgebirges saß und den polygonalen Bergfried umfasste. Im 14. und evtl. frühen 15. Jhdt. wurde diese Hauptburg erweitert und mit einer neuen Vorburg ausgestattet. 1489 errichtete Hans Oberhaimer den vorgeschobenen Artillerieturm („Wasserturm“) und bewehrte die Vorburg am Nordosteck durch einen weiteren Rundturm. Dieser Zeit sollten auch die Schlüsselscharten angehören, die das Mauerwerk punktuell bewehren.

Text: Joachim Zeune

Baubestand

Die auf einem steil abfallenden Felssporn hoch oberhalb des Flusses Ranna gelegene, leider arg verwahrloste Burgruine lässt noch immer erahnen, warum die Burg als bedeutendster Adelssitz des Oberen Mühlviertels galt. Die Burganlage wird von Bergmassiv durch einen Halsgraben geschützt, der seitlich mit Wällen versehen wurde und daher bei Regen Wasser führt. In der Mitte führt eine Rampe zum Torbau der Vorburg, der ein Karrentor und ein Fußgängertor, beide mit Zugbrücken versehen, besitzt. Die einst mit Binnenbebauung ausgestattete Vorburg umzieht winkelförmig die Hauptburg, die auf dem Rand des Sporns untergebracht ist. Ein Rondell am Nordosteck sichert den Zugang von Osten. Die kleine, fast quadratische Hauptburg war dicht umbaut, besaß tornah eine Kapelle, einen kleinen Innenhof und rückseitig einen Torturm mit dem Zugang zur ältesten Hauptburg mit dem ehemaligen Palas und dem fünfeckigen Bergfried auf der äußersten, höchsten Spitze des Vorgebirges (nur wenige Mauerreste).
Burgenkundlich wertvoll ist der über seinem Hocheingang 1489 datierte vorgeschobene Rundturm, der zugleich eine Quellwasserleitung zur Hauptburg als auch die Vorburg durch etliche Schlüsselscharten sicherte. Er besitzt noch fünf gewölbte Innenräume, die durch Mauertreppen miteinander verbunden sind, wobei der unterste Gewölberaum die Quellfassung enthält. Mehrere Wurferker bewehren den äußerst massiven Turm nahe seinem Obergeschoss.

Text: Joachim Zeune

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