Burgen
in Bayern

Burgruine Büchold Arnstein-Büchold

Für das Jahr 1100 ist mit Herrman, Rudolf und Swicker de Bucholi ein Ortsadel greifbar, der später den Grafen von Rieneck diente. Mit dem Erwerb eines Burgguts 1299 durch den Johanniterorden findet Burg Büchold erstmals Erwähnung. Nachdem Büchold 1314 durch würzburgische Truppen verwüstet worden war, erwarben die Johanniter 1316 die Burg, veräußerten sie jedoch 1364 für 10750 Pfund Heller an Ritter Dietz III. von Thüngen, der geschickt die Besitzungen zu mehren verstand. 1438 wurde Büchold im Zuge einer Fehde der Herren von Thüngen mit dem Würzburger Bischof beschädigt. 1472 trug Hilprant III. die Herrschaft Büchold je zur Hälfte dem Würzburger Bischof und dem Hochstift auf. Die Burg überstand Bauernkrieg und Zweiten Markgrafenkrieg unbeschadet. 1596 erwarb Dietrich Echter von Mespelbrunn Burg und Herrschaft. Nach einer Plünderung 1631 ging Büchold 1642 ging an Wolf Hartmann von Dalberg, 1746 dann an die Herren von Ingelheim. In den 1770er-Jahren begann der Niedergang der Burg, die ab 1816/18 zu einem privaten Bauernhaus verkam. 2006 erwarben die Eheleute Glawatz die heruntergekommene Burg und setzten sie bis 2010 instand. Hierbei ermittelten bauarchäologische Untersuchungen eine höchst komplizierte Baugenese.

Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 9.950800, 50.011258

Baugeschichte

Büchold zeigt eine sehr komplexe Baugeschichte. Eine Steinburg des 12. Jahrhunderts ließ sich nur über Fundamentfragmente und Keramik nachweisen. Um 1230/50 entstand neben einer neuen Ringmauer auch der runde Bergfried, dessen Kalksteinquader bereits Zangenlöcher aufweisen. Sicherlich existierte damals auch ein Palas, den man an der Westseite vermuten darf. Um 1300 wurden Gebäude und ein Brunnen eingebaut sowie ein Torzwinger angelegt. Rege Bautätigkeiten lassen sich für das gesamte 14. Jahrhundert nachweisen, als man unter anderem ein neues Torhaus samt Brücke errichtete, den Torzwinger mit einer Kemenate überbaute und um 1400 eine Zwingermauer um die Burg legte. Dieser Zwinger wurde um 1430 mit halbrunden Flankierungstürmen verstärkt. Nach 1561 erfolgte der Ausbau der Burg zu einem Schloss, indem man die Hofbebauung zu einem dreiflügeligen Gebäudetrakt mit mehreren hofseitigen Türmen verdichtete. Zugleich wurde an die nordwestliche Zwingermauer einen Wohnturm angebaut. Zwischen 1588 und 1621 kam ein neuer Ostflügel hinzu, der Bergfried wurde umbaut. Vom18. bis zum 20. Jahrhundert erfolgten in erster Linie Abbruchmaßnahmen, danach Sanierungs- und Restaurierungsmaßnahmen.

Baubestand

Die auf einem Bergsporn liegende und von einem mächtigen Ringgraben gesicherte Burgruine präsentiert sich nach ihrer Instandsetzung als eindrucksvolles Bauwerk. Da sie an zwei Seiten von ebenerdigem Gelände umsäumt ist, weist sie eine trutzige Zwingerumwehrung mit mehreren Rondellen auf. Dominiert wird die Burg von ihrem 24 Meter hohen Bergfried, dessen Außendurchmesser 6,8 Meter bei einer Mauerdicke von 2,2 Metern beträgt. Ebenerdig durch ein monumentales modernes Trichtertor erschlossen, hat die Westseite ihren alten Hocheingang in 10 Metern Höhe bewahrt. Die Kemenate an der Westseite wurde ab 2006 als Wohnbau mit Treppengiebel erneuert, weitere moderne Einbauten beschränken sich auf die Ostseite.

Touristen Information

Die privat bewohnte Burg kann nur von außen besichtigt werden. Angaben zur Anfahrt finden Sie hier.

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