Burgen
in Bayern

Burgruine Breitenstein

Die Burg soll allerdings bereits im 12. Jahrhundert von den Grafen von Sulzbach gegründet und mit Ministerialen besetzt worden sein. Nach dem Aussterben der Sulzbacher kam die Burg Breitenstein 1188 an die Staufer. Sie tritt erst 1266 mit dem Reichsministerialen Hermann von Breitenstein ins Licht der geschriebenen Geschichte. In der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts erheirateten die Breitensteiner die benachbarte Burg Königstein, wodurch die Herrschaft Breitenstein-Königstein entstand. 1356 begaben sich die Breitensteiner unter den Schutz von König Karl IV.; damit wurde Breitenstein bis 1638 kaiserliches Lehen. Die Burg wurde wiederholt verpfändet, unter anderem Ende des 14. Jahrhunderts an Herzog Stephan von Bayern. 1503 weihte man das „Kapellchen“ im Untergeschoss. 1638 belehnte Kaiser Friedrich III. die Herzöge Johann Friedrich und Friedrich von Holnstein mit dem Reichslehen. Damals war die Burg angeblich bereits verwahrlost und diente später Anwohnern als Steinbruch.

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Koordinaten: 11.647917, 49.599722

Baugeschichte

Archäologische Funde verweisen auf eine Burggründung im 11./12. Jahrhundert, als auf einem isolierten Fels, dem „Vorderen Breitenstein“, die Burg Altbreitenstein entstand. Von deren Burgbauten haben sich keine datierbaren Reste erhalten. Vermutlich wurde sie um 1430/40 durch die Hussiten zerstört, 1499 war sie jedenfalls stark ruinös.
Um 1200 entstand auf dem Nachbarfels die Burg „Hinterbreitenstein“ bzw. „Neuenbreitenstein“. Ihr sehr gut erhaltener Torbau mit einer Kapelle im Obergeschoss datiert in diese Zeit. 1403 sind Reparaturarbeiten überliefert. Ein wohl kurz danach aufgesetztes Wehrgeschoss wurde 1756 wegen Baufälligkeit abgetragen. Abbrucharbeiten reduzierten den Baubestand der Burg im Zeitraum vom 17. bis zum 19. Jahrhundert, sodass nur noch die Torkapelle stand. Diese wurde zuerst 1713, dann 1756 und schließlich 1974 durch die Diözese Eichstätt saniert und renoviert. 1990 stabilisierte man Futtermauern aus Trockenstein.

Baubestand

Auf dem Gipfel des 612 m über Meereshöhe aufragenden Breitenstein stehen weithin sichtbar die beiden Felsen der ehemaligen Burgen Vorder- und Hinterbreitenstein. Von ihren Bauten verblieben nur wenige Reste. Sehr gut erhalten ist lediglich die Torkapelle auf Hinterbreitenstein bzw. Neubreitenstein. Sie besteht aus einem länglichen Baukörper aus gut geschichtetem Quadermauerwerk mit breit gerundetem Abschluss nach Osten. Das Erdgeschoss wird von einer tonnengewölbten Passage gequert, deren rundbogiges Außenportal mit seinen Pfeilern und Kapitellen sehr aufwendig gearbeitet ist. Über einen separaten Hocheingang erreichte man den Kapellenraum im Obergeschoss, der dem Hl. Johannes Nepomuk und der der Hl. Dreifaltigkeit geweiht war. 1713 veränderte man den Apsisbereich, indem man unter anderem das Apsisgewölbe durch eine Flachdecke ersetzte und den Chorbogen erhöhte.
Diese Torkapelle wird in der Literatur immer wieder als „Doppelkapelle“ (zweigeschossige Kapelle) beschrieben – was aber längst widerlegt ist (s. Mathias Conrad: Die Burgkapelle auf dem Breitenstein. In: ARX 2-2006, S. 20-24).

Touristen Information

Der Burgplatz ist frei zugänglich. Die Kapelle kann jederzeit besichtigt werden; der Schlüssel ist im Haus rechts am Beginn des Aufstiegs zur Kapelle erhältlich. Eintritt frei, Spenden für die Instandhaltung der Kapelle erbeten.
Einkehrmöglichkeit in Breitenstein bietet die Kapellenschänke; geöffnet Mo-Sa ab 13 Uhr, Sonn- und Feiertage ab 10 Uhr. Anmeldung erbeten unter Tel. 09665 954813. Informationen, Speisekarte und mehr unter: http://www.kapellenschaenke-breitenstein.de/Willkommen.htm

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