geboren: 18.09.1840,
Oberdorf (Württemberg)
gestorben: 29.10.1896,
München
Wirkungsort:
München
Karl Maison's Großvater Moses Levi Frankfurter war 1788 von Augsburg-Kriegshaber nach Oberdorf a.Ipf in Württemberg gezogen und wirkte dort bis zu seinem Tod im jahr 1828 als Ortsrabbiner. Dessen Sohn Urias Loew, Schullehrer in Oberdorf, änderte bereits um 1825 seinen Familiennamen in das französische "Maison", aufgrund seiner familiärer Beziehungen ins Elsass. Seine Nachkommen, Karl (auch Carl) Maison und der älterer Bruder Aron Maison ließen sich als Großhändler in München nieder, wo Karl der Teilhaber seines Bruders wurde. 1871 erhielt Karl Maison den Titel eines Kommerzienrats verliehen, ab 1875 war er Mitglied der Handelskammer von Oberbayern, bald darauf auch deren Vorsitzender und ehrenamtlicher Handelsrichter. Die drei skandinavischen Königreiche Schweden, Dänemark und Norwegen ernannten ihn zum Konsul in München. Im Bayerischen Landtag saß Karl Maison von 1887 bis zu seinem Tod als gewählter Vertreter der Deutsch-Freisinnigen Partei (DFP). Seinen Sitz nahm anschließend Heinrich Kraußold ein. Der "Verein bayerischer Geschäftsreisender" beauftragte die Todesanzeige. Seine Beerdigung am 1. November 1896 wurde zu einer imposanten Trauerkundgebung auf dem Neuen Israelitischen Friedhof Münchens, bei der hochrangige Vertreter aus Wirtschaft und Politik teilnahmen. Weil die große Halle im Taharahaus die Menge nicht fassen konnte, musste Rabbiner Dr. Werner die Grabrede im Freien halten. (nach Rolf Hofmann)
Literatur
- Rolf Hofmann (Hg.): Begegnung mit bemerkenswerten Menschen. Lebensbilder jüdischer Persönlichkeiten von einst. Begleitheft zur Ausstellung im Rahmen der Rieser Kulturtage 2010. Deiningen 2010, S. 46.
Weiterführende Links
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