Burgen
in Bayern

Burg Stefling

Bereits im Jahr 996 wird ein Ort Steveninga im Besitz des Regensburger Burggrafen Papo erwähnt, der vielleicht schon befestigt war. Mit dem Aussterben der Paponen kam die Landgrafschaft Stefling 1196 an die Wittelsbacher, die hier Ministerialen einsetzten. 1205 wird das castrum steveningen erstmals urkundlich direkt genannt. Nach 1318 kam es zu zahlreichen Verpfändungen und Besitzwechseln (Hofer, Auer, Ecker, von Ortenburg, von Raitenbuch, von Reitzenstein, Bos, Münsterer, von Bettschart). 1438 widerstand die gut befestigte Burg einem Angriff der Hussiten, wurde aber 1738/39 durch ein Unwetter schwer beschädigt. Erst mit Wilhelm Carl Graf von Eckart, der Stefling 1817 an sich bringen konnte und als bayerischer erblicher Reichsrat fungierte, fand der bauliche Niedergang der Burg sein Ende. Das Geschlecht der Grafen von Mühle-Eckart hielt Stefling bis 1982, als das Schloss durch Heirat an die Grafen von Drechsel ging. 1987 kam Stefling in Erbpacht an die Familie Crain, die es sanieren ließ.

Koordinaten: 12.203611, 49.213333

Baugeschichte

Eine eingehende burgenkundlich-bauhistorische Bewertung der Bausubstanz steht noch aus. Zweifelsfrei reicht aber die Bausubstanz punktuell in die Zeit der Ersterwähnung der Burg im Jahr 1205 zurück. Der Bergfried könnte aufgrund seines Mauerwerks aus fein gearbeiteten Buckelquadern noch dem ausgehenden 12. Jahrhundert angehören. Dass man die Burg bis 1428 stark befestigt hatte, zeigt der Umstand, dass sie damals einem Ansturm der Hussiten trotzte. 1738/39 erforderten größere Unwetterschäden eine Instandsetzung, wie eine Inschrift von 1748 (MDCCXLVIII) berichtet. Damals vergrößerte Rudolf Adam Ferdinand von Münster auch die dem hl. Bartholomäus geweihte Schlosskapelle, die 1859 eine umfassende Erneuerung erfuhr. Zu ihrer Ausstattung gehört ein romanisches Holzkreuz und eine Holzfigur der Muttergottes aus der 2. Hälfte des 15. Jahrhunderts.

Baubestand

Das noch bewohnte Burgschloss steht auf einem Granitsporn, der sich ins Regental vorschiebt und steil nach Norden, Osten und Süden abfällt. Westlich war jenseits eines Halsgrabens eine kleine Vorburg vorgelagert, die nach Osten vom Burgfels begrenzt wurde. Hier stieg der Burgweg auf, um an der Hauptburg in einen vorgelagerten Torzwinger zu münden. An dessen Nordseite steht die gegen die ältere Ringmauer der Hauptburg gebaute, aufgrund der Geländebeschaffenheit genordete Kapelle St. Bartholomäus. Die höher gelegene, daher auch als Oberburg bezeichnete Hauptburg besitzt einen stark länglichen Grundriss, der im Norden vom Wohnbau, im Süden vom Bergfried begrenzt wird. Der Wohnbau ruht vermutlich auf den Grundmauern des romanischen Palas und stammt in seiner heutigen Gestalt aus dem Jahr 1748. Die Ostseite des Hauptburghofs nimmt ein Küchen- und Verwaltungstrakt ein.
Der quadratische Bergfried von 8,5 x 8,5 m hat sich nur als zweigeschossiger Stumpf erhalten und zeigt etwa 2 m dicke Mauern aus großen, sorgsam behauenen und versetzten Buckelquadern. Sekundäre Umbauten umfassen mehrere Gewölbe und Öffnungen. Seinen originalen Hocheingang hat der Turmstumpf verloren.

Touristen Information

Die in Privatbesitz befindliche Burg Stefling kann nicht besichtigt werden. Gruppen können die Burg ggf. nach Voranmeldung besichtigen (Touristikbüro Nittenau, Tel. 0943902733).

Karte

Weitere Bilder