Atlas zum Wiederaufbau

Stadtbergen

Stadtbergen erlitt seit 1944 mehrere Luftangriffe. Am 29.04.1945 marschierten US-Truppen ein. Flüchtlinge strömten danach in den Ort, 1955 waren etwa 25% der Einwohner Heimatvertriebene. Die Bevölkerungszahl stieg von 2.732 (1939) auf 6.937 (1968) an.

Angriffe

• 24./25. Februar 1944: US-Luftangriff

• 16. März 1944: US-Luftangriff

• 16. Juli 1944: US-Luftangriff

• 01. März 1945: US-Luftangriff

Tote und Verletzte

• durch Luftangriff vom 16. April 1944: 2 Tote

• durch Luftangriff vom 16. Juli 1944: 3 Tote

• durch Luftangriff vom 01. März 1945: 25 Tote

• durch Gefechte zwischen deutschen und US-Truppen am 28. April 1945: 2 Tote

Schäden

• durch Luftangriff vom 24./25. Februar 1944: leichte Schäden an mehreren Gebäuden

• durch Luftangriff vom 16. April 1944: Zerstörung des „Fischerbergel“

• durch Luftangriff vom 16. Juli 1944:

- Totalschaden an 6 Gebäuden

- schwere Schäden an 6 Gebäuden

- leichte Schäden an ca. 100 Gebäuden

• durch Luftangriff vom 01. März 1945: Totalschaden an 8 Gebäuden

Kriegsende

• Ende April 1945: Aufnahme einer größeren Zahl deutscher Luftwaffenhelferinnen durch die Bevölkerung Stadtbergens, damit diese der Gefangenschaft entgehen konnten

• 28. April 1945: letzte Gefechte deutscher Truppen mit US-Einheiten

• 29. April 1945:

- Hissen weißer Fahnen in Stadtbergen

- kampfloser Einmarsch der US-Armee

Ausgangslage

Einwohnerzahlen:
1939: 2.732
1946: 4.041
1956: 6.182
1961: 6.891
1968: 6.937
Flüchtlinge und Heimatvertriebene:

• seit 1943: Evakuierte, v.a. aus Essen, in Leitershofen

November 1945: 100 Evakuierte und Flüchtlinge in (Alt-) Stadtbergen

• bis Juni 1946: Eintreffen von 110 Heimatvertriebenen in (Alt-) Stadtbergen

• bis Oktober 1946: Eintreffen von 180 Heimatvertriebenen in (Alt-) Stadtbergen

• November 1946: 1.246 Einwohner in Leitershofen, davon ca. 280 Flüchtlinge und Heimatvertriebene (ca. 20%)

• Herbst 1947: 12% der Bevölkerung in (Alt-) Stadtbergen Heimatvertriebene und Flüchtlinge

• Dezember 1949:

- 3.819 Einwohner in (Alt-) Stadtbergen, davon 71 Evakuierte, 480 Flüchtlinge, 41 Ausländer, 30 aus Berlin bzw. aus der SBZ

- 16% der Bevölkerung in (Alt-) Stadtbergen Heimatvertriebene und Flüchtlinge

• 1955: 25% der Bevölkerung in (Alt-) Stadtbergen Heimatvertriebene und Flüchtlinge

Unterbringung der Heimatvertriebenen und Flüchtlinge zunächst in Turnhallen und Notquartieren, z.B. Räumen des Schlosses

Obdachlose:

• durch Luftangriff vom 16. Juli 1944: 97 vorübergehend Obdachlose

Wiederaufbau

Pläne und Ideen:

• Juli 1945: Einrichtung einer Wohnkommission in Stadtbergen (Mai 1946 in Deuringen) zur Lösung des Wohnraummangels, v.a. durch den großen Flüchtlingszustrom

• Frühjahr 1948: Beschluss den Holzplatz der Gemeinde für Siedlungsbau freizugeben

Umsetzung:

• Oktober 1945: Beginn des Schulbetriebs

• 1946: Bau eines Lehrlingsheims (bis 1965) durch die Innere Mission

• 1947 - 1949: Instandsetzung der Ortsstraßen in Stadtbergen und Deuringen

• Weihnachten 1948: Eröffnung der „Stadtberger Lichtspiele“, des ersten Kinos der Stadt

• 1948:

