Zeitzeugen berichten

Klaus Wolf Berufsschullehrer (Metalltechnische Berufe); Ende der 1980er-Jahre Vorstand einer Bürgerinitiative gegen den Bau der WAA

Signatur
zz-1728.03
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1987

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Klaus Wolf über den Hintergrund des Gesprächs bei der Regierung der Oberpfalz im November 1987 und die „Krampol-Aktion“ im Rahmen des Protests gegen den Bau der WAA in Wackersdorf.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Thematisches Zeitzeugeninterview mit Klaus Wolf, aufgenommen am 30.10.2016 in Miltenberg, über die Bürgerinitiative gegen den Bau der WAA in Wackersdorf, verschiedene Aktionen des Protests, die Vorwürfe gegenüber der Bayerischen Staatsregierung und der Polizei, die Folgen der Protestaktionen und die Eskalation der Gewalt an Ostern und Pfingsten 1986.

Biogramm

Klaus Wolf wurde 1951 in Hösbach (Ufr.) geboren und absolvierte eine Ausbildung als Berufsschullehrer in München. Ab 1988 war er an der Staatlichen Berufsschule in Miltenberg angestellt. Klaus Wolf engagierte sich Ende der 1980er-Jahre als Mitglied und Vorstand einer Bürgerinitiative gegen den Bau der Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf (WAA) und nahm an einigen spektakulären Widerstandsaktionen teil.

Inhalte

Geboren 1951 – Unverständnis für den Bau der Wiederaufarbeitungsanlage (WAA) in Wackersdorf – Mitglied und später Vorstand der Bürgerinitiative gegen den Bau der WAA – Mitgliederstruktur der Bürgerinitiativen – Bedeutung der Aktion „Hüttendorf“ im Dezember 1985 – Anfängliche Bedenken gegenüber auswärtigen WAA-Gegnern – Räumung des Hüttendorfs nach 18 Tagen durch die Polizei – Beteiligte Bevölkerungsschichten an den Protestaktionen – Bedeutung der österreichischen WAA-Gegner – Diskussionspapier zu einem langfristigen Aktionskonzept gegen die WAA im Januar 1986 – Aktionsvorschläge des Diskussionspapiers – Einwendungen gegen Teilerrichtungsgenehmigung 1986 – Distanzierung von militanten WAA-Gegnern – Vorwurf gegenüber der Staatsregierung und der Polizei – Eigendynamik der Aktionen – Gewaltfreie Möglichkeiten zum Protest – „Ankettaktion“ – Ausgang der Gerichtsverhandlung nach der „Ankettaktion“ – Aktion am 08.10.1987: Frühstücksbuffet auf der Zufahrtsstraße zur WAA – Teilnehmer an der Frühstücksbuffet-Aktion – Folgen der Frühstücksbuffet-Aktion – Gewährung eines Protest-Spielraums durch das Gericht – Hintergrund des Gesprächs bei der Regierung der Oberpfalz im November 1987 – Regelmäßige Aktionen zur Erinnerung des Regierungspräsidenten an sein Versprechen: „Krampol-Aktion“ – Reaktionen der Regensburger Bevölkerung auf die Demonstrationen – Alltag der Demonstrationen am Bauzaun – Eskalation der Gewalt an Ostern und Pfingsten 1986 – „Die Polizeieinsätze, also das war wie Bürgerkrieg…“ – Vorwurf: „Oberpfälzer Chaoten“ – Erfolgsaktion auf dem Marienplatz in München – Kritik an Staatsregierung und Polizei – Hintergrund des Diskussionspapiers: Vermittelbare Protestformen – Aufwand zur Aufrechterhaltung des Protests – Glücklich über Erfolg des Protests – Fazit zum Anti-WAA-Protest – Persönliche Bereicherung – Skepsis gegenüber der Protestkultur in Bayern – Vereinbarkeit der Protestaktionen mit dem Lehrerberuf – Nachteile und Belastungen durch den Protest – „Mächtige Gegner“ – Persönliches Bild von Bayern – Verbesserungsvorschläge für die Politik – Meinung zum Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern heute.

Daten

Art:
Thematisches Zeitzeugeninterview
Dauer:
0:45 h
Aufnahmedatum:
30.10.2016
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.