geboren: 09.03.1825/28,
Nordheim
gestorben: 17.03.1908,
Evansville (IN)
Wirkungsort:
Sulzdorf a.d. Lederhecke | Weimarschmieden | Kraisdorf u.a.
Simon Hecht wurde nach Angaben von E. Böhrer im Jahr 1825, bzw. laut seinem Grabstein in den USA 1828 geboren. Er besuchte die Israelitische Lerherbildungsanstalt (ILBA) in Würzburg und wurde nach seinem Abschluss Lehrer der IKG Sulzdorf a.d.Lederhecke. Dort geriet er jedoch in einen schweren Konflikt mit der konservativ-traditionalistischen Gemeinde: "[...] weil ich dem schochen die rechte Betonung nicht gab und den Paradiesapfel [Etrog] verkehrt anfasste [konnte ich] in Erwägung beregter Fehler meine Funktionen fernerhin nicht mehr in dieser Gemeinde ausüben [...]. Nolens volens musste ich meinen Bündel schnüren. [...] Wenn nun solche Männer als Beförderer des jüdischen Kultus wie viele Rabbiner im bayerischen Unterfranken an der Spitze stehen, so lässt sich keiner besseren Entwicklung in Schule und Gotteshaus entgegensehen" (Allgemeine Zeitung des Judentums, 15. Januar 1849). Der liberal eingestellte Lehrer fand eine neue Stelle in Weimarschmieden, dann in Kraisdorf. Hecht verließ später Bayern und wirkte 1852/53 in Ritzebüttel (Cuxhaven), 1856 in Jever und 1857-60 in Münchweiler. Nach dem Tod seines Bruder Dr. Emanuel Hecht (Hoppstädten) im Jahr 1862 entschied sich Simon Hecht für die Auswanderung nach Nordamerika. In Evansville (Indiana) fand er als "Reverend" und Rabbiner der liberalen Reformgemeinde "Bnai Israel" eine neue Wirkungsstätte. Eine seiner ersten Amtshandlungen war eine Hochzeit am 18. Oktober 1866. Zwei Jahre später erschien sein erstes (deutschsprachiges!) Buch: "Der israelitische Confirmand oder: Glaubens- und Pflichtenlehre für den Schul- und Privatgebrauch in Reformgemeinden". Zahlreiche weitere Publikationen folgten. Das englisch-deutsche Liederbuch "Jewish Hymns for Sabbath Schools and Families" (Cincinnati / Chicago 1878) wurde mehrfach neu aufgelegt und hatte großen Einfluss auf die Entwicklung der jüdischen Sakralmusik in den USA. Rabbiner Simon Hecht war mit Regina Hecht (1831-1912) verheiratet, aus der Ehe ging Sohn David (1860-1911) hervor. Sie alle ruhen Seite an Seite auf dem Rosehill Cemetery in Evansville. (nach Joachim Hahn, Alemannia Judaica)
Weiterführende Links
Quellen
GND: nicht verfügbar