- Ausbau des Stadtberger Wasserturms zu Wohnungen

- Bau eines neuen Feuerwehrhauses in Leitershofen

• 1948/1949:

- Bau eines neuen Schulpavillons in Stadtbergen

- Bau von 2 neuen Schulsälen in Deuringen

• 1948 – 1957: Bau von 140 Wohnhäusern in Leitershofen

• 1949/1950:

- Bau von kleineren Siedlungshäusern an der Schwalben- und Friedensstraße und am Meisenweg

- Bau von 26 Reihen-, Einzel- und Doppelhäusern

- 4 Bauprojekte „Am Hopfengarten“

• 1950:

- Erweiterung des Lehrlingswohnheims

- Bau des Mädchenwohnheims (bis 1971) durch die Arbeiterwohlfahrt

- Baubeginn des Siedlungsprojekts „Ährenhof“

- Bau eines zweiten Schulpavillons in Stadtbergen

• 1952: Bau eines dritten Schulpavillons in Stadtbergen

• 1952/1953: Bau von Wohnungen in de Gartenstraße in Leitershofen

• 1952 – 1957:

- Instandsetzung der Ortsstraßen in Leitershofen

- Erneuerung der Wasserleitungen in Stadtbergen

• 1953:

- Bau von 16 Wohnungen „Beim Schlaugraben“

- Bau von weiteren 30 Wohnungen „Beim Schlaugraben“

• 1954:

- Bau von 6 Wohnungen „Beim Schlaugraben“

- Anschluss an die Augsburger Trinkwasserversorgung

- Bau eines vierten Schulpavillons in Stadtbergen

• 1955:

- Bau der „St.-Ulrichs-Siedlung“ in der Pferseerstraße durch die Kirche (Gedenkjahr der Lechfeldschlacht von 955)

- Wohnblockbau an der Ulmer Landstraße

- Bau des fünften und sechsen Schulpavillons in Stadtbergen

• 1955 – 1957: Erweiterungsbau des Stadtberger Rathauses

• 1955 – 1958: Bebauung des „Leiterle“ mit Wohnungen durch die Wohnungsbauhilfe GmbH:

- Bau von Wohnungen für Obdachlose

- Bau eines Hochhauses für 24 Wohneinheiten

• 1956 - 1959:

- Bau einer Turnhalle in Stadtbergen

- Erweiterung der Stadtberger Schule

- Bau eines kleinen Schwimmbades für die Stadtberger Schule

• 1957: Eingemeindung der „Alten Siedlung“ nach Deuringen

• 1960er Jahre: Bau der „Neuen Siedlung“ in Deuringen

• 1961: Bau einer neuen Schule in Deuringen

• 1968: Bau von 12 Wohnungen in der Deuringer „Neuen Siedlung“

• 1970/1971: Renovierung des „Schlössle“ und Nutzung als Altenheim

• 1972: Abkehr von Plänen Stadtbergen, Deuringen und Leitershofen im Zuge der Gebietsreform nach Augsburg einzugemeinden

• 1973: Eröffnung des Stadtberger Hallenbades

• 1975/1976: Bildung einer Einheits-, dann Großgemeinde mit den Teilen Stadtbergen, Leitershofen und Deuringen

Literatur

WILLI, Gerhard: Stadtbergen unterm Hakenkreuz, in: Gunther, Gottlieb / Pötzl, Walter (Hrsg.): Ortsgeschichte der Marktgemeinde Stadtbergen. Stadtbergen – Leitershofen – Deuringen. Hrsg. im Auftrag der Marktgemeinde Stadtbergen, Markt Stadtbergen 1992, S. 523 – 558, hier: S. 551 – 554,

WILLI, Gerhard: Zwischen Kriegsende und Markterhebung – Stadtbergend Entwicklung zum modernen Gemeinwesen, in: Gunther, Gottlieb / Pötzl, Walter (Hrsg.): Ortsgeschichte der Marktgemeinde Stadtbergen. Stadtbergen – Leitershofen – Deuringen. Hrsg. im Auftrag der Marktgemeinde Stadtbergen, Markt Stadtbergen 1992, S. 559 – 614, hier: S. 563 – 566, S. 574 – 610.

STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 20.

DANK

Für weitere Auskünfte danken wir dem STADTARCHIV Stadtbergen.

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