In den letzten Kriegswochen gab es vereinzelt Tieffliegerangriffe auf Senden. Am 24./25.04.1945 löste der Vormarsch der US-Truppen Kampfhandlungen aus, die am 26./27.04.1945 mit dem Einmarsch endeten. Nach dem Krieg wuchs die Bevölkerung durch Flüchtlingszuzug von 1.671 im Jahr 1939 auf 5.696 im Jahr 1968.
Angriffe
• letzte Kriegswochen: vereinzelte regionale Tieffliegerangriffe
• 25. April 1945: Tieffliegerangriff auf Holzschwang
Tote und Verletzte
• durch Artilleriegefecht am 24. April 1945:
- 4 Tote
- 16 Verwundete
• 25. April 1945:
- Tötung zweier Personen durch SS
- mehrere Tote und 1 Verletzter in Senden
- 1 Toter in Holzschwang durch Tieffliegerangriff
Schäden
• durch US-Artilleriebeschuss und deutsches Abwehrfeuer der Flak am 24. April 1945:
- Gebäudeschäden im Raum Senden
- Beschädigung der alten Schule in Aufheim
- Beschädigung des Kamins der Spinnerei, des Schlosses zu Oberkirchberg
- Beschädigung der Straße nach Wullenstetten
• 25. April 1945:
- Gebäudeschäden in Senden, Ay, Holzschwang und Vöhringen
- weitgehende Zerstörung der Vöhringer Mühle
- Schäden in Holzschwang durch Bordwaffenbeschuss durch Tiefflieger
- in Wullenstetten Fensterschäden an der Kirche und umliegenden Häusern sowie Granattreffer an 2 Häusern
Kriegsende
• 24./25. April 1945: Kampfhandlungen im Raum Senden
- Artilleriegefecht zwischen US-Armee und deutschen Truppen
- 24. April 1945: Sprengung der Kanalbrücke durch deutsches Pionierkommando
- 25. April 1945: nach alliiertem Einmarsch Beschuss Vöhringens durch deutsche Artillerie vom Illerberg aus
• 26. April 1945:
- Einmarsch der US-Armee in Ay, Senden, Witzighausen und Weißenhorn
• 27. April 1945:
- Einmarsch der US-Armee in Aufheim
Ausgangslage
Einwohnerzahlen:1946: 2.613
1955: 3.265
1961: 4.995
1968: 5.696
Wiederaufbau
Pläne und Ideen:• Gemeinderatsbeschlüsse 1947:
- Übertragung der Bearbeitung eines Wirtschafts- und Bebauungsplans der Architektengemeinschaft Dreetz&Sevegnani (24. April 1947)
- Bildung eines Ortsfürsorgeausschusses (13. Mai 1947)
• 10. Dezember 1945: Gemeinderatsbeschluss über Genehmigung der ersten Baugesuche Lenser (Behelfsheim), Feyrer (Kühlanlage), Botzenhard (Verkaufsraum) und Idler (Lagerräume, Bäckerei)
• 27. Februar 1947: Gemeinderatsgenehmigung über Erweiterung der Baracke der Firma Radio-Zimmer (später Grundig-Werk VIII)
• 1948: Wiederinbetriebnahme der gemeindlichen Straßenbeleuchtung und Erweiterung der Wasserversorgungsanlage bis zur Uhrenfabrik
• Baumaßnahmen 1949:
- Gemeindehaus Guterstraße 1
- Umbau des Fliegerheims in Behelfsschule
- Neubau der Uhrenfabrik GmbH Rittinghaus
- kostenlose Bereitstellung des Grundstückes für Neubau des Kreishauses Kemptener Straße (12-Familien-Wohnhaus) durch die Stadt
• 1951: Gemeinderatsgenehmigung der Baugesuche des Familienhilfswerks Christenvolk (6-Familien-Wohnhaus) und der Wohnfürsorge München (12-Familien-Wohnhaus)
• 1952: Fabrikerweiterung der Uhrenfabrik Senden und Ansiedelung der Maschinenfabrik Roman Schuster
• 1953:
- Planungsauftrag für Zentralschule
- Verleihung der Bezeichnung „Markt“ durch das Bayerische Staatsministerium des Innern
• 1955: Gemeinderatsbeschluss über Genehmigung des Wohnungsbauprogramms der Landeswohnungsfürsorge Bayern GmbH über Erstellung von 33 Wohneinheiten
• 1957:
- Planungsentwürfe über gemeinsame katholische Kirche Senden-Ay
- Ausbau der Ortskanalisation
- Beschluss über Erweiterung des Industriegebiets am Landgraben
Literatur
KONRAD, Anton H.: Senden. Beiträge zur Geschichte einer jungen Stadt im Illertal, Weißenhorn 1976, S. 203 - 219.
STATISTISCHES JAHRBUCH FÜR BAYERN 1969. Hrsg. vom Bayerischen Statistischen Landesamt, München 1969, S. 21.
DANK
Für weitere Auskünfte danken wir dem BAYERISCHEN LANDESAMT FÜR STATISTIK und Datenverarbeitung.