Bereits 980 wird hier ein Ortsadel erwähnt, der die Burg bis 1200 besaß, als sie von den edelfreien Herren von Haag an das Geschlecht der Gurren ging. 1245 kam die nunmehr reichsunmittelbare Grafschaft Haag an Sigfrid von Fraunberg, dessen Familie 1509 in den Grafenstand erhoben wurde, dann 1567 an die Wittelsbacher bzw. Herzöge von Bayern. 1804 erfolgten Abbrucharbeiten an der inzwischen ruinösen Burg, die 1849 durch eine Brandkatastrophe beschädigt wurde. Teile der Hauptburg dienten nach Instandsetzung bis 1960 als Jugendherberge. Von 1983 bis 1985 wurde der Turm saniert, der heute das Heimatmuseum des Marktes Haag beherbergt.
Text: Joachim Zeune
Wikipedia: zum Eintrag
Koordinaten: 12.181263, 48.160010
Baugeschichte
Die Baugeschichte der umfangreichen Burganlage ist in weiten Zügen noch immer kaum bekannt. In die Mitte des 12. Jahrhunderts dürften Teile der polygonalen Ringmauer sowie der Sockel des großen quadratischen Wohnturms zurückreichen. Offenbar wurde der Turm im frühen 13. Jahrhundert massiv überformt und erhöht. Vermutlich nach 1509, vielleicht auch schon um 1480, erhielt der Turm seinen heutigen Abschluss mit den pittoresken Eckerkern (aufgemaltes Wappen der Fraunberger); er wurde aber auch im Inneren nochmals umgestaltet. Damals entstand zudem der umlaufende Zwinger mit seinen Schalentürmen, außerdem dürfte in diesem Zusammenhang die nordöstlich vorgelagerte Vorburg hinzugekommen sein. Um 1700 erfuhr das stattliche Burgschloss weitere Aus- und Umbauten.
Die Um- und Ausbauphasen sind höchst komplex und nur über eine detaillierte Bauforschung abzuklären.
Text: Joachim Zeune
Baubestand
Erhalten hat sich von der auf einer sanften Hügelkuppe stehenden Großburg vor allem der innere Bering bzw. die alte Ringmauer und der zentral sich in ihr erhebende Wohnturm, der noch mit Dach komplett 42 Meter hoch steht. Von seinen sechs Geschossen ist nur das Erdgeschoss (sekundär?) überwölbt. Seine Seitenlänge beträgt 12,5 Meter im Quadrat. Die Ausstattung umfasst den obligaten Hocheingang in der Westwand, Trichterfenster einer ehemaligen Bohlen- oder Blockwerkstube, gekuppelte Fenster, Fensternischen mit seitlichen Sitzbänken und mehrere Kamine. An der Turmkrone aufgemalt ist das Wappen der Fraunberger, das diese vom Geschlecht der Gurre in abgewandelter Form übernommen hatten (aufsteigender Schimmel auf rotem Grund).
Text: Joachim Zeune
Touristen Information
Parkmöglichkeiten im Ort; auf der Burg gibt es keine Übernachutngsmöglichkeit und keine Gastronomie. Der Geschichtsverein Reichsgrafschaft Haag e.V. hat auf der Burg ein über sieben Stockwerke reichendes Museum eingerichtet; nähere Informationen finden Sie hier.