Zeitzeugen berichten

Rainer Langhans Protagonist der 68er-Bewegung; Autor; Schauspieler

Signatur
zz-1997.01
Copyright
Haus der Bayerischen Geschichte (Georg Schmidbauer M.A.)
Referenzjahr
1967

Im hier gezeigten Ausschnitt berichtet Rainer Langhans über die Gründungsgeschichte der Kommune I, die Arbeitsgruppe Kolloquium innerhalb des SDS, die Erarbeitung eines alternativen Beziehungskonzeptes sowie über die Berichterstattung über das Miteinander innerhalb der Kommune.

Dieser Clip ist Teil des folgenden Interviews:

Lebensgeschichtliches Zeitzeugeninterview mit Rainer Langhans, aufgenommen am 08.03.2020, in München, über seine Kindheit und Jugendzeit, sein Engagement innerhalb des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds während seiner Studienzeit, die Auseinandersetzung mit dem Faschismus, die Gründung der Kommune I, die Entstehung der Protestkultur der 68er-Bewegung, die gesellschaftliche Ablehnung der Bewegung, das Lebensgefühl der 68er-Generation, die Bedeutung der Popmusik der 1960er-Jahre sowie über die bleibenden Errungenschaften der 68er-Bewegung.

Biogramm

Rainer Langhans wurde 1940 geboren und lebte mit der Familie in Jena. In der DDR war er Mitglied der „Jungen Pioniere“. 1953 flüchteten seine Eltern in den Westen. Nach dem Abitur trat Rainer Langhans 1960 freiwillig in die Bundeswehr ein und verließ sie als Fähnrich der Reserve. 1962 begann er an der Freien Universität Berlin zunächst ein Jurastudium. Zwei Semester später immatrikulierte er sich für das Fach Psychologie. Während dieser Zeit kam Rainer Langhans mit der Studentenbewegung in Berührung und zog schließlich im März 1967 in die neu gegründete Polit-Wohngemeinschaft Kommune I. Hier war er zeitweilig mit dem Fotomodell Uschi Obermaier liiert. Bekannt wurde Rainer Langhans u.a. durch das „Pudding-Attentat“, das er zusammen mit anderen anlässlich des Besuchs des US-Vizepräsidenten Hubert H. Humphrey als Zeichen des Protests gegen den Vietnamkrieg geplant hatte. 1970 zog er nach München in die von Thomas Althoff gegründete Highfish-Kommune. Hier wandte er sich zunehmend spirituell-esoterischen Inhalten zu. Später lebte er in München in einer, als soziales Experiment aufgefassten, Lebensgemeinschaft, die er als „Der Harem“ bezeichnete.

GND: 118569511

Inhalte

Geboren 1940 – Flucht seiner Familie vor der „Roten Armee“ nach Jena – Kindheit in der frühen DDR – Erziehungskonzepte der DDR – Entscheidung der Eltern, aus der DDR auszureisen – Umzug nach Köln – Besuch eines Internats der Böhmischen Brüder – Eintritt in die Bundeswehr – Aufnahme eines Jurastudiums in West-Berlin – Schwierigkeiten bei der Suche nach sozialen Kontakten – Wechsel des Studienfachs zur Psychologie – Zugang zur einer Gruppe Studierender, die sich mit der Theorie des Faschismus beschäftigten – Eintritt in den Sozialistischen Deutschen Studentenbund (SDS) – Publikation von Denkschriften – Versuche, sich von der Elterngeneration zu distanzieren – Entwicklung der Kommune als neuer Form der Lebensgemeinschaft – Planung des „Pudding-Attentats“ auf den amerikanischen Vizepräsidenten Hubert H. Humphrey – Attentat auf Rudi Dutschke 1968 – Ablehnung der Protestbewegung – Anstoß zu einer Kulturrevolution durch die 68er-Bewegung – Wege zu einer neuen Form der Spiritualität – Gründungsgeschichte der Kommune I – Gruppierung des sogenannten Kolloquiums innerhalb des SDS – Beziehungskonzept der Kommune I – Berichterstattung über die Kommune I – Aktionen während des Summer of Love 1967 – Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg – Hausdurchsuchungen durch die Polizei – Rückzug aus der Öffentlichkeit – Perspektiven und Chancen der Corona-Pandemie 2020 – Beschreibung des SDS – Trennung des Studentenverbands von der SPD – Ziel der Demokratisierung der Universitäten – Entstehung des 68er-Gefühls – Zerfall des SDS – Vorbilder der Studentenbewegung – Studium der Denker der Frankfurter Schule – Spätfolgen des Attentats auf Rudi Dutschke – Beziehung zu Uschi Obermaier – Uschi Obermaier als Sinnbild der emanzipierten Weiblichkeit – Beitrag der Popmusik der 1960er-Jahre zum Lebensgefühl der 68er-Bewegung – Kommerzialisierung von Mode und Musik – Begegnung mit der Band Fleetwood Mac – Anliegen der studentischen Demonstrationen während der 1960er-Jahre – Störung von Universitätsveranstaltungen – Schikanen durch die Polizei – Straßenschlachten gegen Polizeikräfte – Umzug nach München – Ablehnung der Ansichten Andreas Baders – Debatten unter den Linken um den Einsatz von Gewalt – Versuche, einen Popkapitalismus zu etablieren – Freundschaft zu Rainer Werner Fassbinder – Einstieg in das Filmgeschäft – Anfeindungen aus der linken Szene – Bleibende Errungenschaften der 68er-Generation – Revolutionäres Potenzial des Internets – Nachfolgebewegungen der 68er – Gefahren durch die Zerstörung der Umwelt – Das bayerische Lebensgefühl.

Daten

Art:
Lebensgeschichtliches Zeitzeugen-Interview
Dauer:
2,5 h
Aufnahmedatum:
08.03.2020
Sprache:
deutsch
Aufnahmeteam:

Interview: Georg Schmidbauer M.A.

Kamera: Georg Schmidbauer M.A.